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Kundenrezension

6 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ach, wie ist's möglich dann ......, 16. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Rudolf Schock - Seine schönsten Lieder aus Oper, Operetten und Film (Audio CD)
Wenn ich die bereits vorhandenen Rezensionen zu dieser 10 CD-Box mit Aufnahmen von Rudolf Schock (1915-1986) lese, glaube ich mehr als einmal, im falschen Film zu sein!
Wie ist es möglich, daß ein Sänger von Schlage Rudolf Schocks noch mehr als 30 Jahre nach seinem Tod solche enthusiastischen Gefühle hervorrufen kann? Eine Vorrezensentin geht in ihrer Lobeshymne gar so weit, dem Sänger "die schönste Stimme der Welt" zu attestieren. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß den Deutschen nach dem verlorenen Krieg neben vielem anderen auch noch der Geschmack abhanden gekommen ist. Der Aufstieg dieses Tenors in den ersten Nachkriegsjahren war ein Phänomen, das ich nie begriffen habe. In seiner besten Zeit war er ein durchschnittlicher Opernsänger, wie viele der hier wieder vorgelegten Aufnahmen aus dieser Periode bezeugen, aber mir ist bis heute keine einzige zu Ohren gekommen, die ich nicht von anderen Tenören besser, schöner und vor allem idiomatischer gesungen gehört habe. Ich möchte nur die Namen Richard Tauber, Leo Slezak, Franz Völker, Helge Rosvaenge, Josef Traxel, Peter Anders, Walther Ludwig, Fritz Wunderlich, Anton Dermota in Erinnerung rufen, die entweder - wie z.B. Tauber - als Vorgänger und Vorbilder Schocks gehandelt werden, oder aber im deutschen Sprachraum zur gleichen Zeit wie er gewirkt haben. Auf internationalem Parkett konnte Schock ohnehin nie ernsthaft mit Giuseppe di Stefano, Jussi Björling, Mario del Monaco, Carlo Bergonzi, Ferruccio Tagliavini, Nicolai Gedda, Alfredo Kraus oder Léopold Simoneau konkurrieren, die ihm alle, jeder auf seinem Gebiet, haushoch überlegen waren. Es gibt aus den Jahren zwischen ca. 1948 und 1959 eine Reihe von Aufnahmen, vornehmlich aus dem Bereich der deutschen Spieloper und der Operette, die ordentlich gelungen sind, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Keine einzige hat den Rang des Außerordentlichen auch nur streifen können.
Selbst auf dem Gebiet der leichteren Muse, der Operette, auf dem Schock vornehmlich seine Triumphe feierte, kann er sich weder mit Nicolai Gedda noch mit Fritz Wunderlich messen.
Ab 1960, nachdem er von der Kölner Electrola zu Eurodisc gewechselt hatte, sind die meisten seiner Aufnahmen bestenfalls nur noch zweit- oder drittklassig. Ich nenne beispielhaft den Max aus "Der Freischütz", den er 1958 unter Joseph Keilberth (EMI) noch durchaus akzeptabel gesungen hat, während sein Remake unter Lovro von Matacic 1967 gelinde gesagt ein Desaster ist. Diese Aufnahme wartet ohnehin nicht mit der ersten Garnitur des damaligen Opernbetriebs auf, aber Schocks Geknödel macht das Anhören zu einer Qual, für die es eigentlich Schmerzensgeld geben müßte.
Schon in seinen frühen Aufnahmen machen sich technische Mängel störend bemerkbar, die Höhe klingt gequetscht, oft wie mit letzter Kraft herausgepreßt, so daß er sich häufig in die Kopfstimme flüchtet, um diese Defizite zu kaschieren, und die Phrasenenden reißen stößig ab und klingen oft so, als ob er stimmlich eine Vollbremsung hinlegen müßte.
Kurz und gut, ich kann verstehen, daß seine Aufnahmen bei den in den Vorrezensionen genannten Omas und Großtanten auch heute noch ganz gut ankommen, da sich im vorgerückten Alter oft Hörprobleme einstellen, doch für "normale Ohren" sind die meisten Stücke Schock-Aufnahmen in des Wortes wahrster Bedeutung. Wer ihn in seiner endlos langen, quälenden Spätzeit als Dauergast im "Blauen Bock" oder sonstigen leichten, besser gesagt seichten Unterhaltungssendungen schätzte, mag seine Freude an den Aufnahmen haben, die zum Glück keine Nachahmung gefunden haben. Mein Geschmack ist das nicht. Nach dem Abhören all der Mühe und Qual erhole ich mich mit einer Platte von Nicolai Gedda: Per aspera ad astra!
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1-10 von 10 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.12.2013 14:32:44 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.12.2013 14:39:12 GMT+01:00
Julius Cäsar meint:
"Wie ist es möglich, dass ein Sänger von Schlage Rudolf Schocks noch mehr als 30 Jahre nach seinem Tod solche enthusiastischen Gefühle hervorrufen kann? Eine Vorrezensentin geht in ihrer Lobeshymne gar so weit, dem Sänger "die schönste Stimme der Welt" zu attestieren. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass den Deutschen nach dem verlorenen Krieg neben vielem anderen auch noch der Geschmack abhanden gekommen ist. Der Aufstieg dieses Tenors in den ersten Nachkriegsjahren war ein Phänomen, das ich nie begriffen habe. In seiner besten Zeit war er ein durchschnittlicher Opernsänger, wie viele der hier wieder vorgelegten Aufnahmen aus dieser Periode bezeugen, aber mir ist bis heute keine einzige zu Ohren gekommen, die ich nicht von anderen Tenören besser, schöner und vor allem idiomatischer gesungen gehört habe. "

Nun ja, Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber wenn Schock wirklich so dermassen schlecht war wie Sie schreiben dann frage ich mich wieso der Mann hundertausende Platten und CDs verkauft hat. Wahrscheinlich hat man auch kurz nach dem Krieg nur Mitleid mit dem armen deutschen Sänger gehabt und sein Engagement an der Londoner Covent Garden Opera ist nachträglich nur als ein Akt des Mitleides zu sehen. Ebenso seine Vorstellungen an der Wiener Staatsoper oder den Salzburger Festspielen. Bayreuth lasse ich jetzt mal aus, weil da darf ja bekanntlich jeder unbegabte Strassensänger mitsingen.
Jede Tenorstimme ist anders und die eine mag man mehr die andere weniger, aber einem Mann wie Rudolf Schock das musikalische Talent abzusprechen ist nicht fair. Der Mann war einfach gut und hatte eine ungemein gefühlvolle Stimme. Aber auch die Aufnahmen kurz nach dem Krieg zeugen von einer unglaublichen Strahlkraft der Stimme. Ob jetzt ausgerechnet ein Nicolai Gedda die bessere Stimme hatte ist Ansichtssache. Aber bei Musik gibt es eben meist keine objektiven Meinungen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2013 16:00:05 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.01.2014 09:17:21 GMT+01:00
K.H. Friedgen meint:
Hallo, "Julius Cäsar",
daß es in der Musik, wie auch anderswo, keine objektiven Meinungen gibt, ist eine Binsenweisheit, die ich überhaupt nicht in Frage stelle. Was mich nur wundert, ist, daß immer dann an die Objektivität appelliert wird, wenn man an einem, ob richtigen oder vermeintlichen, Idol zu kratzen wagt. Als eine Vorrezensentin sich zu der Aussage "Die schönste Stimme der Welt" verstieg, hat niemand protestiert und an die objektive Meinung appelliert. Eigenartig, nicht wahr?
Zunächst einmal fand ich, daß nach all den Lobeshymnen auf Rudolf Schock eine korrigierende Meinung überfällig war. So viel Enthusiasmus hat der gute Rudi aus dem Ruhrpott nun wirklich nicht verdient. Ein Sänger seines Schlages konnte nur im Klima der ersten Nachkriegszeit zu solchen Höhen aufsteigen, seine Leistungen rechtfertigen es nicht, wie genügend Vergleiche mit international weitaus berühmteren Tenören seiner Zeit belegen. Ihre Frage, "wieso der Mann hunderttausende Platten und CDs verkauft hat", weist lediglich auf den Geschmack der Masse hin, hat aber mit rein musikalischen Parametern nichts zu tun. Daß Millionen von Wählern es Angela Merkel ermöglicht haben, zum dritten Mal in Folge das Amt des Bundeskanzlers zu bekleiden, sagt doch nichts über die Qualität ihrer Politik aus, sondern zunächst nur so viel, daß keine ernsthafte Alternative zur Wahl stand, und zweitens, daß sie es verstand, sich besonders gut zu verkaufen.
Doch hier geht es nicht um Politik, sondern um Musik. Natürlich haben die Engländer nach dem Krieg nicht aus "Mitleid mit dem armen deutschen Sänger" Rudolf Schock an der Covent Garden Opera auftreten lassen, aber es ist bekannt, daß dieses Haus in den Jahren 1945-1951, unter der sozialistischen Regierung von Clement Attlee, aus politischen Gründen nicht elitär sein wollte und sein durfte. Künstler internationalen Formats waren nicht gefragt, weder auf der Bühne noch am Dirigentenpult. Das änderte sich erst wieder, nachdem Georg Solti Ende der 1950er Jahre die Leitung des Hauses übernommen hatte. So ist es vielen einschlägigen Publikationen, u.a. den Memoiren von Walter Legge, zu entnehmen.
Rudolf Schock hatte das Glück, daß viele Opernstars durch Naziverfolgung und Krieg nicht mehr präsent waren, hinzu kam der Tonfilm, der ihn ab dem Beginn der 50er Jahre erst richtig populär und volkstümlich hat werden lassen. Und volks"tümlich" waren auch die meisten seiner Darbietungen, für den breiten Geschmack der Masse, aber nicht für Kenner. "Im blauen Bock" und ähnlichen TV-Darbietungen fand er ab Anfang der 60er Jahre seinen bevorzugten Platz, und da gehörte er auch hin.
Die "unglaubliche Strahlkraft" seiner Stimme ist eine Mär, es war vielmehr die Lautstärke und Anpassung an die Gegebenheiten des Schlagergesangs, die ihn berühmt gemacht haben. Hätte Peter Anders länger gelebt und wäre Fritz Wunderlich zehn Jahre früher auf der Bildfläche erschienen, hätte Schock auf der Opernbühne keine ernsthafte Chance gehabt. Ihn mit Nicolai Gedda auf eine Stufe zu stellen ist für Schock eine unverdiente Ehre und für Gedda eine Herabwürdigung. Zwischen den musikalischen Lebensläufen und tatsächlichen Leistungen beider Sänger liegen solche Welten, daß sich jeder Vergleich erübrigt.

Veröffentlicht am 14.06.2014 10:50:59 GMT+02:00
Bruno Hardes meint:
Sehr geehrter Herr Friedgen,
es ist für Sie sicher sehr befriedigend, zu allen möglichen Themen Stellung zu beziehen. Aber Ihre sehr subjektiven "Rezensionen" sind einfach nervig! Auch ich, Jahrgang 1946 leide sicherlich an schwindendem Hörvermögen, jedoch bin ich, wie viele andere auch, noch sehr gut in der Lage, die Stimme von Rudolf Schock in seinen besten Jahren als außergewöhnlich ausdrucksstark, angenehm, unverwechselbar und vor allem sehr schön zu empfinden. Seit über 30 Jahren bin ich interessierter Besucher eines führenden deutschen Opernhauses und erlebe Tenöre, die eine technisch sehr gut ausgebildete und schöne Stimme besitzen, aber an Gestaltung, Ausdruckskraft und Nachhaltigkeit dem jungen Schock das Wasser nicht reichen können! Ich würde ihn auch nicht mit Caruso, Gigli, di Stefano, Björling, Bergonzi u.a. auf eine Stufe stellen, aber er war in seiner besten Zeit ein großer Sänger!
Bruno Hardes, Essen

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.06.2014 11:29:02 GMT+02:00
Achim Klotz meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 25.06.2015 07:08:11 GMT+02:00
K. Glaser meint:
Sehr geehrter Herr Friedgen,
ich kann nur Herrn Hardes zustimmen. Musik ist Kunst und sehr subjektiv. Wenn Sie Rudolf Schock nicht gerne hören, dann ist das ihre persönliche Meinung. Sie müssen die CDs ja nicht kaufen. Diese Plattform ist nicht dazu gedacht, den Künstler zu kritisieren, sondern das Produkt zu bewerten. Ihre eigene Einstellung zu dem Künstler ist daher für die Kundenrezension völlig uninteressant und unbedeutend.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.06.2015 18:40:49 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.06.2015 19:07:17 GMT+02:00
K.H. Friedgen meint:
Sehr geehrte(r) K. Glaser,
ich muß schon sagen, daß Sie eine sehr merkwürdige Auffassung vertreten, wie eine Rezension aussehen soll. Wenn es nicht gestattet ist, über die künstlerische Leistung, d.h. den Inhalt der CD, zu schreiben, wozu soll das denn überhaupt gut sein? Dann kann ich auch schreiben: Die Schokolade war prima verpackt, doch wie sie schmeckt, das geht niemand etwas an!
Das Schock-Album ist ja nicht nur von mir bewertet worden, sondern noch von etlichen anderen Rezensenten. Wenn jemand Schock die "schönste Stimme der Welt" attestiert, dann muß es doch erlaubt sein, eine andere Sichtweise zu vertreten, die ich übrigens mit nicht wenigen teile. Ich persönlich glaube, wenn jemand so etwas schreibt, dann hat er entweder keine Vergleiche ansgestellt, oder er muß zumindest auf einem Ohr taub sein.
Grundsätzlich muß ich mir überhaupt keine CD kaufen, doch wenn ich sie beurteilen will, muß ich sie zumindest kennen. Und ich kenne diese Schock-Aufnahmen. Mein Geschmack ist das nicht, ich billige aber jedem zu, einen anderen Geschmack zu haben. Wie ich dann über diesen Geschmack denke, bleibt wiederum mir überlassen. Ich habe ja nicht vom Kauf abgeraten, sondern nur geschrieben, was mein Eindruck ist, und der ist schockierend. Es gibt bei Amazon im Bereich Klassik-Diskussionen einen Thread, in dem sowohl Schock-Fans als auch Schock-Skeptiker zu Wort kommen, darunter auch ich. Sie sollten sich dort einmal einklinken, dann können wir gerne weiter diskutieren.
Aber wie eine Rezension ohne Stellungnahme zum Inhalt aussehen soll, das sollten Sie mir einmal erklären! Ich bin sehr gespannt.

Veröffentlicht am 07.09.2015 14:20:38 GMT+02:00
Heinrich meint:
Folgende Frage des Rezensenten möchte ich gerne beantworten(Zitat): "Wie ist es möglich, daß ein Sänger von Schlage Rudolf Schocks noch mehr als 30 Jahre nach seinem Tod solche enthusiastischen Gefühle hervorrufen kann?"
Weil den Hörern seine Stimme gefällt und nur das ist ausschlaggebend. Alles Andere ist persönliche Meinung und selbstverständlich darf jeder seine persönliche Meinung sagen. Bei "Bewertungen"; und diese Rezension bewertet auch, kommt es auf die persönliche Sichtweise an. Von daher ist eine Rezension letztlich immer "nur" eine persönliche Meinung.

Veröffentlicht am 11.09.2015 18:44:00 GMT+02:00
Guter K.H. Friedgen. Wie Sie höre ich, der sich viel mit Gesangstechnik beschäftigt, die technischen Unzulänglichkeiten bzw. die von Ihnen beschriebenen Abnützungserscheinungen. Ich war Jahrzehnte weg von seiner Stimme. Doch jetzt fand ich das was er vielen Sängern voraus hat. ER hat jede Sekunde das Herz in der Kehle, - ist dabei. Ihm geht es nicht darum Stimme zu zeigen, er will die Gefühle an uns weiterleiten. Und das ist gerade das was Großtante und Oma gespürt haben. Was wußten die von Technik, - sie suchten den Menschen. Und wenn Sie da mit zig Namen aufwarten. Auch bei ihnen kann ich den Beckmesser hervorkehren. Di Stefano, - in späten Jahren furchtbar, das schnelle Vibrato von Björling, - wer´s mag, der nasale Klang von Dermota, die enge Stimmführung von Kraus. Bitte mich nicht zu mißverstehen. Alle, wirklich alle von Ihnen genannte Sänger verdienen auf dem Podest zu stehen, - so wie eben auch ein Rudolf Schock, der wie Tauber ein Sänger des Volkes war.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.09.2015 22:02:15 GMT+02:00
K.H. Friedgen meint:
Hallo, Herr Philipp,

Danke für Ihren Eintrag.
Ich stimme Ihnen zu, wenn Sie schreiben, "ER hat jede Sekunde das Herz in der Kehle ..... er will die Gefühle an uns weiterleiten ...."
Aber, gehört das nicht eigentlich mehr zum Schlagergesang und in den Bereich der Popmusik? Schock hatte ohne Zweifel etwas "Rattenfängerisches" in seiner Stimme, aber was sagt das über die rein musikalischen Parameter aus? Sie haben auch recht, wenn Sie glauben, daß "Großtante und Oma" die Technik herzlich egal war. Bei den späten Auftritten Schocks (ab ca. 1960/62) in so fragwürdigen Unterhaltungssendungen wie "Der blaue Bock" oder "Glücksrad" spielte die auch kaum eine Rolle.
Worüber ich mich mokiere, ist die Tatsache, daß Schock immer wieder als ein, wenn nicht gar d e r große klassische Opernsänger herausgestellt wird. Das war er nie, selbst nicht in den durchaus respektablen Anfangsjahren seiner Karriere. Ich nehme mal einen sportlichen Vergleich: Wenn Björling, Tauber, Wunderlich, Gedda, Bergonzi in der Bundesliga spielten, so Schock höchstens in der Kreisklasse.
Sie haben ja recht: Di Stefano war in seinen letzten Jahren furchtbar, aber hat er je sein Publikum oder das, was er dafür hielt, so dauergenervt wie Schock es tat? Egal was am Samstag- oder Sonntagabend im Fernsehen lief, nichts ging ohne den unsäglichen Rudolf Schock. Schock hat in den 50er Jahren gute Leistungen gebracht, das will ihm keiner abstreiten, aber danach hat er alles getan, um seinen guten Ruf zu ruinieren. Da hatte er nicht mehr "das Herz", sondern einen Kloß in der Kehle. Das ist wohl auch der Grund, daß ich buchstäblich unter einer "Schockophobie" leide, denn wie er sang und was er sang, war ab den frühen 60ern schlicht gesagt so grauenhaft, daß es für's Zuhören eigentlich Schmerzensgeld hätte geben müssen. Wenn er hohe Töne ansteuerte und meist nicht traf, so tat das körperlich weh. Kein Sänger vor ihm oder nach ihm hat seinem Namen solche Ehre gemacht wie er: man war, ob man wollte oder nicht, "geschockt"!
Auch Tauber und Wunderlich, sogar Gedda, haben Operette und Schlager gesungen, aber immer n e b e n ihrem Opernrepertoire. Schock dagegen konnte in den letzten 25 Jahren seiner endlosen Karriere aber nur noch Leichtes, besser gesagt, Seichtes singen. Wenn wirklich Singen für ihn ein Muß war, warum hat er es nicht auf seine Badewanne beschränkt? Wahre Größe eines Künstlers zeigt sich darin, so rechtzeitig aufzuhören, daß er seinen Ruf nicht beschädigt. Das hat Schock nicht gekonnt, und ich denke, daß er bestimmt nicht aus finanzieller Not bis zum letzten Atemzug gesungen hat, nach dem Motto: ist der Ruf erst ruiniert, singt sich's völlig ungeniert. Es ist doch bezeichnend, daß er heutzutage - siehe das Schock-Forum hier bei Amazon - mit Rex Gildo, Roy Black und Heino verglichen wird.
Viele seiner ursprünglichen Verehrer (ich denke z.B. an meine Eltern) haben mit dem Kopf geschüttelt oder aber die Augen verdreht, wenn er mit Jägerhut und Wanderstab bewaffnet die Bühne betrat und konnten sich ein "schon wieder" nicht verkneifen. Andere, deren Gehör aus Altersgründen nicht mehr ganz intakt war, waren nach wie vor begeistert.
Einigen wir uns darauf: Er war "ein Sänger des Volkes", meiner war er nicht!

Veröffentlicht am 31.03.2016 19:18:09 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 31.03.2016 19:48:38 GMT+02:00]
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