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Kundenrezension

VINE-PRODUKTTESTERam 3. November 2013
In der Oktober-Ausgabe 2013 der Zeitschrift Opernwelt ist ein Aufsatz Hartmut Haenchens veröffentlicht, der mit vielen historischen Quellen für ein schnelleres Tempo bei Wagner plädiert. Nun ist das mit Komponisten und den Tempi ihrer eigenen Werke ja so eine Sache, im Kopf klingt es wohl schneller. Danach müsste Janowskis Wagner und der nun vorliegende Siegfried im speziellen auf des Meisters Wohlwollen stoßen. Rund 3 3/4 Stunden, jeder Akt auf einer CD, das ist schon mal schön schnell, kein CD-Wechsel bei Atempausen des Wanderers oder mitten im Waldweben. Wie alle großen Interpreten Wagners gönnt er dann schönen Stellen schon auch seine Zeit, nur Tempo ist denn doch nicht alles.
Janowskis teilweise extrem flotte Tempi bekommen dem Siegfried aber besonders gut, seine ständige rhythmische Prägnanz treibt das sperrige Stück schwungvoll voran, macht es wirklich zum früher ja oft beschworenen Scherzo des Ringes. Dabei kommt auch die verblüffende Modernität des Stückes besonders heraus, zusammen mit dem Rheingold hört man hier doch Wagners kühnste, ja bizarrste Instrumentation und Komposition. Und das RSB Berlin realisiert das mit Virtuosität und Brillanz. Wie bei seinem gesamten Wagnerzyklus bleibt Janowski auch hier "leichtgewichtig", das Blech äußerst diszipliniert, die Streicher präsenter als gewohnt. Sich treu bleibt Janowski auch in der Vermeidung des großen Überschwangs, der berüchtigten Wagnerschen Emphase (ich sage jetzt nicht: ohne falsches Pathos - pathetisch bleibt Wagner auch unter Janowski). So gelingt ihm in den Akten 1 und 2 fast eine Referenzaufnahme. In den Wandererszenen fehlt mir dann doch ein wenig die düstere Blechbläsergewalt, die Wagner nach langer Pause ja als neue Klangfarbe einführte. Das Vorspiel zum 3.Akt ist rhythmisch grandios und spannend, aber für mich fast zu leichtgewichtig. Darüber hinaus folgt man Janowski dann doch gebannt auf den Walkürenfelsen und zum Ende lockern sich dann doch die Bremsen des strengsten Maestros.
Sänger heute zu loben, ist ein garstig glitschiger Glimmer, ich versuche halt ein paar kurze Beschreibungen und bleibe einfach subjektiv. Stephen Gould ist ja die derzeitige Siegfried Allzweckwaffe. Zu Beginn scheint er sich bei Janowskis Tempi nicht so wohl wie bei Thielemann zu fühlen, der im gesamten ja nicht viel länger braucht. Für mich hat Gould eine angenehme, baritonale Stimme, von Anfang bis Schluss ohne Mängel, vor allem ohne Konditionsmängel. Auch warum man ihm immer vorwirft, er hätte keine heldische, strahlende Stimme, verstehe ich nicht, man höre nur mal sein "Da lieg neidischer Kerl" oder das dreifache "sei mein". Christian Elsner begeistert mich nach seinem Loge als stimmschöner und -starker Mime, endlich mal kein ständiges Gekeife, sympathischer wird die Figur (Judenkarikatur?) dadurch auch nicht. Beim Wanderer denkt man in erster Linie an eine majestätische, dunkle Bassstimme wie weiland Hotter oder derzeit Terje Stensvold. So erscheint der raue, aggressive Bariton von Tomasz Koniecny zuerst fast eine Fehlbesetzung, aber Wotan ist ja doch kein Weiser geworden, sondern nach wie vor der zornige, alte Politiker, der von der Macht nicht lassen kann, der Schlapphut nur Tarnung, nein er ist kein Gandalf geworden, wir sind ja auch nicht in der Fantasy, sondern in bitterböser Realität (welcher Politiker lässt denn freiwillig von der Macht). Mir gefällt Koniecnys Riesenstimme mit der Bombenhöhe einfach, auch wenn in der Szene mit Alberich Jochen Schmeckenbecher die Stimmcharaktere verwischen - aber auch das passt doch zu Wagners Dramaturgie vom Licht- und Schwarzalben.
Ein augenzwickerndes Gustostückchen liefert Matti Salminen als Fafner, Anna Larssons Stimme überzeugt hier mehr als früher. Violetta Urmana schließlich empfängt uns stimmlich mit blechgepanzerten, harten Tönen, die aber dafür sitzen. Leuchtende Liebe, lachender Tod - diesem fatalen Sog kann man sich am Ende nicht entziehen.
Ich kann nur wiederholen, was ich an anderer Stelle zu Janowskis Wagner schon gesagt habe: Eigentlich müsste er einen Kritikerpreis bekommen, bringt er doch Wagner mit "political correctness" schnell, leichtgewichtig, durchhörbar, von romantischem Ballast und Schwulst befreit - den meisten dann aber doch zu nüchtern?
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