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Kundenrezension

am 21. November 2012
Johannes, geboren 1899, ist ein "Bastard" mit unbekanntem Vater; seine Mutter ist bei der Geburt gestorben. Mit seiner "Ahnel" wächst er in der "Stadtmühle", dem Armenhaus eines Schwarzwalddorfes auf. Friedrich, ein Jahr jünger, ist der Sohn eines wohlhabenden Unternehmers. Doch als sein Vater bankrott geht und sich umbringt, landet er mit Mutter und den beiden Geschwistern Emma und Wilhelm ebenfalls in der "Stadtmühle". Was ihn am Leben hält, besonders nachdem sein kleiner Bruder der Grippe zum Opfer gefallen ist, ist unbändiger Stolz, Wut und der Wunsch, es allen heimzuzahlen.

Zwischen ihm und dem feinfühligen, künstlerisch begabten Johannes entspinnt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Sie hat viel auszuhalten: Friedrichs Neid, als Johannes' Talent vom Lehrer "entdeckt" und gefördert wird. Gegensätzliche politische Positionen, als Friedrich opportunistisch den 1. Weltkrieg begrüßt, während Johannes an der Front zum Kommunisten wird. Die Zuspitzung der Situation, als Friedrich zum Nazi-Mitläufer wird. Zerbrechen tut die Freundschaft schließlich, als Friedrich Johannes die Freundin Marie ausspannt. Und dann geht die Geschichte erst richtig los...

Neben dem Leben Friedrichs und Johannes' wird ein breites Panorama von Geschwistern, Geliebten, Ehefrauen und Nachfahren mit deren jeweiligen Schicksalen entfaltet. An ihrem Beispiel wird die Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebendig: Kaiserzeit und Steckrübenwinter, erster Weltkrieg, Inflation und Massenarbeitslosigkeit, Aufstieg und Fall der Nazis - alles im Brennglas des kleinen Schwarzwalddorfes.

Die Rahmenhandlung erzählt von der 1981 geborenen Anna, die nach dem Tod ihrer Mutter in das Dorf zurückkehrt, und dort mit Hilfe von Johannes' Tagebüchern und der letzten lebenden Stadtmühlenbewohnerin Gretl die Geschichte ihrer Familie entdeckt.

Der Plot ist mitreißend, bewegend, das pralle Leben. Nichts wird ausgelassen - Idylle und Heimat, Not und Krieg, Prostitution und Vergewaltigung, Aufstieg und Reichtum, Opportunismus und Heldentum, Romantik und verborgenes Talent. Manchmal wird dabei ein klein wenig zu dick aufgetragen (es ist schon unglaublich, wie viel Verwicklungen, verbotene Liebe und tragische Tode in einer Familie vorkommen). Und nicht alle Personen erscheinen durchweg stimmig, nicht alle Handlungen plausibel. (Was findet Johannes bloß so lange an dem eher unsympathisch gezeichneten Friedrich? Und wie kommt der rasseverblendete und autoritäre Lehrer dazu, das verachtete Stadtmühlenkind zu fördern?) Aber das sind kleinere Irritationen in einem insgesamt faszinierenden Epos.

Ein Geniestreich ist der Stammbaum am Anfang. Wer ihn aufmerksam studiert, kann vieles erahnen - und ist gespannt, ob das zutrifft. Er hilft auch immer wieder, die manchmal verwirrenden Beziehungen einzuordnen. Leider ist er in der Kindle-Version so klein gedruckt, dass er selbst vergrößert kaum zu entziffern ist.

Nicht warm werden konnte ich mit der Rahmenhandlung um Anna. Diese Anna bleibt hölzern, ist zu ersichtlich nur die Folie, auf der sich ihre Familiengeschichte entfaltet, gewinnt kein eigenes Leben. Die Versuche, sie mit vermeintlich typischen Attributen des Jungseins in Berlin auszustatten ("Disco, Shopping und Latte Macchiato im Café Einstein") wirken klischeehaft und eher peinlich. Und die Autorin doziert und erklärt in den Anna-Passagen zu viel, statt zu erzählen, und die Ereignisse für sich sprechen zu lassen. Was sie durchaus kann - das zeigt der Rest.
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