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Kundenrezension

VINE-PRODUKTTESTERam 28. Mai 2014
Eigentlich ist es gar kein Fall.
In der Nachbarschaft ist ein behinderter junger Mann gestorben, den Brunettis Frau Paola oft gesehen hatte, weil der Junge in der Wäscherei aushalf, obwohl er nicht sprechen konnte und geistig zurückgeblieben wirkte. Er ist an Schlaftabletten gestorben, wobei es unklar ist, ob er sie absichtlich eingenommen hatte, oder aus Versehen, weil sie bunt überzogen waren und wie Bonbons aussahen.
Paola ist schockiert darüber, dass man so wenig über den toten Jungen wusste und bittet ihren Mann, mehr über ihn herauszufinden.

Da trifft es sich gut, dass Brunetti zur Zeit nur einen inoffiziellen Auftrag seines Vorgesetzten Patta zu erledigen hat. Ganz diskret, natürlich, schließlich geht es um den Ruf des Bürgermeisters.
Das gibt Brunetti Zeit und Raum, sich mit dem Tod des Jungen zu beschäftigen. Und natürlich auch das gewohnte Personal dieser Krimis mit einzubeziehen.

Schnell tauchen Fragen auf, die aus den privat motivierten Ermittlungen einen wirklichen Fall werden lassen.
Warum galt der Junge als „taubstumm“, obwohl laut Obduktion organisch alles in Ordnung war? Warum reagiert seine Mutter so gefühllos auf seinen Tod? Und warum taucht der Tote in keinen öffentlichen Registern auf? Offiziell scheint es ihn nie gegeben zu haben, er hat weder Papiere, noch eine Krankenversicherung, und es gibt weder einen Hinweis auf Schulbesuche, noch auf den Erhalt von Sozialleistungen.

Nachdem die Mutter des Jungen mit Schlagverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird, schafft Brunetti es, die erschütternde Geschichte des toten Jungen nach und nach aufzudröseln, und lernt, dass man einem Menschen weitaus Schlimmeres als den Tod antun kann.

Am Anfang des Buches hat mich gestört, dass der Tote ständig als „taubstumm“ bezeichnet wurde, nicht als gehörlos (siehe dazu die Website Leidmedien.net), und dass man ihm deswegen die Fähigkeit absprach, mit seiner Umgebung kommunizieren zu können. Dafür wollte ich eigentlich einen Stern in der Wertung abziehen – aber am Ende des Buches zeigt sich, dass nicht alles so ist, wie es sich auf den ersten Blick darstellt…

Sprache spielt in diesem Fall eine wichtige Rolle, und das macht ihn für Brunetti so persönlich. Denn in seiner Familie wird auf die Sprachpflege besonders Wert gelegt, die Sprache ist ihnen heilig:
„Verstöße gegen die Grammatik mochten als lässliche Sünden durchgehen; ungelenke Ausdrucksweise hingegen galt als Todsünde.“
Kein Wunder also, das die Sprachlosigkeit des Jungen Paola und Brunetti so berührten. Und erst recht das, was am Ende des Falls ans Tageslicht kommt.

Diese Krimireihe liebe ich besonders, auch, weil immer wieder ein wichtiges gesellschaftliches Thema aufgegriffen wird. Diesmal geht es nicht um aktuelle politische Ereignisse, sondern um eine der Grundlagen des Lebens und des menschlichen Miteinanders überhaupt: Die Sprache.
In meinen Augen ist dies einer der besten Brunetti-Krimis.
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