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Kundenrezension

am 26. März 2013
Grausam, ekelhaft, detailverliebt... die drei Gedanken kamen mir schon nach den ersten 50 Seiten des fast 500 Seiten umfassenden Romans. Während die ersten Seiten zwar schon einen eigentümlich packenden und ungewöhnlich scharfen Stil versprachen ("Mit fünf Jahren konnte er tauchen wie ein Entchen, sein kleines rosa Arschloch tanzte über dem Wasser und die Füsse wedelten in der Luft"), wird dieser in der Folge zum schonungslosen Ausdrucksmittel von Grausamkeiten, denen ich in diesem Ausmass an ekelerregender Detailversessenheit noch nie vorher in der Literatur - nicht mal in der KZ-Literatur - begegnet bin : die Enthäutung Louhuans bei lebendigem Leibe, der Leichenfrass streunender Hundemeuten, der langsame Tod eines 3-jährigen Kindes in einem Brunnen, das Ausgraben des Kadavers der Grossmutter nach 2 Jahren - um nur einige zu nennen - werden seitenlang in allen Details inklusive Farbe und Geruch diverser Körperflüssigkeiten, für die der Erzähler offenbar eine besondere Vorliebe hegt, beschrieben.

Sicherlich war der chinesisch-japanische Krieg ein fürchterliches Gemetzel mit grausamer Tötung von Soldaten und Zivilisten, sicherlich war die Einstellung auch der damaligen chinesischen Zivilgesellschaft gegenüber Gewalt eine andere als heute in der westlichen Welt, aber ich habe mich immer wieder gefragt, was das Buch in seiner Aneinanderreihung von abscheuerregenden Szenen eigentlich bezwecken soll.

Die (Liebes-)Geschichte der Grossmutter des Erzählers, auf die auf der Rückseite der Ausgabe kurz hingewiesen wird, ist tatsächlich nur der Aufhänger und eher nebensächlich, die "barocke Fabulierlust" (Helmut Martin, Süddeutsche Zeitung) hat für mich an Barockem nur den Überfluss an Ekelhaftigkeit und Detailversessenheit der Darstellung von Töten, Sterben und Verwesen in allen Facetten, deren Sinn durch den Erzähler - den Enkelsohn der Hauptperson - so gut wie gar nicht hinterfragt wird, und von den handelnden Personen inmitten des Gemetzels sowieso nicht hinterfragt werden kann. Letztendlich gibt der Erzähler damit alles an den Leser ab. Wer es denn geschafft hat, sich durch die 500 Seiten hindurchzuarbeiten, ohne dass ihm beim simplem Gedanken an rote Hirse nicht schon schlecht wird, darf sich nun auch fragen, warum er das alles eigentlich überhaupt gelesen hat. Bei mir war es letztendlich die Neugier auf diesen nie zuvor angetroffenen Stil, und eine Art experimentelles und zeitweilig voyeuristisches Staunen über die menschliche Fähigkeit, Grausamkeiten zu begehen, durchzustehen, zu erzählen und nachzulesen. Ob das einen Nobelpreis verdient hat, bleibt zumindest für mich dahingestellt...
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