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Kundenrezension

"A.I. - Künstliche Intelligenz" war schon Jahre vor seiner Veröffentlichung etwas, auf das sich viele Filmfans ganz besonders freuten, denn hier ging es um die Zusammenarbeit von zwei der allergrößten Filmschaffenden überhaupt: Stanley Kubrick und Steven Spielberg. Basierend auf Brian Aldiss Kurzgeschichte "Super-Toys Last All Summer Long" versuchte Kubrick schon seit Anfang der Achtziger Jahre eine Adaption zu erschaffen. Hierfür wurden mehrere Treatments von mehreren Autoren geschrieben, hunderte Konzeptzeichnungen gemacht und Spezialeffekte bei ILM hergestellt, die Kubrick nicht zufrieden stellten.

Die bahnbrechende Science-Fiction-Story spielt in nicht allzu weit entfernten Zukunft auf der Erde, deren Großstädte nach dem Schmelzen der Polkappen unter Wasser stehen. Die Technologie ist bereits soweit, dass die Erde zu großen Teilen von nahezu komplett menschlich wirkenden Robotern besiedelt wird, die über künstliche Intelligenz verfügen und unterschiedliche Funktionen für die Menschen haben.

Im Fokus der Geschichte steht zunächst das junge Paar Monica (Frances O'Connor) und Henry (Sam Robards), deren eigener Sohn sich aufgrund einer unheilbaren Krankheit bereits seit Jahren in einem cryogenischen Schlaf befindet. Monica trauert und Henry erhält von seiner Firma, die Roboter herstellt, das Angebot, einen neuen "Mecha" zu testen, der die Trauer seiner Frau eventuell stillen kann. Hierbei handelt es sich um David (Haley Joel Osment), der erste Roboter, der echte Liebe empfinden kann. Nach längerer Gewöhnungszeit an den neuen Bewohner entwickelt Monica zögerlich eine Beziehung zu ihrem Ersatzsohn, doch nach einigen unglücklichen Begebenheiten entscheidet sich Monica David auszusetzen, der nun auf sich alleine gestellt ist und auf der Suche nach der blauen Fee ist, die aus ihm, wie bei Pinocchio, einen echten Menschen machen soll.

Nach vielen Jahren Entwicklungszeit und freundschaftlichen Besprechungen mit Spielberg bot Kubrick ihm dieses Projekt schließlich als Regiearbeit an, da Kubrick der Meinung war, dass Spielberg für das Material besser geeignet war. Spielberg war überwältigt von dem Angebot und lehnte schließlich ab, nach 1999 und der Veröffentlichung von "Eyes Wide Shut" wäre "A.I." dann Kubricks nächster Film geworden. Doch leider starb Kubrick bekanntlich und Spielberg übernahm nach dem Bitten von Kubricks Witwe wieder die Regie als letzten Freundschaftsdienst.

Was dabei heraus kam, wird gerne kritisiert, insbesondere Spielberg kommt oft nicht gut weg. Im Fokus steht u.a. das ausgedehnte Ende, wovon viiele denken, es sei Spielbergs Idee gewesen. Auch einige sentimentaleren Aspekte werden dem erfolgreichsten Filmemacher aller Zeiten angerechnet, die düsteren Elemente Kubrick. Doch letzten Endes stammt tatsächlich all dies von Kubrick selbst, Spielberg fühlte sich verpflichtet, die Vision seines Freundes nicht zu verfälschen und arbeitete nach dessen Aufzeichnungen und Konzeptideen.

Resultat ist ein faszinierender Film, bei dem deutlich die DNA von Kubrick zu spüren ist, wodurch sich einer der ungewöhnlichsten Spielberg-Filme ergab. Man erhält Kubricks kühle und klinische Präzision gepaart mit sehr tiefgründigen philosophischen Ansätzen, moralischen Fragen und einer Faszination für Wissenschaft und Technologie. Jedoch schwebt über all dem eine überraschend große Menschlichkeit und eine Spur Sentimentalität. "A.I." ist praktisch ein Kubrick-Film gesehen durch Spielbergs Augen und seiner eigenen Sensibilität.

Für Spielberg-Verhältnisse ist der Film eindeutig eher als langsam einzustufen, Action-Szenen sind abgesehen von der leicht beunruhigen "Fleischfest"-Szene, bei der Roboter vor gröhlenden Menschenmassen möglichst kreativ vernichtet werden, selten. Es ist ein fordernder und anspruchsvoller Film, der viele Fragen stellt und eine wagemutige, aber auch in gewisser Weise deprimierende Zukunft zeigt.

Hier entstehen teils sensationelle Bilder, wie man sie so noch nicht gesehen hat. Besonders faszinierend ist das versunkene New York und die riesigen Einfahrten durch gigantische Schlünder in die futuristische Stadt Rouge, einer Art futuristischen Las Vegas. Das Setdesign, das auf den für Kubrick angefertigten Konzeptzeichnungen basiert, wurde von Rick Carter spektakulär umgesetzt. Spielbergs Stammkameramann erzeugt zudem enorm atmosphärische Bilder, die dem Ganzen eine gewisse Härte verschaffen, die die Zukunft glaubwürdig und realistisch wirken lässt.

Großartig und bahnbrechend ist auch die Oscar-nominierte Special-Effects-Arbeit von ILM, die immer absolut fotorealistisch ist. Besonders bei dem Design der Roboter wurde Außerordentliches vollbracht, etwa bei teilweise zerstörten Mechas, bei denen das Innenleben sichtbar wird. Maestro John Williams hat hier eine zauberhafte Musik erschaffen, die nie zu pompös ist, sondern die Geschichte subtil unterstreicht. Hier werden besondere Höhen am Schluss erreicht, wo der Film (auch durch die märchenhafte Musik) einen traumartigen Zustand erreicht.

Essentiell für das Gelingen des Films sind aber seine Darsteller, ganz besonders Haley Joel Osment, der in der Rolle als David wirklich fasziniert. Ihm gelingt es auf fast unheimliche und nie übertriebene Weise, einen komplett glaubwürdigen menschlichen Roboter zu erschaffen, die subtilen Nuancen seiner Performance sind wirklich bemerkenswert. Jude Law spielt Gigolo Joe, einen Liebesroboter, der sich David annimmt und begleitet. Auch Law brilliert hier, hochpräzise kreiert er interessante Manierismen eines im Vergleich zu David etwas weniger entwickelten Roboters.

Ganz klar, "A.I." ist einer der ambitioniersten Filme des letzten Jahrzehnts, dessen Konzept enorm fasziniert. Hier erhält man echtes Science-Fiction mit einer großen Vision dahinter, die allerdings auch nicht sehr leicht zugänglich ist. Neben den philosophischen und moralischen Aspekten ist da natürlich die enorm wichtige emotionale Ebene und irgendwie will der Film da nicht so recht abheben, denn letzten Endes ist es nun mal eine Maschine, die hier im Mittelpunkt steht.

Trotz einem enorm hohen Entwicklungsgrad und höchster technologischer Komplexität dieses Wesens, das lernfähig ist und scheinar echte menschliche Emotionen hat, bleibt es eine Maschine. Diesen Gedanken hat man immer im Hinterkopf und trotz Osments toller Darstellung und der starken Inszenierung versagt "A.I." auf emotionaler Ebene größtenteils. In dieser Hinsicht war die Ambition des Projekts vielleicht dann doch zu groß, doch aufgrund der vielen Qualitäten ist "A.I." dann doch ein fast großer, sehr provokativer Film, der vielleicht in ein paar Jahren ein echter Science-Fiction-Klassiker werden könnte.
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