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Kundenrezension

67 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Einführung in die "Epigenetik", 28. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Epigenetik: Wie Erfahrungen vererbt werden (Gebundene Ausgabe)
Vorneweg: Das Buch unterscheidet sich durch eine fast durchweg durchgehaltene Sachlichkeit sehr angenehm von anderen sich derzeit auf dem Markt befindlichen Büchern zum Thema. Der Autor nimmt sich viel Zeit, die molekularen Grundlagen sowohl ausführlich als auch verständlich zu erklären (zugegeben: etwas zellbiologische Vorbildung ist notwendig), und stellt erst dann die Befunde vor, die dazu geführt haben, daß das Thema "Epigenetik" in zunehmendem Maße auch die an Wissenschaft interessierte Öffentlichkeit beschäftigt. Eine wesentliche Faszination des Themas liegt sicherlich in der - wissenschaftlich gesicherten - Erkenntnis, daß Umwelteinflüsse über epigenetische Mechanismen Genaktivitäten, und damit Wohlbefinden, Gesundheit etc., beeinflussen können. Kennen wir die zu Grunde liegenden Mechanismen, dann ist es uns vielleicht ja auch möglich, diese zu unseren Gunsten zu nutzen (z. B. für die Diagnose und Therapie mancher Krebsformen). Beispiele und experimentelle Belege zu epigenetisch vermittelten Umwelteinflüssen machen daher einen wesentlichen Teil des Buches aus.

Sein gefühlsmäßiger Schwerpunkt liegt jedoch - wie auch der Titel schon sagt - auf einem ganz anderen Thema: der Behandlung eines - weniger gesicherten - Einflusses epigenetischer Genomveränderungen auf nachfolgende Generationen (Stichwort: Vererbung erworbener Eigenschaften). Der Autor versucht hier - nicht immer erfolgreich - die häufig ideologisch unterlegten Frontlinien in dieser Debatte dadurch zu umgehen, daß er Befunde, die eine solche Vererbung stützen, ausführlich vorstellt, dabei allerdings immer auch auf ihre Grenzen verweist. So ist beispielsweise völlig ungeklärt, wie epigenetische Veränderungen, deren Weitergabe sich zwar unter bestimmten, meist experimentell hergestellten Bedingungen über mehrere Generationen hinweg nachweisen läßt, letztendlich "genetisch fixiert", d. h. stabil vererbt werden könnten (ohne hier gleich wieder eine begleitend auftretende Mutation anzunehmen) - eine unabdingbare Voraussetzung jedoch, wenn diese im Evolutionsprozess eine Rolle spielen sollen. Denn ohne diese "genetische Fixierung" können sie - das ist nunmal ihr Wesen - jederzeit auch wieder rückgängig gemacht werden (z. B. wenn sich die Umwelt wieder verändert). Artbildung ist auf dieser Basis nur schwer vorstellbar.

Ich habe daher meine Zweifel, ob uns hier - wie vom Autor in seinen letzten Kapiteln dann doch suggeriert - tatsächlich ein "Paradigmenwechsel" in der Evolutionsbiologie bevorsteht. Wahrscheinlicher scheint mir, daß durch die Befunde der Epigenetik der derzeitigen Evolutionstheorie möglicherweise ein Schuss "Lamarck" beigefügt wird, womit sie jedoch ganz gut leben kann, da es an der entscheidenden Bedeutung von Mutation und Selektion für den in der Regel mehrere Hunderte oder Tausende von Generationen erfordernden Artbildungsprozess nichts ändert. Wie auch immer diese Diskussion jedoch ausgehen mag, Kegels Buch bietet eine gute Grundlage, sie zu verstehen.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 11.06.2011 22:40:07 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.06.2011 22:42:13 GMT+02:00
Vielen Dank für den sehr guten Kommentar ! Auch ich habe meine Probleme mit dem Gerede vom Paradigmenwechsel im Zusammenhang mit der Epigenetik. Was bislang an Fakten vorliegt, deutet auf wenig mehr als eine phänotypische Plastizität, die es dem Organismus erlaubt, sich wechselnden Umständen anzupassen, solange, bis die Gene ebenfalls "nachziehen". Ist das nicht das, was man schon als "Baldwin-Effekt" kannte?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.06.2011 13:42:52 GMT+02:00
Erich Ernst meint:
Vielen Dank für Ihren Hinweis! Ich denke, Sie haben Recht. "Baldwin-Effekte" könnten hier eine Rolle spielen. Ich werde mich damit mal etwas näher beschäftigen. Denn dessen Bedeutung bzw. vorgeschlagener Mechanismus war mir bislang gar nicht so klar.

EE

Veröffentlicht am 31.07.2014 09:21:38 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.07.2014 09:30:37 GMT+02:00
K.H. meint:
Natürlich wird es sich um einen längst fälligen "Paradigmenwechsel" handeln. Aber nennen wir es doch vorerst gern einfach nur Befreiung von einer lächerlich schmalen, simplen Denkbasis, die dogmatisch und blind verfochten wurde von Darwinisten (zu denen Darwin selbst heutzutage schon lange nicht mehr zu zählen wäre - ich habe nämlich eine bessere Meinung von ihm selbst als von seinen Nachbetern).

Von der Vergötterung Darwins und der Anbetung des Zufalls durch Darwinisten entwickelte sich der Darwinismus geradezu zur Ersatzreligion. Darwin half mit, uns von Religion zu befreien. Dafür sei ihm gedankt. Nun hilft uns die Epigenetik, uns vom Darwinismus zu befreien. Dafür danke ich ihr bereits im voraus ! ! !
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