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Kundenrezension

Die Inszenierung des 73-jährigen tschechischen Regisseurs Juraj Herz von 2009/10 basiert auf dem Roman von Josef Urban und war mit einem Budget von 3,6 Millionen Euro relativ preiswert. Das Drama soll auf auf einem wahren Fall beruhen und das bringt zwangsläufig mit sich, dass man die Handlung nicht beliebig verbiegen kann. (Aber es gibt immer Spielräume) Ich selbst konnte nirgends Hintergrund-Informationen dazu finden und ich wünsche mir, endlich einmal eine DVD in die Hände zu bekommen, wo diese, die wichtigste aller Informationen unter den Extras auftaucht! Blabla gibt es ja immer zur Genüge.

Die Bewertung im Internet außerhalb von Amazon liegt zwischen 50% (Profis) und 70% (Publikum).
Schade, dass deutsche Filme so häufig am eigenen Anspruch scheitern. (meist mit Problemen überladen und moralinsauer) Laute Hollywoodspektakel dagegen haben ihr Publikum fast sicher. Das liegt nicht nur am Riesenbudget und an der marktschreierischen Werbung. Es liegt auch an der Perfektion des vor Testpublikum abgestimmten Gesamtwerkes, verbunden mit der inneren Befriedigung jedes einzelnen Zuschauers.

Und daran krankt auch dieser Film wieder, selbst wenn er - dies für die Haarspalter - keine rein deutsche, sondern eine Koproduktion ist.
Oh ja, er geht unter die Haut, beeindruckt auf seine spezielle Weise. Sehr sogar. Ben Becker ist für seine Gänsehaut erzeugende Darstellung zu Recht über den grünen Klee gelobt worden und selbst W.G. Ochsenkneckt macht seine Sache in meinen Augen nicht so schlecht, wie auf manchem Filmportal behauptet wird.
Wenn man den Film sich eben erst angesehen hat und noch unter Schock steht - jeder, der Gefühle hat, wird Beklemmung verspüren - möchte man spontan ***** 5 Sterne verteilen.
Der Film hat jedoch in meinen Augen drei große Mängel:

[1] Der erste ist, dass der Schock oder die Beklemmung in keiner Weise gelöst werden. Drama oder nicht: Es fehlt die literarische Gerechtigkeit (und die steht nicht im Widerspruch zur historischen oder politischen Korrektheit, die trotz gewagter Ausnahmen gehabt schablonenhaft daherkommt). Der - äh - Held bekommt jedenfalls NICHT seinen Lohn, nicht einmal Mitgefühl und die Bösen kriegen nicht die Art von Strafe, die man sehen möchte. (In seiner Gefühlswelt ist man als Film-Manipulierter auch nur ein gequältes Tier und die aufgestaute Spannung schreit nach Rache - Vernunft hin oder her.) Selbst wenn man als Produzent nah an der Buchvorlage oder dem historischen Original bleiben will, so bleiben genug Lösungs-Varianten übrig. Nur als Beispiel: Die Unmenschlichkeit wird Einem jeden Moment dermaßen nahe gebracht - ein anonymer Feuerball am Horizont ist keine angemessene Antwort darauf und auch keine entspannende Lösung. - [Es fällt mir schwer, konkret zu kritisieren und dabei nicht zu viel von der Handlung zu verraten.]

[2] Zum zweiten werden so viele Chancen vertan. Da wird ein Spannungspotential aufgebaut zwischen verblendetem, jungem Kriegsfreiwilligen und SS-Befehlshaber/-Deserteur ... und als sie endlich und schließlich aufeinander prallen und jeder erwartet, sie würden sich gegenseitig an die Gurgel gehen - da kommt es nicht zum Knall, nicht mal zu einem Aufstoßen! Hat der Verwundete dem mit Leben Spielenden nichts zu sagen? Kann nicht er zur literarischen Gerechtigkeit beitragen und so zeigen, dass ihm ein Licht aufgegangen ist?

[3] Drittens geht es im Detail unlogisch zu. Das ist insbesondere deshalb schade, weil das Große Ganze stimmt. Überladen wie der Film ist, erfährt man ohnehin zu wenig über die Umstände und die Leute, um sich gut orientieren zu können.
- Doch auch so bleibt die Frage, wieso der drangsalierte, reichste Fabrikant des Ortes es mind. 2 Jahre lang nicht angeht, seine Frau in Sicherheit zu bringen.
- Ebenso wie man sich fragt, wieso sie nach dem Juden-Abtransport wieder unverletzt im Ort auftaucht.
- Da ruft jemand die Partisanen per Telefon an, um sie über den Fluchtweg eines Nazis zu informieren, während der noch nicht einmal um die Ecke gebogen ist und aufmerksam werden könnte! Wie leichtsinnig und unrealistisch ist das denn?
- Da bringt man 10 Tschechen zur Erschießung und stellt erst nach Schuss No. 9 fest, dass noch einer fehlt? Wieso?
Und so weiter...

Alle Rezensenten schreiben hier, es gehe darum, dass Gut und Böse keiner Nation angehören. Richtig; mir aber etwas zu einfach. Da es für all die Widerlichkeiten Schuldige geben muss, teilen wir halt die Schuld auf und nehmen uns wie gehabt selbst etwas mehr davon. Wenn man Beispiele aus jener schrecklichen Zeit wählt, dann aber doch des Persönlichen wegen!
Im Speziellen geht es nämlich nicht nur um Schuld/Mitschuld/Unschuld, sondern auch um ein Psychoduell zwischen Sadist und Pazifist und um die Frage, was denn NOCH alles geschehen muss, bevor jemand seinen "Anstand" und das Abwarten aufgibt und Farbe bekennt und (im Bewusstsein einer möglicherweise ruinierten eignen Zukunft) handelt.
Die Schraube wird stetig angezogen. Sturmbannführer Koslowski - zweifellos ein Arier - will immer mehr, er will August Habermann aus der Reserve locken, seinen passiven Widerstand brechen. Sein Anliegen ist inzwischen persönlich. Der "auf dem Kieker" hat mehr als einmal die Chance, den Bösen in seiner Stube eigenhändig einen Kopf abzuschlagen. Doch er hält nur die andere Wange hin, während sein Buchhalter hinter seinem Rücken mit Flugblättchen aktiv wird. Da steht eine große theologische Frage im Raum - und wird ignoriert.

Nach dem unbefriedigenden Ende des Film haben bei uns alle erst einmal geschluckt. Dann stand der älteste, mein Schwiegervater, auf und sagte: "Da sieht mans mal wieder: Alle Menschen sind Schweine und Undank ist der Welt Lohn." Deshalb verkriecht er sich seit Jahren in seinem Schneckenhaus und ist für niemanden da.
DAS ist die tatsächliche Wirkung des Filmes (jedenfalls EINE davon). Ganz anders als bei "Schindlers Liste (2 DVDs)".
Und ich denke: Das war nicht die Absicht.

PS: Das erste "nicht hilfreich" stammt von einem Troll, der mehrere meiner Rezensionen in Folge nach unten getrampelt hat, wahrscheinlich ohne sie zu lesen. Das hat also nichts zu sagen und deutet nur auf krankhaften Ehrgeiz hin.
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