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Kundenrezension

am 5. April 2013
Laut Klappentext ist der Schwede Peter Englund Professor für historische Narratologie in Stockholm und das klingt plausibel, denn „Verwüstung. Eine Geschichte des Dreißigjährigen Krieges“ ist aus meiner Sicht ein sehr überzeugendes Beispiel für eine spannend erzählte historische Darstellung, die gleichzeitig unterhält und informiert. Englund erzählt seine Geschichte aus schwedischer Sicht, wobei er einerseits der Lebensgeschichte Erik Jönssons – Sohn eines kleinen Beamten, später Graf von Dahlberg und schwedischer Feldmarschall – von der Geburt 1625 bis ins Jahr 1656 folgt und zugleich den Verlauf vor allem der zweiten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges schildert. Die Darstellung orientiert sich an den politischen und militärischen Entwicklungen des Krieges (und der Folgezeit), kommt regelmäßig auf die Figur Jönsson zurück und ergänzt die ereignisgeschichtlichen Passagen immer wieder um ausgedehnte kulturgeschichtliche Erläuterungen (etwa zu Tanz und Gesang, Krankheit, Kindheit, Bildung, Post und Zeitungen, Festungsbau etc.). Was sich ergibt ist keine individuelle Biographie und kein historischer Roman, sondern das detaillierte Bild eine Epoche – wobei der Autor zwar explizit darauf hinweist, dass es sich nicht um einen wissenschaftlichen Text handelt, aber seine Quellen umfassend offen legt.

Die starke Fokussierung auf die schwedische Perspektive bringt es mit sich, dass der Dreißigjährige Krieg hier anders aussieht, als man es gewohnt ist (oder zumindest ich es bin): der erste Teil des Krieges wird nur vergleichsweise knapp beleuchtet, Tilly und vor allem Wallenstein erscheinen nur als Randfiguren (Wallensteins Ende wird, soweit ich sehe, nicht einmal erwähnt, was ein wenig irritiert), dafür werden die schwedischen Akteure recht genau portraitiert und die Entwicklung Schwedens zur Vormacht im Ostseeraum wird verständlich.

Erzähltechnisch ist der Text wirkungsvoll arrangiert und anschaulich erzählt – an wenigen Stellen wirkt das Bemühen um Spannungssteigerung etwas angestrengt, aber im Großen und Ganzen handelt es sich um eine sehr flüssige und unterhaltsame Lektüre. Aus meiner Sicht ein sehr gelungenes Werk, das ich gerne weiterempfehle.
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