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Kundenrezension

21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aura vs. Convenience, 3. Januar 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (Gebundene Ausgabe)
"Die gesamte Wirklichkeit ist die Welt. Das Bild ist so mit der Wirklichkeit verknüpft; es reicht bis zu ihr. Es ist wie ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt". Soweit Ludwig Wittgenstein im Tractatus zum Verhältnis Bild und Realität. Und weiter: "In Bild und Abgebildeten muss etwas identisch sein."

Grundsätzlich, sagt Benjamin, ist das Kunstwerk immer reproduzierbar gewesen. Alles vom Menschen gemachte konnte und kann von Menschen nachgemacht werden. Die technische Reproduzierbarkeit jedoch ist etwas Neues. Über Guss und Prägung, vom Holzschnitt der Graphik zum Druck der Schrift, vom Kopierer zum Scanner zum Brenner. Paul Valery hat bereits in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts gemutmaßt, dass wir mit Bildern und Tonfolgen versehen werden wie mit Wasser, Gas und Strom. Auf ein Zeichen werden sie sich einstellen, kommen und uns wieder verlassen. Welch ein Weitblick, weit in das Jahr des Internets, der Zeichen von "@ und www".

Und doch fehlt etwas, auch wenn die Reproduktion höchstvollendend ist: "das Hier und Jetzt des Kunstwerks - sein einmaliges Dasein an dem Ort, wo es sich befindet." Diese Aura, diese wirkliche Echtheit ist nicht zu reproduzieren, das Einmalige entfällt und damit der Wert, die Wertschätzung. Es ist ein Gefühl, nicht einer Zuwendung mit Bedacht, sondern ein Wissen um Wiederholung und Wiederbeschaffung. Und diese Haltung gegenüber dem Einmaligen, der Aura schwindet zu Gunsten einer Massensicht mit Reproduzierbarkeit. Jedoch: Die Echtheit einer Sache ist der Inbegriff des Tradierten, sie berichtet von der Dauer und enthält eine "geschichtliche Zeugenschaft." Das Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit lässt eben genau diese Aura verkümmern. Eine Gesellschaft im 21. Jahrhundert verschließt sich der Erinnerung und noch neuen Werten, ihr Ziel scheint Convenience zu sein.

Der Verfall dieser Aura beruht auf zwei Umständen, die beide mit dem Phänomen der Massen im heutigen Leben zusammenhängen: einmal: das Anliegen, die Dinge räumlich und menschlich (Einebnung der gesellschaftlichen, bildungsrelevanten Unterschiede) näherzubringen und zweites gelingt dieses durch die Überwindung des Einmaligen durch die Aufnahme von deren Reproduktion. Das Bedürfnis, die Dinge im Bild, im Abbild habhaft zu werden, ist ungebrochen. Mit der Konsequenz, das "Dauer und Einmaligkeit ersetzt werden durch Flüchtigkeit und Wiederholung." Die Folge ist, dass der Mensch sich nicht mehr zu einem Kunstwerk bewegt, sondern dieses zu ihm als Abbild. Der Mensch lässt sich vereinsamen, allerdings organisiert, wie Hanna Arendt es mal formulierte. Sind Bilder aus der technischen Reproduzierbarkeit allzeit und für jedermann vorhanden, so kann man nach Hobbes folgern, dass dieser Fortschritt Feindschaft gebären muss, da die Unterscheidbarkeit aufgehoben wird in der Gleichheit der Fähigkeiten und der Gleichheit der Hoffnungen. (vgl. Sloterdijk, 2000: Die Verachtung der Massen).

Feindschaft wird in der letzten Stufe Krieg bedeuten können, der dann jedoch in der Ästhetik der Schlacht vorgedacht wurde in der immer besseren technischen Reproduzierbarkeit von Abbildern der Kriegsgeschichten am PC. Der Mensch hat durch den Verlust des Einmaligen die Aura desselben nicht kennengelernt, er identifiziert sich mit der Wiederholung und mit den Scheinwelten, die eo ipso ohne Wert sind. Dieser fehlende Wert definiert den Menschen, der dann seinen Spiegelneuronen das Feld überlässt, auf der Suche nach eigenen erhofften Werten.

Benjamins kurzes Essay wurde im Jahre 1936 veröffentlicht. Es ist ein Meilenstein in der Kunstgeschichte und gehört mit zum Inhalt seiner Aufsätze: Illuminationen. Es verbindet Ästhetik der Kunst mit der Philosophie des Lebens. Andre Breton sagte: "Das Kunstwerk hat Wert nur insofern als es von Reflexen der Zukunft durchzittert wird." Dieses ist deutlich aus dem Essay Benjamins zu hören. Zu den zitternden Reflexen gehört auch das bewegte Bild als Film, in der Kombination Bild und Bildung: "Ich kann schon nicht mehr denken, was ich denken will. Die beweglichen Bilder haben sich an den Platz meiner Gedanken gesetzt", konstatierte Georges Duhamel bereits 1930. (s. a.: Menasse, 2006: Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung)
Denken Sie an den 11.September. Sie werden spüren, was gemeint ist. Das Bild: ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt.

Ein, wenn man sich öffnet, nachdenklich machendes, nicht nur die Kunst betreffendes Werk des W.B.
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1-10 von 14 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.05.2008, 18:24:22 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 23.05.2008, 18:24:50 GMT+2
Was für ein Durcheinander an völlig verschiedenen Perspektiven und Aspekten!!!
Benjamin sah im Verlustder "Originalität" durch technische Reduplikation einerseits eine Gefahr, andererseits eine Chance. (siehe Dadaismus)
Sie geben Benjamin völlig einseitig wieder. Sorry, aber ein Philosophiestudium kann da auch nichts mehr machen, schon eher genauer lesen!
Desweiteren fehlt die Kritik an Benjamin selber: Technische Reduplikation hat nichts mit "identisch sein" zu tun . Wenn Sie schon Wittgenstein zitieren, dann auch bitte die Philosophischen Untersuchungen: "Von etwas zu sagen, es sei identisch, ist entweder überflüssig oder metaphysisch!
lg
Fabioli

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.05.2008, 21:14:58 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 23.05.2008, 23:04:10 GMT+2
kpoac meint:
Fabioli,
bin neugierig und gespannt auf Ihre Rezension.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.02.2009, 10:18:16 GMT+1
Ghostchant meint:
es ist ohnehin abstrus, Wittgenstein im Benjaminschen Kontext zu zitieren. Die explizit philosophische Komponente in Benjamins vielschichtigem Aufsatz geht in die Richtung der Formation einer Gemeinschaft anhand der besonderen Faktur des Kunstwerks als formatorientiert. Das Wittgensteinsche Denken mag einiges mit der antimetaphysischen Tendenz in Benjamins Kunstwerkaufsatz gemeinhaben, ist jedoch vollkommen verschieden von dessen philosophisch-politischer Ausprägung. Und für eine Kritik an Benjamin braucht es nur das Kulturindustrie-Kapitel aus der Dialektik der Aufklärung. Zwar greift sie nur hier und da, gibt aber erste Anstöße zu einer spezifischen Kritik an Benjamin.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.03.2014, 01:18:56 GMT+1
Es wird zu viel in diesen Kommentaren (verzeiht einmal!) klug geschissen. Selbstdarsteller par exellance. Euer Wissen ist entkoppelt, die Erfahrung leider daher angetrübt nebenständig. Der Rezensent "kpoac" hat vermutlich schlicht aus sich gesprochen. Gerade die aufweichende Umstellung eingeprägter Kontextierung (Agamben wäre darin Meister) ergibt den echten Aporetiker. Und der ist wieder gefragt, nach all den hegelianischen Klardenkern. Die Autodidakten hier, lieben das Fremdwort. Schnell iss man ein Filosof. Ein Zitiat vor einem Text ist ein Zitat, die Liebe zum Wort, zum Spruch, ist zutiefst menschlich. Wer "philosophisch-politische Ausprägungen" verwortwendet scheint schon arg an der Grenze der Konzeptlosigkeit, allerdings als Negativum zum Aporetiker. Sublimiert das starre Wissen und schon gehts bergauf. Kaum einer begreift viel von der Philosphie; Wittgenstein war auf seine Art nahe dran, Benjamin versuchte sie mit der Kunst zu versöhnen, - ich bitte um mehr Respekt vor den Zitierten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.03.2014, 01:36:17 GMT+1
[Vom Autor gelöscht am 08.11.2016, 14:14:59 GMT+1]

Veröffentlicht am 10.03.2014, 08:36:22 GMT+1
Timo Brandt meint:
Man kann sich jeder philosophischen Materie mit eigenen Gedanken und eigenen Verbindungswünschen nähern. Natürlich wird es schwierig, sobald man einen Tatbestand falsch wiedergibt. Aber mal ehrlich: Benjamin und Wittgenstein (der gerade!) haben sich in ihrem Werk auch wiedersprochen und einen Einheitsgedanken aus ihren Ideen formen zu wollen, läuft meist auf eine Unterschlagung anderer Aspekte hinaus. Sicherlich ist kpoac Benjamin nicht ganz gerecht geworden, aber ein paar seiner Ideen kehrt er wirkungsvoll heraus. Und auch darum geht es: Wie Ideen lebendig bleiben und dargestellt werden können. Muss es da richtige/falsche geben. Wer immer meint an der Quelle der Bedeutung und Interpretation eines philosophischen Werkes zu sitzen, ist dabei nicht vor Irrtum gefeit. Was gelehrt wird ist Wissen und nicht Wahrheit oder Wahrhaftigkeit oder Idee.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.03.2014, 14:45:37 GMT+1
[Vom Autor gelöscht am 08.11.2016, 14:10:33 GMT+1]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.03.2014, 15:49:46 GMT+1
Timo Brandt meint:
Ihrer Aussage wiederspricht ja schon ein bisschen, das viele seine Rezensionen hilfreich finden, oder? Lassen Sie da vielleicht eher eine allgemeine Wut an einem einzelnen aus. Gut, sagen wir das diese Rezension über Benjamin genau das ist, was sie sagen. Muss man da nicht aber etwas vorsichtiger mit Verallgemeinerungen sein, die dem Namedropping doch irgendwie in Sachen Ignoranz leicht ebenwürdig sind?

Aber ich wollte mich hier nicht einmischen. Ich finde es nur recht schwer, jemanden zu verurteilen. Verurteilen ist immer leicht, man schwingt sich auf und lässt den anderen fallen. Es geht aber auch konstruktiver...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.03.2014, 19:47:31 GMT+1
[Vom Autor gelöscht am 08.11.2016, 14:11:36 GMT+1]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.03.2014, 21:32:16 GMT+1
Timo Brandt meint:
Was ist für sie eine gute Rezension?
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