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Customer Review

on July 25, 2003
Welch ein Film! Noch völlig überwältigt, räume ich die tränengesättigten Taschentücher weg, um dann (eine dumme Angewohnheit von mir) diverse Kommentare zu studieren. O je, schon bin ich in der Verteidigungsposition! Pauline Kael, Amerikas einflußreichste Kritikerin, fühlt sich manipuliert und in eine emotionale und ästhetische Schwachsinnige verwandelt. Sie vermißt einen Bezug zur modernen Welt, Innovation, Bedeutung. Maltin gibt zwar 3 1/2 Sterne, man fragt sich aber, in welchem Verhältnis das zu seinen vier Sternen (die Höchstwertung) für ein vergleichsweise durchschnittliches Musical wie "Seven Brides for Seven Brothers" steht. War das die Angst der Kritiker, erfolgreiche Filme zu loben ("The Sound Of Music" löste "Gone With The Wind" als größten Kassenschlager der Geschichte ab)?
Nun, etwas mehr steckt schon dahinter. Aus der Distanz betrachtet, gibt es einiges an diesem Gewinner von fünf Oscars 1966 (u.a. "Bester Film", "Beste Regie") auszusetzen. Die Geschichte ist stark idealisiert, nicht alle Handlungsstränge führen zusammen, einige Figuren erscheinen unglaubwürdig bzw. schematisch, das Grundgerüst (kleine Kinder, Nonnen) birgt einige Kitschgefahr. Der letzte Akt, die Flucht der Trapp-Familie vor dem "Anschluß" Österreichs an Hitlers Drittes Reich, zeigt einen Bruch im bislang unbeschwert heiteren Ton des Films, ohne der historischen Tragödie gerecht werden zu können. Einige Szenen wirken überzogen, z.B. der gemeinschaftliche Ausbruch von Reuetränen beim ersten Abendessen der neuen Gouvernante mit der Familie. Aber - das alles sind Details! Über all diese Schwächen konnte ich mit einem Lächeln hinweggehen. Das war möglich aus drei Gründen: Erstens bietet "The Sound Of Music" die vielleicht großartigste Ansammlung von Hits der Geschichte des Musicals - vom Titelsong über "My Favourite Things" bis zu "Climb Every Mountain" wird man schier überwältigt von der Schönheit der Musik. Zweitens fangen die Außenaufnahmen, die zum überwiegenden Teil in Salzburg und der weiteren Umgebung entstanden, die Schönheit der Landschaft und der ehrfuchterweckenden Gebäude und Orte perfekt ein. Drittens vermitteln die Schauspieler und Sänger (allen voran natürlich Julie Andrews - ihrer Leistung wird man mit Worten nicht gerecht) einen solchen Charme, eine solch geballte Lebensfreude, daß man ihnen für immer zusehen und zuhören möchte. Denn - wahre und tief empfundene Schönheit kann nicht kitschig sein, und das ist das Verdienst des Teams um Regisseur und Produzent Robert Wise und Autor Ernest Lehman ("Der unsichtbare Dritte"), die alles taten, um den "Schmalz" des Bühnenstückes zu vermeiden. Sie machten auch nicht den Fehler Warners bei "My Fair Lady", die reizvolle (und potentiell viel bessere) Story in Prunk und Pracht fast zu ersticken, so daß die (trotzdem wunderbaren) Darsteller fast wie in einem goldenen Käfig agieren mußten.
Wie ist es nun um die Relevanz bestellt? Ehrlich gesagt, kenne ich kein einziges Musical, das sich durch historische Genauigkeit, psychologisch fundierte Charaktere oder tiefe Einblicke in die Wirklichkeit der modernen Welt auszeichnet. Nicht umsonst sind die meisten Musicals mehr oder minder märchenhafte Erzählungen, in Reinform z.B. das überragende "The Wizard Of Oz" von 1939. Gut, "Singing In The Rain" hat eine hervorragende Handlung, ist ungeheuer witzig und klug zugleich, hat zudem großartige Tanzszenen und wirkt daher auf mehr Ebenen. Trotzdem wird auch dort idealisiert, übertrieben, Realität verschwiegen. Und die Innovation? Nun, niemand würde behaupten, daß Mozarts "Zauberflöte" die Musikgeschichte vorwärtsgetrieben hätte. Trotzdem hat sie Millionen von Menschen und ein Dutzend Generationen verzückt. Sorry, Ms. Kael, aber man muß auch einmal innehalten und sich einfach freuen können. Und kaum ein Film vermag mehr Freude zu vermitteln als "The Sound Of Music", für mich das beste Musical der 60er (die an Oscars gemessen die Blütezeit des Genre waren), vor "My Fair Lady", "Mary Poppins", und "West Side Story", und weit vor "Oliver!", um alle Oscar-Musicals jenes Jahrzehntes einmal aufzuzählen.
Die Deutschen haben offenbar so ein merkwürdiges Verhältnis zu diesem Meisterwerk, daß eine Veröffentlichung auf DVD fraglich erscheint. Dazu passend hat die britische DVD nicht einmal deutsche Untertitel (ansonsten aber eine ganze Kollektion inkl. Englisch). Was soll's - ohnehin sollte man das Original erleben, das in fantastischer 4.1-Tonqualität vorliegt. Das Bild ist sehr gut, wenn auch nicht 100%ig scharf (was auch an meinen Augen liegen mag, die genauso alt wie der Film sind). Der (immerhin 166 Minuten lange) Hauptfilm ist komplett auf der ersten Scheibe untergebracht, inklusive eines durchgängigen Kommentars von Robert Wise und einer Spur mit dem isolierten Soundtrack. Die Extras (auf einer Bonus-Scheibe) bieten mit das umfangreichste Bonus-Material, das ich erlebt habe, darunter eine 90minütige Dokumentation und Unmengen an Audiomaterial. Spitzenklasse!
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