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Kundenrezension

am 21. März 2008
Das Buch befasst sich weitestgehend mit der Geschichte der Religionskritik und der Frage wie Vernunft und Religion zueinander finden können. Dabei geht es dem Autor vor allem darum, nachzuweisen, dass die Argumente der Neuen Atheisten nichts Neues sind. Allerdings übersieht er, dass das wirklich Neue an deren Argumentation die gewaltigen Fortschritte in Naturwissenschaft, Technik und Medizin sind, die zu einer erheblichen Präzisierung unseres rationalen Weltbildes geführt haben. Als vernünftig werden die Ergebnisse der Wissenschaften vom Autor allerdings nur dann akzeptiert, wenn sie in das katholische Weltbild passen und die Vernunft selbst wird solange zurechtgebogen, bis sie den katholischen Glauben stärkt. Alle anderen Religionen sind demnach unvernünftig. Und wenn renommierte Wissenschaftler, wie der Hirnforscher Prof. Wolf Singer die Erkenntnis verbreiten, dass der freie Wille Illusion ist, dann werden sie mangels Inquisition diffamiert und es wird krampfhaft nach anderen Wissenschaftlern gesucht, die dazu eine andere Meinung haben.

Neben die Wirklichkeit die durch die Wissenschaften vermittelt wird, setzt der Autor die andere Wirklichkeit des Glaubens. Zugang zu dieser anderen Wirklichkeit hat man nicht durch Logik und Empirie sondern durch Offenbarung. Aber mit der Verteilung von Offenbarungen scheint Gott etwas sparsam umzugehen. Mir als Anhänger des Neuen Atheismus und Mitglied der vom Autor so verhassten Giordano-Bruno-Stiftung wurde sie jedenfalls noch nicht zuteil. Offensichtlich gibt es zwei Arten von Menschen, die Erleuchteten und die Nicht-Erleuchteten. Das passt in das schwarz-weiße Weltbild des Vatikans. Als Naturwissenschaftler habe ich keine Probleme damit, zuzugestehen, dass es eine Wirklichkeit jenseits der Erkenntnisfähigkeit des Menschen gibt. Es hilft uns aber auch nicht weiter, wenn wir diese Lücken mit naivem Hokuspokus füllen.

Solange sich der Herr mir noch nicht offenbart hat, fällt es mir schwer, Dinge wie die unbefleckte Empfängnis Marias oder gar die Unfehlbarkeit des Papstes in Fragen der Lehre als vereinbar mit der Vernunft anzusehen. Ein Mensch der sich für unfehlbar hält, ist nicht vernünftig, sondern größenwahnsinnig. Im Gegensatz dazu wähnen wir uns als Neue Atheisten nicht im Besitz absoluter Wahrheiten. Wir sind Menschen und als solche können wir auch irren. In Bezug auf die Vernünftigkeit des katholischen Glaubens ist die Wahrscheinlichkeit für einen Irrtum unsererseits allerdings eher gering.

Der größte Feind des katholischen Glaubens sind nicht die Neuen Atheisten und auch nicht die Giordano-Bruno-Stiftung, sondern der Vatikan selbst, weil sein Denken und sein Weltbild im Mittelalter stehen geblieben sind und weil sich Bildung und Vernunft immer mehr in der Bevölkerung durchsetzen, wenden sich immer mehr vom Glauben ab. Und wenn sich doch einmal Theologen erlauben, der Vernunft Rechnung zu tragen, wie das der von uns hochgeschätzte Prof. Hans Küng tut, so wird ihnen die Lehrerlaubnis entzogen.

Nein, die Religion ist noch nicht zur Vernunft gekommen und sie wird es auch nie, denn das wahre Geheimnis des Glaubens ist das Ignorieren von Verstand und Vernunft. Und eben dies führt zu einer Beliebigkeit des Glaubens und zu einer Vielfalt der Religionen, von der jede von sich behauptet, die einzig wahre zu sein. Und wenn sich eines Tages die Vernunft weltweit durchsetzen sollte, dann wäre das auch das Ende aller Religionen.

Aus Respekt vor dem Autor und seinem ernsthaften Bemühen um Vernunft, bewerte ich das Buch mit 3 Sternen, auch wenn seine Bemühungen erfolglos waren, aber diese Rezension ist schließlich kein Racheakt.

Es sei auch noch auf einen kleineren Fehler hingewiesen. Die Giordano-Bruno-Stiftung vertritt offiziell nicht den Transhumanismus. Stänkereien gegen den Transhumanismus richte man bitte an die "Deutsche Gesellschaft für Transhumanismus" oder auch gerne an mich persönlich, da ich in meinem Buch "Maschinen mit Bewusstsein" sowohl den Transhumanismus als auch den Posthumanismus kultiviere.
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