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Kundenrezension

am 1. November 2008
Die Rolling Stones in der großartigen Kulisse des Beacon Theatres in New York, von Scorsese und seinen Kameraleuten hervorragend gefilmt und in Szene gesetzt. Da geht einem alten Fan natürlich das Herz auf. Jeder wäre bei diesem Gig gerne dabei gewesen. Die Seitlist kann man auch als sensationell bezeichnen, da die Band sich nicht auf die sicheren Warhorses verlassen hat, sondern viele selten live gespielte Songs in das Konzert eingebaute. Das Bonusmaterial ist auch toll, allerdings etwas wenig. Ich hätte mir mehr Backstage-Material gewünscht.

Leider ist es kein uneingeschränktes Vergnügen.

Die Stones sind nicht mehr das, was sie mal waren. Man vergleiche nur Live-Aufnahmen von 1978 oder 1981 mit den aktuellen Versionen. Da liegen Welten dazwischen. Und zwar m.E. aus drei Gründen: 1.) jahrelange Drogen- und Alkohohlabhängigkeit von Ronnie und Keith (der auch noch sichtbar unter Arthritis leidet), 2.) ein Haufen Side-Musicians, die allerdings notwendig sind, um den Sound noch hinzubekommen (s.h. 1.), und 3.) zuviel Posing, weniger Konzentration aufs Spielen (böse Zungen im Fan-Lager sprechen von einem "Las Vegas act"). Weniger wäre mehr.

Ich mag die Arbeit von Scorsese wirklich gern, und finde, dass The Last Waltz der großartigste Konzertfilm aller Zeiten ist, aber warum er - wie auch jetzt bei Shine A Light - die in Großaufnahme-Einstellungen gezeigten Instrumente immer lauter nach vorne regeln muss, ist mir ein Rätsel.

Die gemieteten Girlies in den ersten Reihen des Beacon sind einfach lächerlich. Das sind keine Fans, sondern bezahlte Statisten.

Die PAL-Version der DVD läuft eindeutig (4%) zu schnell. Der Original-Film hat eine Länge von 121 Minuten, die DVD läuft nur 117. Bei genauem Hinsehen- und Hören merkt man es. Hier ist etwas beim Überspielen schief gegangen. Die amerikanische NTSC-Version hat übrigens die Originallänge.

Unter'm Strich: Scorsese und die Stones passen gut zusammen. Trotz der o.g. Punkte lohnt sich der Film auf jeden Fall, weil er ein aktuelles Bild der ehemals größten Kapelle der Welt zeichnet und nicht nur für den Fan sehr unterhaltsam ist.
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