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Kundenrezension

am 21. Oktober 2013
Mit "Der Kaiser" liegt der letzte Band des inzwischen ersten Sechsteilers der "Kaiserkrieger" Serie vor. Ein langer Weg geht für die Männer der "Saarbrücken" zu Ende. Wie es sich für eine derartige Serie "gehört" kommt es zur Entscheidungsschlacht, die ein gutes Viertel des Romans ein nimmt. Viele der Protagonisten treffen sich in Nordafrika, wohin der amtierende römische Kaiser mit Rheinberg und seinen Getreuen geflohen ist.
Von Klasewitz hat für seinen Kaiser Maximus eine Flotte aus drei großen Truppentransportern gebaut, mit der er die Truppen nach Afrika übersetzen lässt. Dirk van den Boom hätte den Roman an dieser Stelle enden lassen können. Beide Seiten sind sich im Klaren, dass ein Angriff der "Saarbrücken" auf die Transporter mit tausenden oder zehntausenden von ertrinkenden Soldaten jegliche Invasionspläne gestoppt hätte. Damit dieses Szenario nicht eintritt, entscheiden sich beide Seiten, die Entscheidung auf dem Schlachtfeld zu suchen. Römische bzw. preußische Kriegsehre. Angesichts des späteren Abschlachtens eine fast fatale Entscheidung, die angesichts der Fürsorge einiger Befehlshaber für die ihnen anvertrauten Truppen nicht ganz nachvollziehbar ist und stark konstruiert erscheint.
Dirk van den Boom hat den Roman ansonsten solide aufgespalten. Neben den beiden Haupthandlungen um Rheinberg und von Klasewitz gibt es weitere Nebenströme, die alle quasi zum Schlachtfeld hin führen. In Bezug auf die Fremden - eine Anspielung aus dem fünften Roman - findet der Leser im Epilog weitere Informationen, die wahrscheinlich erst im zweiten Sechsteiler aufgegriffen werden. Damit wird gleichzeitig das zögerliche Vorgehen der Hunnen ein wenig erläutert. Der Gote Godegisel erweist sich als treuer Verbündeter Rheinbergs und sucht auf einem abenteuerlichen Weg, seinem Freund wichtige Informationen zur Verfügung zu stellen. Auf dieser Handlungsebene baut der Autor die meiste Spannung auf. Das dessen Informationen die Effektivität der Taktiker eher unterstreichen wirkt eher übertrieben, aber zumindest konsequent. Auch das Schicksal des Meuterers Thomas wird aufgeklärt. Er hat sich in den letzten Roman am besten in diese archaische Zeit integriert und kann - dem Pulproman folgend - mit Entschlossenheit und Tapferkeit seinen Platz in dieser Ära nicht nur verteidigen, sondern zur Überraschung der Leser und mancher Protagonisten auf ungewöhnliche Weise ausbauen. Mut wird von Dirk van den Boom am Ende der "Kaiserkrieger" genauso belohnt wie Feigheit/ Intrige auf unterschiedliche, manchmal ironisch pointierte Art und Weise bestraft wird. Das wirkt im Epilog teilweise ein wenig zu kitschig und pragmatisch.

Wie schon angesprochen gehört der Höhepunkt des Romans und damit im Grunde der ganzen Serie der Schlacht in den Weiten Nordafrikas. Damit verbunden sind diverse Intrigen und hinterhältige Meucheleien. Dirk van den Boom hat von Beginn der Serie an klar gestellt, dass die grenzenlose technische Überlegenheit der "Saarbrücken" keine "Deus Ex Machina" Lösung ist. So findet die Schlacht auch weit genug von der Küste statt, das die Geschütze der "Saarbrücken" nicht eingreifen können. Der Autor beschreibt die Vorbereitungen auf beiden Seiten sehr ausführlich und gibt sich Mühe, auch den in Sachen Militärhistorie Laien ausreichend Informationen zu den Formationen und zu den Angriffs- und Abwehrmechanismen zu geben. Von Klasewitz verfügt ohne Frage über die bessere Bewaffnung und gut ausgebildete Soldaten, aber erstens ist Munition ein wertvolles Gut und zweitens kann er auch nicht so schnell auf die sich bewegenden Frontlinien reagieren. Durch einen Attentäter wird die letzte Chance auf einen zweifelhaften ehrenvollen Frieden vergeben, so dass das Sterben in der Wüste Nordafrikas detailliert beschrieben wird. Dirk van den Boom beschreibt auf verschiedenen Handlungsebenen und damit ausreichend subjektiv den Verlauf der finalen Auseinandersetzung. Mit einer Rettung in letzter Minute - in einem klassischen Western oder Abenteuerfilm würde diese Sequenz mit kitschig patriotischer Musik unterlegt - dreht sich das Schlachtenglück selbst für den Leser überraschend. Auch die Intrigenlösungen um die beiden potentiellen Kaiserkandidaten wirken ein wenig zu hektisch und ambivalent abgewickelt. Insbesondere das Schicksal des Erschurken - so effektiv wie konsequent es auch sein mag - wird von Dirk van den Boom in einer ganz kleinen Szene erst rückblickend für den Leser zu erkennen vorbereitet, kommt aber dann überraschend schnell.
So bleibt am Ende von "Der Kaiser" fast ein süßsaurer Geschmack zurück. Als Serie betrachtet verzichtet der Autor auf unbefriedigende Lösungen wie "Der letzte Countdown" und die Idee, möglichst kein Zeitparadoxon hervorzurufen, ist positiv für den ganzen Handlungsverlauf schon frühzeitig über Bord geworfen worden, so dass viele positive Ansätze der "Saarbrücken" Mannschaft unter spätestens mit diesem Roman gänzlicher Ausschaltung negativer Synergien das alte, dekadente Rom eher beflügeln werden. Der Stoff liest sich über insgesamt sechs Romane trotz einiger Längen in der zweiten Hälfte des Sechsteilers relativ flott. Vor allem weil der Autor nicht nur die einzelnen Handlungsebenen sehr gut voneinander abgetrennt und dem Leser trotz der zahlreichen handelnden Personen immer gute Charakterisierungen auf den Weg mit gegeben hat. Das Ende wirkt vielleicht ein wenig überhastet, ist aber solide durchgeplant und finale Schlacht verdient in diesem Fall auch seinen Namen. Auch wenn sich Dirk van den Boom in seinem Nachwort für einige geschichtliche Ungenauigkeiten entschuldigt, spielt das angesichts der Extrapolation zukünftiger "Ereignisse" nach dem Erscheinen der "Saarbrücken" weniger eine wichtige Rolle. Es ist kein Geschichtstext, sondern eine Alternativweltstory mit vielen kleinen Höhepunkten und einem gut zu verfolgenden roten Faden. In Bezug auf die Länge hätte vielleicht auch ein Vierteiler gereicht, aber Dirk van den Boom entwickelt ausreichend kleine Episoden, um das Interesse des Lesers selbst bei den schwächeren Teilen auf Nebenschauplätze zu lenken und ihn solide bis teilweise sehr gut zu unterhalten.

Als Ganzes ist "Kaiserkrieger" ein ambitionierter "Roman" mit sechs großen Kapiteln, der in "Der Kaiser" einen teilweise überraschenden, aber guten und konsequenten Abschluss findet.
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