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Kundenrezension

10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die perfekte Antwort auf "This Godless Endeavor", 15. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: The Obsidian Conspiracy (Audio CD)
Nach dem Meisterwerk This Godless Endeavor ließ sich das Seattler Quartett für das nächste Album 5 Jahre Zeit. Untätig waren die Musiker in der Zwischenzeit jedoch nicht: Während Frontmann Warrel Dane mit seinem Solo-Album Praises To The War Machine überzeugte, versorgte Gitarren-Virtuoso JEFF LOOMIS die Nachwuchsgitarristen mit neuem Übungsmaterial in Form von Zero Order Phase.
Folglich ist der Nevermore-Fan gespannt, inwiefern die Solo-Alben das Songwriting beeinflusst haben und ob THE OBSIDIAN CONSPIRACY die Klasse des Vorgängersilberlings erreicht oder sogar noch übertrifft.

Nach den ersten beiden Tracks ist der Zuhörer wahrscheinlich jedoch ein bisschen enttäuscht: Der Opener The Termination Proclamation ist ein ganz typischer Mid-Tempo-Song ohne große Überraschungen. Your Poison Throne hingegen klingt etwas eindringlicher und wird von einem Nevermore-untypischen Gitarrensolo aufgefrischt.
Den ersten Höhepunkt findet The Obsidian Conspiracy in Moonrise (Through Mirrors Of Death): Zwar gehts knüppelhart los, der von Warrel Dane wunderbar gesungene Chorus (I feel the moon rise, inside my head) wird von Mr. Loomis jedoch sehr melodisch ausgestaltet.
Track Nummer 4, The And The Maiden Spoke, lebt von seiner magischen, teilweise ins Surreale abdriftenden Atmosphäre.
Die mit Emptiness Unobstructed zunehmende Emotionalität, welche durch Akustik-Passagen und Warrel Danes Gesang intensiviert wird, gipfelt in der Ballade The Blue Marble And The New Soul: Schaurig ruhig beginnt der Song zunächst mit Danes Flüsterstimme. Nachdem eine familiäre Problematik thematisiert wurde, leitet Altmeister Loomis gefühlsvolles Solo den Song n den zutiefst berührenden Endpart (There will be heart ache, there will be rain) über.
Mich persönlich nimmt dieses Lied noch mehr mit als beispielsweise Sentient 6 oder The Heart Collector.

Die beiden folgenden Songs erreichen dieses Niveau leider nicht, wobei The Day You Built The Wall immerhin mit einem verstörenden Gitarrensolo aufwarten kann.
An den bisher besten 5. Track erinnert She Comes In Colors durch den ruhigen, melodischen Anfang. Nach etwa 90 Sekunden jedoch setzen mächtige verzerrte Gitarren ein, wobei Jeff Loomis im Soloteil zum ersten Mal seine monströsen technischen Fähigkeiten kurz aufblitzen lässt. Alles in allem ein ganz gutes Lied.
Mit einem schnellen Killer-Riff weckt Nevermores Gitarrero im abschließenden The Obsidian Conspiracy selbst Tote. Auch nach dem Einstieg geht es recht flott weiter.
Insgesamt ein würdiger Abschluss für ein tolles Album, auch wenn ich den Schlusstrack eher als Opener verwendet hätte.

Produktionstechnisch befindet sich The Obsidian Conspiracy erwartungsgemäß auf höchstem Niveau, wobei der momentan sehr gefragte Andy Sneap (u.a. MEGADETHs Endgame) diesmal wieder die Hände im Spiel hatte.
Meines Erachtens ist auch die Qualität der Songs beachtlich, anmerken muss man jedoch, dass die Platte mehrmals gehört werden sollte, da die Lieder mit der Zeit noch wachsen.
Im Vergleich zu den Vorgängeralben unterscheidet sich The Obsidian Conspiracy nämlich dahingehend, dass vermehrt auf akustische Partien und komplexe Verläufe anstatt ultrahartes Geknüppel und spektakuläre Soli gesetzt wird.
Dabei ähnelt Nevermores neuestes Werk noch am ehesten dem 2000 erschienenen Dead Heart In A Dead World, welches persönlich klasse finde.
Wer also auf atemberaubende Passagen wie das Arpeggio-Solo in This Godless Endeavor steht, wird hier nur bedingt befriedigt und sollte eher ein Auge auf Jeff Loomis Solo-Album Zero Order Phase werfen, da die Instrumentalisten ihrem Sänger auf The Obsidian Conspiracy sehr viel Raum lassen.

Abschließend lässt sich sagen, dass es die goldrichtige Entscheidung war, mit The Obsidian Conspiracy ein gut überlegtes, mitreißendes (und m.E. auch hervorragendes) Album auf This Godless Endeavor folgen zu lassen.
Nichtsdestotrotz bin ich mir sicher, dass im nächsten Werk der Seattler wieder der Hammer ausgepackt wird - 2013, 2015, oder wann auch immer.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 31.05.2010 21:51:53 GMT+02:00
Ein Kunde meint:
Ich finde die Kritik durchaus gelungen und sie beschreibt das Album sehr gut. Nur eine kurze Frage: Da nicht alle Songs, wie aus Ihrer Kritik zu entnehmen, das hohe Level halten können, wären dann 4 Sterne nicht angebrachter? Natürlich ist Nevermore-Durchschnitt wahrscheinlich immer noch um Längen besser als 95 Prozent der Konkurrenz, aber der Text erschien für mich eben aufgrund der genannten (im Nevermore-Kontext) "schwächeren" Nummern eher wie vier Punkte.
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