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Kundenrezension

20 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Moralisierendes Geknödel!, 21. Oktober 2013
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Rezension bezieht sich auf: 1813 - Kriegsfeuer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der unglaubliche Hype um den Roman Sabine Eberts ist mir unbegreiflich. Zunächst einmal wird wieder der Kardinalfehler der meisten historischen Romane begangen: Die handelnden Personen handeln und äußern sich wie Menschen des 21. Jahrhunderts. Damit verbunden wird kräftig moralisiert - die ruchlosen Adligen sind allesamt unfähige Schufte und Ausbeuter, die Heerführer passionierte Blutsäufer, nur das "arme geknechtete Volk" (dem die Hauptpersonen zuzurechnen sind) platzt förmlich vor Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Selbstlosigkeit. Und der Krieg selbst erst: Furchtbar! Grauenvoll!
Historisierendes Geknödel aus der Gutmenschenperspektive.
Der Roman der guten Frau Ebert ist aber immer wieder auch unfreiwillig komisch - obwohl sie bereits eingangs in ihrem Heim Opfer eines Übergriffes wurde, wandert die Heldin auf dem Höhepunkt der Handlung aus völlig unlogischen Gründen schutzlos kreuz und quer durch das Kriegs-/Kampfgebiet rund um Leipzig und gelangt stets mehr oder weniger unbehelligt an ihr jeweiliges Ziel (selbst in das weitgehend abgeriegelte Leipzig). Dies vor dem Hintergund, dass zur Zeit der Romanhandlung im Großraum Leipzig 500.000 Soldaten aus aller Herren Länder unterwegs waren, während die Stadt Leipzig selbst nur 38.000 Einwohner aufwies! Um da heil durchzukommen, bedarf es doch wohl mehr als einer liebeskranken, ungewollt Schwangeren!
Ein Brüller auch die Szene mit Napoleon, der zur Empörung der Autorin in seiner Funktion als Schlachtenlenker einen Verwundetentransport ungerührt vorbeiziehen lässt. Man stelle sich vor - Napoleon keine Mutter Theresa! Was hätte der Mann als Oberbefehlshaber einer Streitmacht von rund 170.000 Mann mitten in der bis dahin größten Schlacht der Weltgeschichte denn tun sollen? Weinen? Stabsoffiziere zum Teufel schicken, Karten vom Tisch fegen, "OP-Besteck" greifen und "Verbandspäckchen" ausgeben? Anschließend zum Trost für die Blessierten "Heile, heile Gänschen" (bzw. die französische Entsprechung)singen? Grotesk.
Besonders ärgerlich aber, dass Frau Ebert - die im Anhang gar nicht genug betonen kann, wie akribisch sie für ihren Roman recherchierte - einen dicken historischen Patzer in ihr Werk einbaute: Laut Autorin war die Schlacht bei Dresden 1813 der letzte französische Sieg auf deutschem Boden. Leider falsch! Den letzten Sieg in Deutschland errangen die Franzosen vielmehr am 30. und 31. Oktober 1813 in der Schlacht bei Hanau (nicht einmal zwei Wochen nach der Schlacht bei Leizig) gegen die Bayern und Österreicher.
Somit bleibt es dabei - wer wirklich gute historische Romane lesen will, muss unverändert zu den Briten - Bernard Cornwell & Co. - greifen.
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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.10.2013 23:19:34 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.11.2013 02:34:59 GMT+01:00
Echo 1954 meint:
Nach meiner Information haben die Franzosen Verwundetentransporte nicht angegriffen und französische Wundärzte (eigentlich reine Amputierer, das war Stand der Forschung) waren ihrer Zeit weit voraus, behandelten auch verwundete Feinde (!!) - wenn auch erst nach den eigenen Verwundeten.

Veröffentlicht am 12.11.2013 23:15:57 GMT+01:00
rosa mund meint:
großartig- vielen dank. ich wollt, ich hätt es ebenso schreiben können. habe aber das buch nur stichprobenweise überblättert und es des simplen stiles wegen als für mich nicht lesbar eingestuft. logisch doch, dass die leipziger lokalblätter das buch über allen klee loben, ist doch jedes dorf heute von publicity abhängig, egal, woher und wie. und die auftraggeber werden "ihr" werk nicht kopfschüttelnd weglegen, egal, wie schlicht es zusammengeschustert wurde ( wer historien-mainstream zusammenschreiben kann, ist noch lange kein romancier, wenn er/sie auch massenhaft davon verkauft- das agt nur was über zeitgeist, nicht über qualität).
es gibt sicher bessere bücher über die "Völkerschlacht".

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.11.2013 02:35:55 GMT+01:00
Echo 1954 meint:
Ja, "rosa mund", gibt es bessere? Und welche?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.11.2013 12:56:09 GMT+01:00
rosa mund meint:
romane kenne ich darüber nicht, wird es auch nicht geben, sonst hätte man frau ebert nicht bemühen müssen ;) ich meine bücher, die sich mit diesem historischen ereignis befassen- z.b. ein sehr gelungener kurzer abriß von hans-ulrich thamer (bei c.h.beck), oder aus lokalen verlagen z.b. oktober 1813-die völkerschlacht bei leipzig bei editionhistoire.de oder "auf napoleons spuren durchs sachsenland" vom passage-verlag. hier gibt es neben dem versuch der historischen darstellung auch viele zeitzeugenberichte.
was romane aus der zeit der napoleonischen kriege angeht kenne und empfehle ich natürlich "krieg und frieden" oder auch "vor dem sturm" von fontane, des weiteren "die schlacht" von rambaud, aber auch stendhal "rot und schwarz" oder verschiedenes von balzac. ist natürlich keine leichte mainstream-kost, aber für nämliche ist mir meine zeit zu schade. da lese ich lieber geschichtsbücher. übrigens ein sehr gut geschriebenes buch ist meiner meinung nach "die familie bonaparte" von cornelia wusowski. eine miener meinung nach anspruchsvole romanbiografie, shr gut lesbar, faktenreich und doch nicht schulmeisterlich, sondern meisterlich verwoben mit romanhafter darstellung.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.11.2014 15:22:42 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.11.2014 15:24:01 GMT+01:00
Echo 1954 meint:
@ rosa mund:
"es gibt sicher bessere bücher über die "Völkerschlacht""
"romane kenne ich darüber nicht"
Erst den Mund voll nehmen, dann versagen.
Setzen, nicht genügend!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.07.2015 05:25:27 GMT+02:00
Lesartist meint:
Ja, wenn es nichts Besseres gibt, ist das Schlechteste gut gut genug oder gar sehr gut, gell?!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.07.2015 14:33:52 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.07.2015 14:39:42 GMT+02:00
Echo 1954 meint:
1813 soll dann wohl das Schlechteste sein?
Ich lese keine historischen Romane, aber meine Frau,
auch interessiert mich der Stil nicht, es geht hier um den Inhalt.
Mich interessiert das Thema. Und wenn rosa mund das Werk
nur vom Durchblättern kennt, dann sollte er / sie schweigen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.07.2015 16:51:20 GMT+02:00
Lieber Rezensent, bitte mal genau lesen, es heißt "letzter großer Sieg auf deutschem Boden", das ist ein Unterschied zu "letzter Sieg auf deutschem Boden", wenn Sie schon zitieren, dann auch richtig und vollständig.
Sicherlich kann man diskutieren, wie sich ein "Sieg" von einem "großen Sieg" per Definition unterscheidet. Hier finde ich aber, die Autorin hat Recht. Ich bin zwar kein Experte, aber ich glaube, in Hanau glaubten die Alliierten, nur einem Corps der Grande Armee zu begegnen und wurden dann überrascht von Napoleons Hauptstreitmacht beiseite gefegt. Einen Großen Sieg würde ich das auch nicht nennen.
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