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Kundenrezension

TOP 500 REZENSENTam 26. Dezember 2012
Hitler erwacht in einem Berliner Hinterhof, taumelt auf die nur schwer begreifbaren Straßen der Hauptstadt und strandet schließlich am Tresen eines hilfsbereiten Kioskverkäufers. Ab da startet eine mediale Karriere, die zum Triumphzug wird. Mitten im zweiten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends in einem Land, dass sich gründlicher mit den Abgründen der NS Vergangenheit auseinander gesetzt hat, als jedes andere - und grade dadurch so empfänglich für einfache Sätze, klare Antworten und freie Worte wird.

Die eigentliche Story, die Protagonisten und der Schreibstil sind einfach nur großartig. Die Monologe wie auch die Dialoge sind verblüffend gut gelungen - man meint fast, die Stimme "des Führers" beim Lesen im Hinterkopf zu vernehmen. Bis auf wenige historische Fehler (z.B. wurde die Frakturschrift Anfang 40 im 3. Reich verboten und die latainischen Buchstaben durchgesetzt) glänzt der Autor mit Gefühl und Wissen für die Zeit, in der die Weltanschauung der Hauptperson stets angesiedelt bleibt. So finden zwar Handy und Laptop Einzug in die Welt des Wiederauferstandenen, aber ohne die natürliche Anwendung, die sie bei modernen Menschen erfahren.

Am verblüffendsten ist aber, wie Timur Vermes das Verhalten deutscher Politiker und Künstler nicht nur geschickt in die Handlung einbindet, sondern nachvollziehbar und logisch auf die Aussagen A.H.s ausrichtet und damit oftmals die Scheinheiligkeit gegenwärtiger Politik und öffentlicher Diskussionen entblößt. Spätestens hier brechen die Lacher aus einem Heraus; bleiben sie andernorts doch auch regelmäßig zwischen Kehlkopf und Lippen hängen und verkommen zu einem verkrampften Röcheln. Renate Künast soll hier als Paradebeispiel genannt sein, aber auch die Anrufe von SPD und FDP Granden sind so realistisch und dabei lächerlich, dass man sich beim Lesen manches Mal zusammenreißen muss, um nicht lachend und schenkelklopfend die Buchseiten zu verschlagen.

Bis zum Schluss bleibt die Geschichte nachvollziehbar und das erscheint bei diesem Hintergrund beinahe schon als Wunder. 400 Seiten absolutes Lesevergnügen - wer hier nicht mal lachend, mal schmunzeln und immer wieder verblüfft, angeekelt und nachdenklich die Seiten wendet, ist entweder humorbefreit oder rennt privat zumeist mit der Nazikeule durch die Online Foren unserer Zeit.
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