Kundenrezension

Rezension aus Deutschland vom 30. März 2011
Herfried Münkler ist ein konservativer Denker. Er biedert sich gern der gesellschaftlichen Mitte als Vordenker an. Frau Merkel und Herrn Westerwelle wird es freuen. Schreckgespenste für Münkler: Der Individualist Nietzsche. Der hätte sich heutzutage weder zur Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke bequatschen lassen noch zur Absurdität, in Stuttgart einen Bahnhof unterirdisch verschwinden zu lassen. Die gesellschaftliche Mitte argumentiert gern mit Augen ausschießenden Wasserwerfern. Wir wissen mittlerweile, dass die gesellschaftliche Mitte manchmal auch zum Wahlverlierer werden kann. Was zuerst konservativ erschien, erscheint auf einmal im Lichte eines idiotischen Risikos, dem zu widersprechen wäre.
Das zweite Schreckgespenst für einen wie Herfried Münkler: Marx. Der joviale Westerwelle mit seinem Lobbyisten-freundlichen Getue ist da sicherlich im Zentrum der zufriedenen Betrachtung, gehört keinesfalls zum un-authentischen peinlichen Rand der Gesellschaft. Laut Theorie, wie sie an der Humboldt Universität in Berlin vom Katheder herab-posaunt wird. Der Wähler-Entscheid lässt solch konservative, bräsig das Geseime von Maß und Mitte vor sich hertragende Position unerwartet unter die 5 Prozent-Hürde herabsinken. Wie kann das denn sein? Weil sich in Deutschland mittlerweile doch mehr Menschen zur Courage hoch-entwickelt haben, als es die vielerorts gedruckte Verdummungs-Rhetorik es hätte erwarten lassen. Das Buch von Münkler muss man wirklich nicht lesen. Traurig, wofür man heutzutage ein dickes Hochschullehrer-Gehalt kassiert. Oder war das nicht immer schon so?
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