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Kundenrezension

am 29. Juni 2013
Wer sich die Mitglieder von Deafheaven ansieht (glattrasiert, kurze Haare, schwarze Hornbrille), würde nicht unbedingt erwarten, dass sie Black Metal spielen. Auch das Albumcover ist bewusst schlicht gehalten: Passend zum zentralen Motiv eines Mädchens, dass im Garten ein Sonnenbad nimmt, soll die Farbe wiederspiegeln, was man sieht, wenn man mit geschlossenen Augen in der Sonne liegt. Hier werden bewusst Heavy Metal Klischees aufgelöst. Tatsächlich ist die Musik auf dem zweiten Studioalbum der Amerikaner schwer zu kategorisieren: Doublebass-Gewitter, Blast Beats, schreiender gutturaler Gesang, knallharte Riffs gepaart mit etherisch schönen Klängen und akustischen Zwischenspielen, die einen beim Zuhören aufatmen lassen und das Black-Metal-Gerüst aufbrechen. Ist das Post Metal? Shoegazing? Post Rock? Odern eben doch Black Metal? Eine genreübergreifende Synthese aus allem? Letztlich egal, wenn dabei so ein geniales Album herauskommt.

"Sunbather" ist eine CD, aus der man keine einzelne Single herauslösen kann, sondern eher ein durchgehendes Meisterwerk aus sieben Kompositionen, das man von Anfang bis Ende durchhören sollte. Im Grunde sind es vier epische, überlange Stücke zwischen 09:14 und 14:37 Minuten, die durch drei kürzere instrumentale verbunden werden und aufeinander aufbauen. Und so sind Kontraste die wichtigste Konstante auf dieser Platte. Helles Sonnenlicht wirft dunkle Schatten, könnte man sagen. Die Instrumentalleistung ist großartig: Kerry McCoys Guitarrenspiel deckt ein breites Spektrum an Klängen ab, und Drummer Daniel Tracy weiß genau, wann er die Blast Beats zugunsten groovender Percussion zu unterbrechen hat, um den stetigen gezeitenhaften Wandel der Musik am Leben zu erhalten.

Der Eröffnungssong "Dream House" beginnt verhalten, als würde die Sonne über dem Black-Metal-Universum aufgehen, um den Zuhörer nur wenig später mit donnerndem Schlagzeug und George Clarks schrillem Schrei bei der Gurgel zu packen. McCoys fließendes Guitarrenspiel transportiert das Lied dann durch zahlreiche strahlende Höhen und brilliante Tiefen, bis sein Arpeggio am Ende nahtlos in das melancholische, allein von Guitarre und Piano getragene "Irresistible" übergeht. "Sunbather" lässt den Hörer jedoch nicht weiter ausruhen, sondern biete fast durchgehend rohe Kraft und Aggression. Das zweite Interludium "Please Remember" bietet eine Klanglandschaft, die sich über ein Sample einer Rezitation legt, in der Mitte durchbrochen von einer kreischen Rückkopplung wie eine Bohrmaschine. "Vertigo" beginnt fast poppig mit getragenen Guitarrensolos, bis dann doch der Black Metal explodiert. "Windows" ist ein weiteres Zwischensspiel mit Soundschnipseln von sich unterhaltenden Leuten und schläfrigen ambienten Klanggebilden. Das finale "The Pecan Tree" verschwendet keine Zeit, sondern greift die Ohren mit härtestem Black Metal an, der langsam abebbt bis nur noch eine Shoegaze-Guitarre übrig bleibt und der Post Metal übernimmt und Deafheaven all ihre Gefühle in das Lied packen.

Diese Musik berührt, bewegt und beeindruckt einen, im besten Falle alles zusammen, aber sie lässt einen bestimmt nicht kalt. Hinterlegt mit den Guitarrenklängen wird aus dem schreienden Gesang von George Clarke, der für sich allein genommen vielleicht nur Wut ausdrücken würde, ein Aufschrei der Verzweiflung. Das Album ist sehr emotional - es handelt von Enttäuschung und Zorn, aber auch Unsicherheit, Angst und Liebe - und bringt vielleicht Leute dazu, sich mit dieser Musikrichtung zu befassen, die ansonsten niemals Black Metal gehört hätten. Wenn das letzte Lied, das mit aggressiven Riffs und rasendem Schlagzeug beginnt, im Mittelteil mit einer zärtlichen Klaviermelodie ausklingt, die dann von den Guitarren aufgegriffen und schließlich ausgeblendet wird, weiß man, dass dieses mutige und kunstvolle Album bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

Hoffentlich ein Hit!
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