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Kundenrezension

am 14. Januar 2013
Es ist nun schon eine Weile her, dass ich Hannah Arendts Bericht "Eichmann in Jerusalem" gelesen habe. Zwischen damals und heute liegt Quentin Tarantino's Meisterwerk "Inglourious Basterds", und dies will ich zum Einstieg in meine Rezension nutzen.
Ein Kernthema von "Ingourious Basterds" ist die Feststellung, dass man Nazis kaum erkennen kann, wenn sie keine Uniformen tragen. Genau das ist auch ein wichtiger Punkt für Hannah Arendt, denn auf Adolf Eichmann hätte im Adenauer-Deutschland ganz bestimmt eine solide Beamtenkarriere gewartet, wenn er sich nicht nach Südamerika abgesetzt hätte. Es ist faszinierend zu lesen, wie Arendt in gewohnter Klarheit den Eindruck beschreibt, den dieser Mann auf sie machte. Eichmann war für sie ein Hanswurst, und ähnlich wie Tarantino's Oberst Landa hätte man ihm den skrupellosen Massenmörder schlicht und einfach nicht zugetraut. Wo der von allabendlichen Kinderschreckspektakeln Marke "Hitlers linkes Auge - in Großaufnahme, unterlegt von schrillen Kreischtönen" vorgeprägte Leser einen furchteinflößenden Schlächter erwartet, findet sich ein Typ, wie man ihn auch heute noch in den unterschiedlichsten Varianten trifft und der für manche Kreise sogar eine Art Idealbild darstellt: nüchtern und strebsam, dienstbeflissen und engagiert.
Alles Weitere sollte man in diesem Buch nachlesen. Den 40 Seiten langen Eingangsmonolog von Hans Mommsen sollte man sich bis zum Ende aufheben und dann entscheiden, ob man sich diese trockenen Ausführungen wirklich geben möchte.
Hinzufügen möchte ich noch, dass auch Arendts Ausführungen zu den unterschiedlichen Abläufen des Holocausts in verschiedenen Regionen Europas eine echte Bereicherung sind. Hier arbeitet sie anschaulich heraus, dass es kein lineares "Schema F" gab, sondern dass das Verhalten der örtlichen Bevölkerung einen ganz erheblichen Einfluss darauf hatte, ob und wieviele Menschen abtransportiert wurden oder überlebten. Auch das widerspricht auf erfrischende Weise dem allgemeinen Einheitsbrei, den man ansonsten in der multimedialen Aufarbeitung des Holocausts serviert bekommt.
Ich habe nun schon einige Bücher von Hannah Arendt gelesen. "Eichmann in Jerusalem" fand ich von allen am besten. Es ist super geschrieben und bringt eine Fülle wichtiger Einsichten haargenau auf den Punkt. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.
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