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Kundenrezension

am 1. September 2009
Als die vierjährige Amanda in Boston entführt wird, werden nicht nur die Medien mobilisiert. Amandas Tante Beatrice McCready (Amy Madigan) engagiert auch ein junges Paar, bestehend aus Patrick Kenzie (Casey Affleck) und Angela Gennaro (Michelle Monaghan), die als Privatdetektive arbeiten. Während die Polizei in dem trostlosen Arbeiterviertel Dorchester streng nach Vorschrift vorgeht, sollen sie mit all jenen reden, die nicht mit der Polizei kooperieren wollen. Die drogensüchtige Mutter (Amy Ryan) des Mädchens ist ihnen dabei keine große Hilfe. Bei der Zusammenarbeit mit den Polizisten Broussard (Ed Harris), Nick Poole (John Ashton) und Einsatzleiter Jack Doyle (Morgan Freeman) kommen die Detektive immer mehr Ungereimtheiten auf die Schliche. Dank Kenzies Kontakten zur Unterwelt, entdecken sie eine Verbindung zu dem Drogenboss Cheese (Edi Gathegi), doch das ist erst die Spitze des Eisbergs. Keiner von ihnen ahnt, dass die Suche nach dem kleinen Mädchen sie in einen moralischen Konflikt bringen wird, in dem die Grenzen zwischen richtig und falsch nicht genau zu definieren sind.
Wow - wer hätte gedacht dass Mr. Ben Affleck, der ja nun nicht gerade als Charakterdarsteller bekannt ist, so einen Streifen drehen könnte. Der Film atmet Authentizität und wirkt in jedem Augenblick glaubwürdig. Diese Atmosphäre ist ganz sicher auch der brillanten Performance von Hauptdarsteller Casey Affleck zu verdanken. Der Bruder von Regisseur Ben hat in Boston 18 Jahre seines Lebens verbracht und ist mit vielen der im Film auftauchenden Personen, die sich teilweise selber spielen, bestens bekannt. Die Besetzung wird ergänzt durch Morgan Freeman und Ed Harris, die es gleichfalls verstehen ihren Figuren im Rahmen der Inszenierung eine unglaubliche Tiefe und Plastizität zu verleihen.
Die Parallelen der Handlung zu dem echten Fall Madeleine sind natürlich unübersehbar, weshalb der Film in England übrigens mit einiger Verspätung anlief. Diese Maßnahme erweist sich allerdings als völlig unbegründet, denn "Gone Baby Gone" ist alles andere als ein reißerisches Kidnappingdrama, das im Fahrwasser aktueller, emotional aufwühlender Ereignisse schwimmen möchte. Im Grunde dient das Hauptereignis lediglich dazu krasse soziale Mißstände aufzuzeigen und sehr unbequeme Fragen zu stellen. Wie schon "Die Fremde in Dir " hinterlässt der Film den Zuschauer mit einer moralischen Fragestellung, die mich auch einen Tag später noch beschäftigt. Es bleibt zu hoffen, dass Ben Affleck auch in Zukunft dem Filmbusiness öfter hinter der Kamera zuarbeitet.
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