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Kundenrezension

am 10. März 2010
Mögen Sie Schneekugeln? Vorallem die, die man stundenlang anschauen kann und sich dabei in eine andere Welt träumt? Haben Sie sich schon mal gefragt, wie es wäre, in einer solchen zu leben? Nein? Vielleicht sollten Sie das tun, denn es kann schneller passieren, als Sie denken...

Für die Einwohner von Chester's Mills ist es ein wunderschöner Samstag im Spätherbst. Sie gehen ihren Geschäften nach, fahren zum Einkaufen in die Nachbarstadt oder üben ihr Hobby aus. Bis auf Dale Barbara. Er will die Stadt verlassen. Barbie, wie er genannt wird, hatte nämlich eine kleine Auseinandersetzung mit Junior Rennie und seinen Kumpels - und das bedeutet Ärger, ziemlich großen sogar. Immerhin ist Junior der Sohn von Big Jim Rennie, dem zweiten Stadtverordneten, der in Wirklichkeit die Geschicke der Stadt allein bestimmt. Nein, es ist besser, wenn Barbie geht, auf Ärger hat er keine Lust. Nur leider kommt er nicht weit, denn plötzlich gibt es eine Barriere - in Form einer Kuppel, unsichtbar, plötzlich da, ohne Vorwarnung. Die auch schon sofort erste Todesopfer fordert, bei Mensch und Tier. Familien sind plötzlich getrennt, Touristen sitzen in dem malerischen Städtchen fest. Niemand weiß, was das ist, warum es da ist und wie man es beseitigt. Auch das Militär ist machtlos. Nunja, nicht so ganz. Es gibt ja immer noch Dale Barbara, einen hochdekorierten Irak-Veteranen. Der Präsident der Vereinigten Staaten erteilt ihm kurzerhand die Befehlsgewalt über Chester's Mills, ohne zu ahnen, dass Barbie in der Stadt zwei mächtige Feinde hat - Big Jim Rennie, der sich eine bessere Situation als die Kumpel nicht wünschen kann, um seine Machtposition zu stärken und auszubauen und nicht im Traum daran denkt, das alles aufzugeben. Und Junior Rennie, der mit ihm noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Auf einmal gibt es mehrere Seiten: drinnen und draussen, Big Jim&Sohn und Barbie. Er kann zwar auch einige Leute auf seine Seite ziehen, aber wird es ihnen gelingen, sowohl Big Jim's Machenschaften zu stoppen als auch die Stadt von der Kuppel zu befreien?

Als Teenager habe ich Stephen King geliebt, jedes Buch von ihm regelrecht verschlungen. Nach einer Zeit mit generell weniger Büchern, legte sich mein Augenmerk dann auf andere Genres und Autoren. Und so habe ich ein wenig gezweifelt, ob ich auch heute noch genauso gefesselt sein würde, wie früher. Meine Sorge war vollkommen unbegründet. Gleich auf den ersten Seiten wusste ich wieder, was mich an den Büchern immer so fasziniert hat und ein Aus-der-Hand-legen war kaum mehr möglich.

Stephen King vereint in dem Buch zwei große Themen: Machtmissbrauch und Erderwärmung (wenn auch durch die Kuppel nur lokal begrenzt, aber durchaus global übertragbar)

"Willst Du den Charakter eines Menschen erkennen, gib ihm Macht."(Abraham Lincoln)

Big Jim Rennie, Gebrauchtwagenhändler und 2. Stadtverordneter, nutzt seine Macht, um in erster Linie eigene Interessen zu verfolgen und bei Bedarf auch zu vertuschen. Dabei schreckt er auch vor Mord nicht zurück. Alles natürlich nur zum Wohle der Stadt. Unterstützung erhält er dabei von seiner Privatarmee, offiziell auch Polizei genannt. Nur sind in der Polizei nur wenige wirkliche Polizisten. Alles andere sind angeworbene Jugendliche, die, bevor die Kuppel da war, selbst immer reichlich Ärger mit der Polizei hatten. Aber sie gehorchen Rennie aufs Wort, das ist das Wichtigste.
Und so wird auch hier wieder wahr, was Platon in seiner "Politeia" schon vor über 2000 Jahren erkannte: Jede Demokratie (immerhin wurde Big Jim ja demokratisch gewählt) endet früher oder später in einer Tyrannei. Mit den schlimmsten Folgen...auch für Chester's Mills.

Stephen King entpuppt sich auch hier wieder als ein Meister der Psychologie. Man liest das alles und fragt sich, wie die meisten Menschen in Chester's Mill nur so blind sein können. Man fragt sich, wo sie ihren Verstand gelassen haben, bis man auf einmal erkennt, dass es soetwas im Laufe der Geschichte schon immer gegeben hat und auch immer geben wird. Erst zieht man die Leute auf seine Seite, dann setzt man sie unter Druck und jagd ihnen Angst ein. Diejenigen, die dagegen ankämpfen, müssen mit Konsequenzen rechnen. So funktioniert Diktatur. Man weiß nicht mehr, wer Freund und wer Feind ist und steckt plötzlich mittendrin, ohne zu wissen, wie genau es dazu kommen konnte.

Auch die Kuppel lässt beim Leser eine Gänsehaut zurück. Stellen Sie sich vor, sie laufen plötzlich gegen eine unsichtbare Wand, sind gefangen unter so einer Kuppel. Grauenhafte Vorstellung, oder? Denn irgendwann sind die Vorräte zu Ende und Nachschub gibt es nicht. Stromaggregate arbeiten nicht mehr, die Luft wird dünner. Das Leben in Chester's Mills unter der Kuppel ist geprägt von schlechter Luft, steigenden Temperaturen und dem Sichtbarwerden von Staubpartikeln, die sich an der Kuppelwand ablagern und díe Sicht nach draussen trüben. Beim Lesen dachte ich erst: Ja, klar, die Kuppel wirkt wie ein Treibhaus, logisch das es wärmer wird. Sie ist beinahe hermetisch abgeschlossen, Wasser und Wind kommt fast nicht durch, Regen gibt es nicht. Aber kann man das nicht auch auf unsere heutige Situation übertragen? In den letzten Jahren hört und liest man ja das Wort "Treihauseffekt" immer öfter in den Medien. Bietet das Buch vielleicht einen kleinen Vorgeschmack darauf, was uns alles erwarten kann? Bei dem Gedanken lief mir auch ein Schauer über den Rücken.

"Die Arena" ist nicht nur einfach mal wieder ein King-Buch. Oberflächlich ja. Kurze Kapitel, ein spannender Schreibstil, Charaktere mit (dunklen) Geheimnissen und ein King-typisches Ende. Aber es lässt einen auch nachdenklich werden und aktuelle Dinge von einer anderen Seite sehen. Ich kann es nur empfehlen!
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