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Kundenrezension

am 3. Mai 2013
Ich neige auch schon mal dazu, meine erste Begeisterung nieder zu schreiben. Iach laufe aber regelmäßig Gefahr, dass das erste Urteil nicht richtig sein könnte. Zuegegeben, oft bestätigt sich der erste Eindruck, aber manchmal ist das auch anders. Was ich so überhaupt nicht leiden kann, ist die Beurteilung von Musik, die man nur im Netz oder auf dem PC als Schnellkonsum genossen hat. Das wird Musik, die ja immerhin noch eine der schönsten Kunstformen unserer Zeit ist, einfach nicht gerecht. Ich bin jetzt weit davon entfernt, Leuten zu unterstellen, dass der PC ungeeignet ist, um sich Musik zu erschließen. Der PC hat aber das Manko, zum schnellen Konsum zu animieren. Selbst, wenn man das gar nicht will, passiert so etwas, der Song geht zu ruhig los, es juckt einen in den Fingern und schwupp, springt man im Song nach vorne. Die Neigung, nicht die Geduld aufzubringen, wird absolut begünstigt. Bitte glaubt nicht, dass ich das als Vorwurf an irgendjemanden formuliert sehen möchte, denn mir ist das selbst schon passiert. Vorbei sind die seligen Zeiten einer LP. Wenn der Tonarm mal auf der Rille war, musste man auch erst mal zuhören, weil das Erheben aus dem Sessel zu lästig war. Genau das habe ich bei Now what?! gemacht. Mich in den Sessel gesetzt und nicht mehr aufgestanden. Natürlich ist es heute die CD und nicht die LP, aber Geduld sollte sich hier ebenfalls auszahlen. Und das Album verdient die Geduld. Für mich hat sich seit langem mal wieder die Frage gestellt, ob hier was Großes gelungen sein könnte. Die Frage kann ich jetzt noch nicht beantworten, aber möglich wäre das.

Now what?! ist alles andere als eingängig, aber von der ersten Sekunde an sehr spannend und wird nie langweilig. Deep Purple erlauben es sich, das Album sehr ruhig, einfach und reduziert zu beginnen. Man muss schon sehr selbstbewusst und vom Album sehr überzeugt sein, um so etwas zu machen, vom üblichen Prozedere abzuweichen, einen schnellen Kracher oder eine opulente Instrumentaleinleitung zu wählen. Was dann auch von Anfang an auffällt, ist eine großartige Produktion. Im Vorfeld war ja bereits klar, dass sie es dieses Mal nicht selbst machen würden, sondern niemand Geringeren als Bob Ezrin dafür gewinnen konnten. Diese Entscheidung war ein absoluter Gewinn. Manche Band sollte sich von Zeit zu Zeit hinterfragen, ob sie durch einen solchen Schachzug nicht gewinnen. Bob Ezrin schafft es, Deep Purple so in 2013 zu hieven, dass nichts aufgesetzt wirkt und die Songs keine Abziehbilder irgendeinen Zeitalters. Würde Ian Gillan nicht dieses Jahr schon 68 Jahre alt, könnte man tatsächlich von einer erwachsenen Leistung sprechen. Aber so spräche dieser Satz dem Tatsächlichen natürlich Hohn.

Was hat das Album aus den 70ern? Nach meinem Dafürhalten ist es diese Liveatmosphäre, die es so noch nicht auf einem Studioalbum von Deep Purple gab. Es wirkt, als habe man alles hintereinander weg gespielt, so rund klingt alles. In Rock, Fireball und Machine Head sind absolut einzigartig, so etwas kann und will man auch nicht wiederholen, warum auch? Diese Alben gibt es und haben einen besonderen Platz in der Bandhistorie. Dafür haben sich Deep Purple auf Now what?! quasi neu erfunden. Was man von ihren Livekonzerten kennt, wenn die einzelnen Musiker zusammen jammen und zeigen, was sie auf ihren Instrumenten können, hat man erstmalig in so einer Form in Studiosongs verewigt. Cooles Beispiel wäre da Hell to Pay, einen Song, den man ebenfalls im Vorfeld kannte, der aber in der radioeditierten Version fast schon enteiert wirkt. Insofern lässt sich schon sagen, dass man etwas aus der Made in Japan in die Jetztzeit transportiert hat. Es entsteht jedoch immer wieder der Eindruck, warum hören die Songs eigentlich jetzt auf? Das wäre der Unterschied, denn es ufert nicht aus. Aber wir haben hier keine 3minüter auf diesem Album versammelt. Zwischen 4 und 7 Minuten ist alles vertreten.

Ein Trademark Deep Purples ist hier jedoch besonders hervor zu heben. Don Aireys Spiel ist die uneingeschränkte Verneigung vor Jon Lord, der uns viel zu früh verlassen hat. Nichts wirkt berechnend, jeder Durchlauf hat andere Fascetten des Orgelspiels für uns parat, man entdeckt immer wieder Neues. Mal fetzig improvisiert und mal ganz sanft und ein anderes Mal durchaus jazzig auf einem alten Klavier. Jons Geist ist in jeder Note des Albums spürbar. Er wird da, wo er jetzt ist, seine helle Freude haben. Diesem Spiel entsprechend angepasst ist auch die Gitarre von Steve, es ist alles absolut stimmig, sein Stil ist vollkommen anders als von Ritchie Blackmore, trotzdem passt es zu Deep Purple der 70er mehr als der spätere Ritchie Blackmore, dessen letzte Produktionen mit Deep Purple immer mehr nach Rainbow klangen. Aber beide haben ihren Platz und Ritchie hat noch größere Verdienste um Deep Purple. Erst mit diesem neuen Album hat Steve Morse, der bis dahin schon wirklich gut war, eine außergewöhnliche Leistung gezeigt. Die Gitarre wirkt etwas entzerrt, ist aber im Zusammenspiel mit Don Airey präsenter denn je. Selbst die schon immer überragende Rythmusabteilung Glover und Paice hat die Messlatte noch mal hoch gelegt.

Meine Schlussworte gelten Ian Gillan, der seine musikalische Entwicklung auf erhabene Weise auf ein neues Niveau hebt. Versuchte er auch nur im Ansatz seine Schreie immer wieder zu reproduzieren, wäre er sein eigenes Abziehbild, nur schlechter und wenn er Pech hat, peinlicher. So konzentriert er sich auf seinen Gesang und zeigt sich mit einer würdigen Vorstellung, die niemals peinlich wirkt. Aber seinen Schrei gibt es dann einmal doch am Schluss von Vincent Price, der Song über den Horrorschauspieler einer anderen Zeit, dessen Originalstimme wir alle von Michael Jackson's Thriller kennen.

So sehr ich mir immer neues Material von Deep Purple wünschen würde, wäre Now what?! das letzte Album, es wäre ein würdiges Finale …

Und so lege ich mich doch fest, auch wenn ich dieses Mal ohne Anspieltipps auskomme, Deep Purple haben etwas Großes geschaffen!
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