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Kundenrezension

Es war am Nachmittag des 26. Juni 2009, einem Freitag, als ich den Fernseher einschaltete und vom Tod des größten Popstars zumindest der 80er- und frühen bis mittleren 90er-Jahre erfuhr. Am selben Abend fand im Hotel 'Interconti' in Hamburg (wird aktuell gerade abgerissen) der Abiturball des Sohnes meiner besten Freunde statt. Irgendwann legte der D.J. eine Michael-Jackson-Gedächtnis-Viertelstunde ein, und wir tanzten zu "Beat It", "Billie Jean" und, so weit ich mich erinnere, "Dirty Diana". Solche Tage (bzw. Nächte) vergisst man einfach nicht.

Dieser Sänger und Komponist aus Gary / Indiana, nur ein paar Monate älter als ich selbst, hatte mich mein ganzes bewusstes Leben lang musikalisch begleitet; zunächst mit den Jackson Five, denen ich als Teenager nichts abgewinnen konnte, später dann mit The Jacksons und natürlich als unglaublich präsenter Solokünstler mit bahnbrechenden Alben wie THRILLER, BAD, DANGEROUS und einer Unzahl von Singlehits.

Einiges von seiner Musik mochte ich, anderes nicht so sehr. Ein ganz großer Fan, so wie viele andere, war ich nie. Aber ich bewunderte seine Leidenschaft für die Musik und konnte sein Leiden an der Welt, die ihn nicht verstand, recht gut nachvollziehen.

Fünf Jahre nach seinem einsamen Tod in Los Angeles erscheint nun ein 'neues' Album von Michael Jackson mit acht Songs, die er zwischen 1983 und 1999 mit recht ausgereiften Demoversionen aufgenommen, aber nicht veröffentlicht hatte. Berühmte Arrangeure und Produzenten nahmen sich der auralen Hinterlassenschaften an, und das Ergebnis heißt XSCAPE.

Natürlich schreien viele nun gleich wieder auf: Leichenfledderei, Geldmacherei und so manch anderes mit -ei am Ende des Wortes. Klar, das ist nicht von der Hand zu weisen. Ähnliches hat man über die Jahrzehnte immer wieder mit berühmten Toten der Pop- und Rockgeschichte gemacht, hießen sie nun Elvis Presley, Jimi Hendrix, Jim Morrison, Marc Bolan oder - zuletzt - Amy Winehouse. Was hält die Welt am Laufen? Geld. Ist doch klar.

Andererseits: Eine Garantie, dass sich postum veröffentlichtes Material auch wirklich an den Mann und an die Frau bringen lässt, gibt es nicht.

Im Falle von XSCAPE hat es absolut funktioniert (u.a. Platz 1 in den USA und England sowie Platz 2 in Deutschland) und das zu Recht, denn hier handelt es sich durchweg um hochwertige Kompositionen und faszinierende Bearbeitungen der hinterlassenen Originalaufnahmen.

Angefangen mit dem Soulpop-Ohrwurm "Love Never Felt So Good", den er 1983 zusammen mit Paul Anka schrieb, der Ende der fünfziger Jahre so erfolgreich war wie Michael Jackson ein Vierteljahrhundert später, bis hin zum ultratypischen Titeltrack "Xscape", lauscht man diesen Songs mit Respekt und großer Faszination. Das ist Michael Jackson wie er leibte und lebte.

Natürlich kann man über das ein oder andere Arrangement vortrefflich streiten. So handelte es sich bei "A Place With No Name" zum Beispiel um Jacksons dem Original ziemlich nahe kommende eigene Version des Klassikers "A Horse With No Name" von der Band America. In der Bearbeitung von Elliot Straite alias Dr. Freeze wird daraus ein völlig anderer Song. Doch hätte MJ es so gewollt?

Die Singleauskopplung "Love Never Felt So Good" im 'Duett' mit Justin Timblerlake ist ebenfalls diskussionswürdig. Hier würde ich allerdings vermuten, dass MJ diese Idee begeistert aufgenommen hätte.

In der 'Xscape Documentary' auf der DVD spürt man die ungeheure Begeisterung, mit der die 'Bearbeiter' ihren (sicherlich gut bezahlten) Job getan haben, um wirklich alles aus den Aufnahmen herauszukitzeln, was möglich war, um letztlich ein Album zu realisieren, dass, wenn MJ noch leben würde, heutigen Ansprüchen absolut genügen würde. Leider hat man sich nicht die Mühe gemacht, die Doku mit Untertiteln in anderen Sprachen zu versehen. Man sollte also schon ganz gut des Englischen mächtig sein, um einen Nutzen daraus zu ziehen. Und die Teile 'XScape Documentary Outtakes' und 'Resume' sind absolut identisch. Liegt hier ein Produktionsfehler vor?

Und leider ist der Klang der auf der DVD zu hörenden Songschnipsel wesentlich besser und differenzierter als auf der CD selbst. Der Sound des Albums leidet auf guten Anlagen gelegentlich an einer gewissen Gleichförmigkeit, d.h, dass alle Klangquellen (Instrumente und Gesang) irgendwie gleich laut daherkommen. Das nervt, und dem Perfektionisten Michael Jackson hätte das nicht gefallen. Auf kleineren Anlagen spürt man diese Gleichförmigkeit erheblich weniger, und die Songs klingen (zum Teil) etwas natürlicher und besser.

Insgesamt handelt es sich bei XSCAPE um ein absolut staunenswertes Projekt, das Millionen Michael-Jackson-Anhänger in aller Welt begeistert haben dürfte.

'There's a soulfullness to all his music, there is a timelessness, but it's still contemporary', so lautet ein Zitat aus der Doku auf der DVD. Ja, das trifft es ganz genau.

Am 20. September 2009 flog der Sohn meiner Freunde nach Australien, und wir lieferten ihn dafür in München ab. Bei einem Ausflug in die Stadt stießen wir auf eine Art von Michael-Jackson-Denkmal, dekoriert mit Fotos, Zeichnungen und Liebesbezeugungen aller Art. Erst in jenem Augenblick begriff ich wirklich, was dieser große Junge so vielen Menschen in aller Welt bedeutet hatte. Und diese Bedeutung hat bis heute nicht nachgelassen oder ist sogar wieder größer geworden als in den letzten Jahren vor seinem Tod, weil man begreift, was für ein Gesamtwerk dieser Superstar im wahrsten Sinne des Wortes hinterlassen hat.

All diese Leute werden XSCAPE lieben. Und mir geht es kaum anders, denn dies ist ein wahrlich würdiges Vermächtnis des selbst ernannten 'King of Pop'.
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