find Hier klicken Sonderangebote studentsignup Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken HI_PROJECT Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle Unlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longss17

Kundenrezension

am 28. Januar 2012
Diese Rezension enthält Spoiler-Elemente.

'Tiefe Wunden' ist der dritte Band der Neuhaus-Reihe, die ich chronolgischer Reihenfolge lese. Nachdem mir die ersten beiden recht gut gefallen hatten, wenn auch nicht uneingeschränkt, bin ich vom dritten Band einigermaßen enttäuscht. Mit der Erwartung, dass Frau Neuhaus sich von Buch zu Buch steigern würde, wie mir angekündigt worden war, habe ich mir die Lektüre zu Gemüte geführt. Dieser Erwartung wurde das Buch nicht gerecht. Zu viele Schwächen, Ungereimtheiten, Zufälle und irrationale Schritte offenbarten sich mir.

So bleiben für meine Begriffe viele Fragen offen: Wie kann es sein, dass hauptbeamtliche Kriminalkommissare nicht auf die Idee kommen, bei der Zahl könnte es sich um ein Datum handeln, zumal es sich um einen sehr alten Mann handelt, der noch dazu Jude ist und das Datum im letzten Jahr des 2. Weltkrieges bedeutet? Und wieso wird nicht recherchiert, was an diesem Tag in Europa passiert sein könnte? Warum fliegt Miriam nach Polen und hält sich da tagelang auf? Aus reiner Neugier? Was sagt ihr Arbeitgeber dazu? Warum reisen Pia und H. Kirchhoff völlig überstürzt nach Masuren, ohne dass dafür die geringste Veranlassung besteht? Erstens gibt es in der Heimat noch viel Arbeit und Probleme zu lösen und zweitens hätte die Suche nach möglicherweise noch vorhandenen Beweisen nun wirklich noch Zeit, zum Beispiel bis zu einer Gerichtsverhandlung. Warum versucht Jutta Kaltensee Bodenstein eine Vergewaltigung anzuhängen, was heftigen Widerspruch Bodensteins ausgelöst hätte, wenn sie doch sehr darauf bedacht ist, jegliche Skandale von ihrer Familie fernzuhalten, um ihre politische Karriere nicht zu gefährden? Wie kann es sein, dass die 85-jährige Auguste Nowak so behende ist, dass sie schneller als eine Pistolenkugel sich bewegt und sich vor ihren Sohn wirft? Es blieben noch mehr Fragen, die mir aber jetzt nicht mehr alleine einfallen.

Man gewinnt den Eindruck, Frau Neuhaus habe zunächst einzelne Versatzstücke dieser Geschichte geschrieben, beim Zusammenführen dieser Teile aber große Schwierigkeiten gehabt. Nach dem Motto, 'was nicht passt, wird passend gemacht', hat sie als übergeordnete Instanz, die das Chaos der diffus verlaufenden Fäden schon überblickt, die handelnden Personen an die Schauplätze geleitet, die gerade relevant sind, damit der Leser alles mitbekommt und immer live dabei ist. Dies geht aber auf Kosten der Logik. Was die Leute antreibt und zu ihrem Handeln veranlasst ist oftmals zusammenhangslos oder nicht transparent.

Ein weiter Makel ist meines Erachtens die schlechte Angewohnheit beinahe sämtlicher Charaktere, den Kommissaren immer schön alles zu erzählen und andere in die Pfanne zu hauen. Die Ermittlungsarbeit fußt nahezu komplett auf Verhören. Ständig wird hier und dort hingefahren, in der Hoffnung, dass mal wieder etwas preisgegeben wird. Ein Charakter, der einfach mal die Klappe hält, bis es zur Gerichtsverhandlung kommt und nicht nicht mehr sagt als notwendig, taucht quasi nicht auf. Und wenn einer schweigt, dann der, der eigentlich nichts zu verbergen hat.

Darüber hinaus ist mir die Brutalität, Skrupellosigkeit und Bösartigkeit fast aller handelnden Personen aufgefallen. Kaum taucht mal einer auf, der einfach völlig normal ist, der nichts im Schilde führt, der eine gute Gesinnung hat. Gemordet, gefoltert und entführt wird einfach so mal nebenbei. Fast alle sind in irgendeiner Weise dann auch noch miteinander verbandelt ' oftmals geht auch noch was in sexueller Hinsicht.

Gut gefallen hat mir der häufige Perspektivenwechsel, was in dem Ausmaß neu bei Frau Neuhaus ist. Man kann von Anfang an in die Köpfe vieler Leute schauen. Dies macht sie sich auch zunutze, um den Leser auf eine falsche Fährte zu locken. Außerdem fand ich grundsätzlich die ganze Thematik sehr spannend und interessant. Der Erzählstil ist auch akzeptabel. Der Krimi ist zwar nicht auf besonders anspruchsvollem Niveau geschrieben, lässt aber vor meinem inneren Auge eine plastische Welt entstehen, indem die Autorin das Wesentliche anschaulich beschreibt. In ihrer Welt fühle ich mich wohl. Nicht, weil diese so gut und schön wäre, sondern, weil ich mich darin zurechtfinde und mich quasi mittendrin im Geschehen wähne. Deshalb gerade noch drei Punkte!

Ich hoffe, dass der nächste Band, die Vorschusslorbeeren verdient hat.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden| Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.

Bitte geben Sie mindestens ein Wort ein
Sie müssen mindestens einen Artikel von Amazon kaufen, um eine Rezension zu verfassen
Beim Absenden Ihres Kommentars ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Derzeit tritt ein Problem beim Laden der Kommentare auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.