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Kundenrezension

am 10. September 2013
Mein Eindruck von diesem Buch ist zwiespältig, eher negativ. Warum es die Welt nicht gibt, diese provokant formulierte Aussage wird schon in den ersten fünf Sätzen erklärt. Sie ist weder originell noch neu und war schon den griechischen Philosophen um 400 vor Christus bekannt. Es gibt nun einmal keine allumfassende Welt, denn jederzeit ist eine noch allumfassendere denkbar, so wie es auch keine größte natürliche Zahl gibt. Immer kann man noch eine weitere Zahl addieren. Das stört ja auch niemanden.
Das Neue, das Gabriel dieser Erkenntnis hinzufügt ist der Kontext einer Welt aus fraktal verschachtelten Sinnfeldern. Er erklärt dieses Konzept gut weitet es auf andere Bereiche aus, wie Wissenschaft, Religion und Kunst.
Überall dort, wo Gabriel seine ureigenen Ideen vertritt ist sein Stil mitreißend und kraftvoll. Komplexe Sachverhalte vermittelt er ohne dass der Leser das mitbekommt. Dieser Fluss wird leider immer wieder von philosophischen Erklärungen und Definitionen unterbrochen, so staubtrocken und zäh wie der Christstollen von letztem Jahr. Nicht dass diese Passagen unwichtig wären, im Gegenteil, doch es wäre zu wünschen gewesen, dass Gabriel wenigstens auf die Verwendung von unnötigem Fachvokabular verzichtet hätte und den Christstollen mit einer Flasche Cognac behandelt hätte.
Schon fast als unangenehm habe ich das aggressive Argumentieren gegen viele Klassiker der Philosophie und den Konstruktivismus im Allgemeinen empfunden. Selbst Kant wird nicht ausgelassen und im Lichte von Gabriels Ideen vorgeführt.
Der Konstruktivismus hat in diversen Spielarten schließlich zum Verständnis der modernen Physik beigetragen. Seine merkwürdig erscheinenden Schlussfolgerungen sind aber inzwischen von dieser inzwischen überwunden worden.
Missfallen hat mir besonders die Wissenschaftsschelte, die das Buch von vorne bis hinten durchzieht. Die etablierte Schulbuchphysik mit Begriffen wie Fetischismus, Ersatzreligion und Halluzination zu belegen mag ja noch angehen, doch Gabriel vergisst, dass das nur der kleinste gemeinsame Nenner der Physik ist. Er vergisst, dass viele Physiker Menschen sind, die an der Front der Erkenntnis kämpfen, tagtäglich mit den Unzulänglichkeiten des eigenen Denkapparates konfrontiert sind, und längst über die von Ihm vorgebrachten Argumente hinausgewachsen sind. Wenn er sich wirklich mit moderner Physik und deren philosophischen Konsequenzen auseinandergesetzt hätte, hätte er erkennen müssen, dass die Strukturen die hier geboten werden, denen aus seinem Buch verdammt ähnlich sind.
Die Synthese seines Sinnfeldkontextes mit den Ideen der modernen Physik, das hätte vielleicht eine Sichtweise ergeben können, die der Welt angemessen wäre.
Schade drum.
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