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Kundenrezension

am 24. Januar 2014
Da musste erst ein neues DSA-Rollenspiel her, um aus mir einen Gambler zu machen. Early Access, so der Name des Community nahen Entwicklungskonzepts, auf das ich mich Anfang Dezember einließ. Geneigte Käufer zahlen einen Bruchteil des Neupreises für ein unfertiges Computerspiel und dürfen dafür schon weit vor dem offiziellen Release mitmischen. Das kann freilich auch in die Hose gehen, führte mich im Fall von Blackguards aber zu ungetrübtem Spielspaß, von dem ich auch deshalb schon heut' zu berichten weiß.

Was Blackguards kann:

- Blackguards ist ein Rollenspiel mit Schwerpunkt auf rundenbasierten Kämpfen. Hexagon-Maps von beruhigender Symmetrie und knausrig abgezählte Bewegungspunkte erinnern verdächtig an Klassiker wie Disciples und Heroes of Might and Magic - insbesondere aus isometrischer Perspektive. Tatsächlich gibt es sich alle Mühe, Oldschool-Flair zu versprühen, das in Kombi mit so viel taktischer Tiefe auf eine überschaubare Käuferschaft zielen dürfte.

- Und siehe da: Schon die Charakterentwicklung baut auf Erfahrung. Mein Magus wählte aus acht Attributen, 20 Talenten, 24 Zaubern à vier Wirkungsvarianten und 39 Sonderfertigkeiten. DSA-Vorkenntnisse helfen. RPG-Veteranen stellen bald fest, dass das Einmaleins des Genres Voraussetzung darstellt. Sprich, dass Spezialisierungen Wunder wirken und die Kuh am Heck fett ist. Auch in Waffenkammer und Kleiderschrank langt man besser nach sorgfältigem Studium aller Zahlen. Hinzu kommt ein Weinkeller voller Gifte und Tränke mit unterschiedlichen Werten und Wirkungsdauern. So weit ist Blackguards ganz Rollenspiel.

- Von Beginn an zeigt uns der Schwierigkeitsgrad der Scharmützel, wo der Angroscho die Locken hat. Attacken treffen mit abhängiger Wahrscheinlichkeit, unsichtbare Fallen durchkreuzen jeden Plan und wichtige Gegenstände auf dem Feld verschieben Prioritäten. Von den zahllosen Spells ganz zu schweigen. Zwerge sind an sich schon kaum zu ertragende Zeitgenossen, ein gekonnt verpackter auf Axxeleratus und Hammerschlag aber kann Schlachten im Alleingang rocken. Nicht selten entscheiden Buffs und Debuffs über Sieg und neuerliches Laden, während ein spektakulärer Massenvernichtungszauber versehentlich Löcher in die eigenen Reihen reißt. Gefühlt sind Strategie und Taktik wenige Grenzen gesetzt. Heißt aber auch, diese auszureizen, um kniffliger Lagen Herr zu werden.

- Story und Sprachausgabe stimmen. Zusammen sorgen sie für so viel Ambiente, dass man Partymitglieder liebgewinnt (ja, sogar den Zwerg) und gespannt auf den Fortgang der Handlung lauert.

Was Blackguards nicht kann:

- Blackguards ist kein Rollenspiel nach DSA-Vorschrift. Wer die im Sommer des letzten Jahres veröffentlichte Neuauflage der Schicksalsklinge punkto Regelwerk für nachlässig hielt, wird dieses Mal beide Augen zukneifen müssen. Zauber wurden mitunter künstlerisch interpretiert. Überhaupt will Blackguards kein ganzes Rollenspiel sein. Wenigstens 80 Prozent der Aufmerksamkeit gebühren den rundenbasierten Kämpfen. Modische Abwechslung, Reiserei und Gesprächsführung sind allenfalls welke Salatbeilage. Ein Beispiel: Magi tragen eine nichtssagende Standard-Robe, die es nicht einmal zu kaufen gibt. Findet man die Teile nicht, läuft der Zauberwirker in einem Mix aus Lederwams und Kaftan durchs Großemirat Mengbilla. Individualisierung is' nicht. Entsprechend scharf sollte man auf die Hauptattraktion sein, um bei gut 50 Stunden Spielzeit, die flott zusammenkommen, nicht Lust und Laune zu verlieren.

- Grafische Kunststückchen bleiben aus. Dabei genügt die Optik bei Kampfgeschehen allemal. Nur in den Städten und Zwischensequenzen springen die Defizite ins Auge. Auch hier wird offensichtlich, wohinein die Entwicklungszeit floss. Leider schmälert das den Gesamteindruck.

- Blackguards ist nichts für Rookies im Genre. Wer die eigene Party verzieht, merkt vielleicht erst in Schlüsselkämpfen, dass die Wurzel des Versagens viel tiefer reicht. Kampf zwei des fünften Aktes ist so ein Check. Und bei jedem Scheitern stellt sich die Frage, ob es nun am Equipment, der Skillung oder dem Vorgehen im Schlagabtausch selbst liegt. Für die fälligen Analysen braucht es Geduld und Experimentierfreude.

Kurzum: Blackguards ist eine Spielwiese für Liebhaber rundenbasierter Taktik. Der konstant hohe Schwierigkeitsgrad ist aber auch Alleinunterhalter. Wer sich damit begnügen kann, wird gesäumt von Retortennebenquests durch die fordernde Haupthandlung geleitet. Liebe zum Detail abseits der für die Kämpfe relevanten Zahlen gibt es kaum. Schon die magere Charaktergenerierung deutet die Richtung, in die es geht. Mehr als drei Sterne werden es deshalb nicht. Fans der Spielmechanik dürfen sich gern an denen orientieren, die ich beim Spielspaß vergeben habe.
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