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Kundenrezension

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Preußen - der deutsche Sonderweg ins sozialistische Paradies, 11. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Preußische Profile (Taschenbuch)
In diesem Buch stellen zwei Autoren in kurzen Essays 12 Persönlichkeiten der preußischen Geschichte vor, unter anderem Friedrich den Großen, Otto von Bismarck, Friedrich Engels und Wilhelm II. Wer jedoch zu den "Preußischen Profilen" greift und eine vielleicht wohlwollende, aber dennoch einigermaßen sachlich-objektive Darstellung erwartet, der lasse alle Hoffnung fahren und mache sich auf eine geballte Ladung ideologiesierender Heldenverehrung und haarsträubenden Schwachsinns gefasst.

Haffners Preußen-Porträts sind eindeutig preußophil und das mitunter bis zur Lächerlichkeit, etwa wenn er allen Ernstes behauptet, Kaiser Wilhelm II. habe seine blutrünstig-pathetischen Reden nur deshalb gehalten, weil er so empfänglich für Stimmungen war und diese Gefühle "damals nur allzu sehr in der Luft, in der deutschen Luft [lagen]. Der Kaiser mit seiner medialen Begabung fing es auf, strahlte es zurück (...)." (S. 250) Der arme Mann konnte also schlicht nicht anders.

Venohrs Texte aber sind mehr als nur einseitig und beschönigend. Aus seinen Essays spricht ein Weltbild, bei dem man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Das beginnt schon in der von ihm verfassten Einleitung, in der er wie selbstverständlich feststellt, dass das alte feudal-agraische Preußen die moralisch überlegene, einzig wahre deutsche Nation gewesen sei, die jedoch mit der Gründung des bürgerlich-industriellen Deutschen Reiches 1871 auf perfide Weise vernichtet wurde. (S. 11 ff)

Schuld daran ist für Venohr eine kosmopolitisch-liberal-bourgoise Verschwörung samt marxistischer Kollaboranten. (S. 16) Diese hat damit auch die folgenden zwei Weltkriege zu verantworten, in denen das unnachahmliche preußische Offizierkorps gezwungen war, im Namen zuerst des bürgerlichen Imperialismus und dann des Faschismus verlorene Schlachten zu schlagen. (S. 14 und 15) Für den Autor jedoch "nähert sich der Tag, an dem man den gigantischen Irrtum des bourgoisen Fortschritts erkennen und sodann auch begreifen wird, daß das Wirken des aufgeklärten Abolutismus preußischer Provenienz in Richtung einer volksfreundlichen Arbeitsmonarchie für die niederen Volksschichten ungleich segensreicher war als jede Spielart bürgerlicher Klassenherrschaft, wie sie sich in Westeuropa oder Nordamerika verwirklichte." (S. 62)

Das ist Venohrs fixe Idee: Dass Preußen eine Art idealen, deutsch-nationalen Sozialismus vorgelebt habe und darum von seinen in- und ausländischen "Feinden" zerstört wurde. Der einzige Weg aus dem gegenwärtigen Jammertal der deutschen Machtlosigkeit führt für ihn folgerichtig über die Rückkehr zur "preußischen Façon" (S. 21), unter der sich Venohr eine preußische DDR vorzustellen scheint, in der ein absolutistischer König bei seinem deutschen Volk mit harter, aber väterlicher Hand für Zucht, Ordnung, Arbeit und Brot sorgt.

Ganz abgesehen davon, dass Venohr den Beweis für seine steile These schuldig bleibt, vermischt er typisch marxistische Phrasen von liberaler Bourgoise, Proletariat und Klassenkampf mit tiefbraunem Vokabular von Verausländerung, Überfremdung und alliierter Umerziehung und Gleichschaltung. (S. 61, 72 und 15) Die übrigen europäischen Länder, charmant als "Randvölker" bezeichnet (S. 21), sind für ihn ohnehin eine einzige Ansammmlung feindlicher Mächte, denen es "ein tiefes inneres, offenbar unwiderstehliches Bedürfnis [ist], an Deutschland und an Mitteleuropa herumzuschneiden, zu teilen und zu halbieren, zu gängeln und zu manipulieren." (S. 21)

Es hat mich schließlich kaum gewundert zu erfahren, dass Wolfgang Venohr als 16-Jähriger freiwillig in die Waffen-SS eintrat. Das Muster ist ganz deutlich: Hier hat sich ein von Hitler Enttäuschter einen neuen Götzen gesucht und seine nationalistischen Großmachtsfantasien vom Führer und dem Dritten Reich auf Preußen und seine Könige übertragen. Das Objekt der Anbetung ist ein anderes, aber Geist und Ton sind exakt dieselben. Armes Preußen. Wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde. Und arme Leser, die mit diesem rot-braunen Schwachsinn traktiert werden.
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