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Kundenrezension

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solide, aber wenig eigenständig, 23. Februar 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Grten des Herrn (Audio CD)
Das im November 2003 bei Napalm Records erschienene zweite Album der deutschen Band Eisheilig bietet zehn grundsolide, klassische Gothrock-Songs und ein abschließendes Instrumental. Eigentlich hat es alles, was ein gutes Gothic-Rock Album braucht: Die Melodien sind zum Großteil recht schön, es herrscht eine angenehm düstere und manchmal leicht melancholische Atmosphäre vor und das alles wurde bemerkenswert fett und kraftvoll produziert, sodass es auf dieser Seite nichts zu meckern gibt.
Dennoch muss ich leider sagen, dass ich dieser Band beinahe jedwede Existenzberechtigung absprechen könnte: Denn frei nach der Devise „Besser gut kopiert als schlecht erfunden" klaut man sich hier seinen Stil zusammen, besonders was den Gesang von Dennis Mikus angeht. Dieser versucht während der gesamten Spielzeit stets, sich einen eigenständigen und vielseitigen Gesangsstil anzueignen und scheitert dabei kläglich, indem er sich abwechselnd bei Till von Rammstein, bei Dero vom Oomph!, Joachim Witt, dann plötzlich bei den tieferen Gesangslinien von Ville Valo (HIM) oder auch bei Jyrki von den 69 Eyes bedient. Der „normale", ungepresste Gesang erinnert dabei meist an letzteren. Eine Kunst für sich, das alles unter einen Hut zu bringen, nicht wahr? Manchmal, das darf man ihm nicht absprechen, versucht er sich tatsächlich mal an einem etwas melodischeren, eigenen Input, der allerdings daran zugrunde geht, dass er es selten schafft, die Melodien gekonnt herüberzubringen, und stattdessen beizeiten irgendwie verwirrende Töne singt. Gelungen kombiniert sind diese zahlreichen Einflüsse beileibe nicht; stattdessen wechselt Dennis von Strophe zu Refrain und von einem Lied zum nächsten ständig die Stimme, was mitunter ein wenig nerven kann, da so kein stimmiges Gesamtbild entsteht.
Dabei ist doch der Rest gar nicht mal übel geworden: Till Maiwald präsentiert uns sehr gelungene, kraftvolle und geile Gitarrenriffs, von denen einige andere Genrevertreter nur träumen könnten, die Basslinien von Niklas Peternek sind für Rockverhältnisse stellenweise erstaunlich variabel und interessant und auch das Schlagzeug, gespielt von Dominik Sapia, kann sich durchaus sehen bzw. hören lassen. Hinsichtlich der Klangqualität gibt es, wie eingangs erwähnt, auch absolut nichts zu bemängeln, ganz im Gegenteil.
Zu den Songs an sich: Die ersten zwei Tracks sind ein gelungener Einstieg, weder eigenständig noch offenkundig geklaut. „Wahntrieb" ist ein typischer, sehr solider und eingängiger Gothrock-Song; „Mein Land" enthält ein verhältnismäßig aggressives und gut umgesetztes Riffing sowie sehr schöne Melodien. Dann „Die Kraft": Zu Anfang der Strophe ist der Gesang noch melodisch, der Übergang zum Refrain wirkt dann aber gepresst und erzwungen, ähnlich wie die Zeile „...Lässt dich hart zu Boden gehen, und die Welt zählt laut bis zehn" aus Rammstein's „Sonne"; die tiefen, ebenso gepresst klingenden Vocals und das übermäßig betonte „r" im Refrain gehen diesen Rammstein-Weg weiter und machen die an und für sich gute Melodie meiner Meinung nach völlig zunichte. Schade! Die Refrains von „Hoch Auf" und „Über Tausend Sternen" erinnern an Joachim Witt, letzterer außerdem wieder ein wenig an Rammstein. Die Strophe von „Tief Begraben" wiederum hätte auch in einem Oomph!-Song gut ausgesehen, der Gesang klingt zum Verwechseln nach Dero. „Die Sonne Über Uns" ist dann ein Lied, in dem sich Dennis um melancholischeren und sanfteren Gesang bemüht, was nicht ganz optimal gelungen ist, da die Töne einfach nicht sauber passen; noch dazu ist die Refrainmelodie eher enttäuschend. Mit „Flieg" ist noch ein sehr schöner Song dabei, in dem nicht ganz so offensichtlich kopiert wird wie in manch anderem. „Es kommt der Tag" hat eine nette Anfangs- und Zwischenmelodie, die Melodik der Gesangspassagen kann allerdings keineswegs überzeugen, sodass dies einer der schlechtesten Tracks auf dem Album ist. „Nebelreich" schließlich, in welchem ein kurzer Auszug aus Heinrich Heines X. Fresko-Sonett aus dem Jahr 1821 musikalisch verarbeitet und textlich ergänzt wird, spottet dem literarischen Vorbild eher, als dass selbiges akkurat und ansprechend umgesetzt würde. Wieder bemüht sich der Sänger relativ erfolglos, gefühlvoll zu singen, das ganze klingt irgendwie eher ein bisschen lächerlich, zumal der Refrain mit seiner wenig spannenden Melodie wieder einmal in Rammstein-Manier ins Mikrofon geplärrt wird. Den Abschluss dieser CD bildet das Instrumental „Nordtal", das unter Beweis stellt, das irgendwer, dessen Name im Booklet nicht erwähnt wird, ein paar Akkorde auf dem Synthesizer spielen kann (Respekt!), mit denen allerdings kein einziges Mal eine fesselnde oder höchst atmosphärische Melodie gezaubert wird; auch die kleinen elektronischen Spielereien und imitierten Streicher können hier nicht mehr vor der Langeweile bewahren. Dieses Teil hätte man sich eigentlich sparen können.
Inhaltlich wird das Übliche thematisiert: Verlust, Tod, Sehnsucht und so etwas wie klischeehaft-düstere Mystik („Die schwarzen Engel ziehen ihre Bahnen", „Und Feuersäulen steigen auf"). Sie sind jedoch besser umgesetzt als bei den meisten Genrevertretern und klingen nur selten so aufgesetzt pseudo-traurig wie etwa bei den Gothpop-Shootingstars von HIM. Die Lyrics sind mit einem angemessenen Grad an Anspruch ausgestattet und passen zur Atmosphäre, sind dabei aber größtenteils nicht zu schwer zu interpretieren. Was mich ein wenig stört ist die Tatsache, dass die Songtexte in einer völlig chaotischen Reihenfolge im Booklet angeordnet sind - warum soll ich denn die ganze Zeit hin- und herblättern? Vielleicht hatte die Band das Gefühl, noch nicht genug von Oomph! geklaut zu haben, deren Alben stets eine ähnlich ärgerliche Booklet-Strukturierung aufweisen. Optisch ist selbiges jedoch sehr ansprechend gestaltet, es enthält einige schöne und atmosphärische Fotos. Auch das Cover ist auf irgendeine Weise cool und auch passend, wie ich finde.
Unter dem Strich bleibt ein grundsolides Album mit einigen guten Songs, das für Genrepuristen sicherlich ein gefundenes Fressen darstellt und Kurzweil für Zwischendurch bietet. Fans der oben genannten Bands sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren - vorausgesetzt, sie stören sich nicht an einer Prise mehr Härte und Anspruch. Solche Leute, die wie ich diese Art von Musik eher selten nebenbei hören und ihr nicht ganz so viel abgewinnen können, müssen „Die Gärten des Herrn" nicht unbedingt haben. Wer sich gern ein eigenes Bild machen will, möge sich als Anspieltipps die Lieder „Wahntrieb", „Mein Land", „Tief Begraben" (um auch die unmelodischere Seite des Gesangs kennen zu lernen) und „Flieg" zu Gemüte führen.
Spielzeit: 48:56 Min.
Klangqualität / Produktion: 10/10
Eingängigkeit: 8/10
Innovation: 2/10
Wiederspielwert: 6,5/10
Stimmigkeit: 7/10
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Kaufempfehlung: 7/10
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