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Kundenrezension

am 4. Juni 2013
Ich fotografiere nicht professionell, aber häufig für professionelle Anwendungen mit entsprechender Ausrüstung und auch Ausbildung. Mein Normalobjektiv an der (Vollformat) 6D ist das Canon 24-70mm 2.8 L II, das bereits bei Maximalblende und bei jeder Brennweite sehr, sehr scharf ist. 90% meiner Aufnahmen entstehen bei Maximalblenden. Canons EF 85mm 1.8 hatte ich relativ spät im Visier, weil es ein wenig im Schatten des spektakulären EF 85mm 1.2 L steht, und vielleicht auch des populären (obwohl technisch schlechteren) EF 50mm 1.4, das ich ebenfalls besitze.

Entscheidend bei Objektiven dieser Art ist, ob sie tatsächlich bei Offenblende nutzbar sind, und das ist hier der Fall: Die Schärfe des EF 85mm 1.8 ist bereits bei Offenblende sehr gut. Die für lichtstarke konventionelle Objektive typische sphärische Aberration (Überstrahlung heller Konturen) ist bei Offenblende vorhanden aber maßvoll und bei typischen Anwendungsgebieten (Portrait, Indoor) kaum spürbar. An extrem hellen Konturen werden bisweilen schmale, magentafarbene Farbsäume sichtbar, die aber im externen RAW-Processing problemlos verschwinden. Alternativ kann um eine Stufe abgeblendet werden. Die Verzeichnung ist praktisch nicht wahrnehmbar. Der Autofokus arbeitet so schnell, präzise und geräuscharm wie bei meinem L-Zoom - und vor allem deutlich schneller als am 85mm 1.2 L! Im Gegensatz zum EF 50mm 1.4, das einen etwas trägeren, rauhen (und dem Vernehmen nach auch anfälligen) Mikromotor nutzt, besitzt das 85er einen zackig arbeitenden Ringmotor und Hintergliedfokussierung ("außen bewegt sich nichts"). Das Bokeh ist traumhaft, mit achteckigen Blendenflecken bei Abblendung.

Mit dem EF 85mm 1.8 bekommen Sie für vergleichsweise sehr wenig Geld (an einer Vollformat-Kamera):
- ein kompromissloses, reisetaugliches, professionell nutzbares Portraitobjektiv mit unnachahmlichem Tiefeneindruck,
- ein wendiges Indoor-Tele für stimmungsvolle Schnappschüsse bei vorhandenem Licht,
- ein dämmerungstaugliches, diskretes Objektiv für nicht ganz klassische Streetfotografie mit etwas "Sicherheitsabstand" oder Portraitschwerpunkt,
- ein tadelloses Werkzeug zur Bühnenfotografie aus kurzer Distanz,
- ein Objektiv mit actiontauglichem Autofocus für Indoorsport, Kinder, Haustiere, etc.
- für Spezialisten ein Objektiv für besonders stimmungsvolle Landschaftsdetails,
- eine erschwingliche, schnellere Alternative (oder vielleicht auch Einstimmung) zum fünfmal so teuren EF 85mm 1.2 L.

An einer Cropformat-Kamera erzielen Sie einen Bildausschnitt wie mit 135mm am Vollformat. Das ist eine exzellente Brennweite z. B. für plakative Kopfportraits, Hallensport, Bühne und unbemerkte Schnappschüsse. Für allgemeine Portraits und typisches Indoor ist die Brennweite hier jedoch unpraktisch lang.

Für mich ungewohnt ist die (wie beim 1.2 L) etwas lange Naheinstellgrenze, die kein engeres Aufnahmefeld als etwa DIN A4 Größe zulässt, im Vollformat wohlgemerkt. Für minimalistische Stillleben, Naturstudien und definitiv für Gesichtsdetails ist das eine Spur zu weit. Ebenfalls etwas ungewohnt ist die als Extra erhältliche Gegenlichtblende, die nicht die übliche Bajonettbefestigung besitzt, sondern per Taster zu entriegelnde, filigran anmutende Rastnasen. Die Blende ist m. E. komfortabler anzubringen als manch widerspenstiges Bajonett-Exemplar, sitzt dafür aber nicht unbeweglich fest sondern etwas lose klappernd. So what.

Das EF 85mm 1.8 gilt gilt vielen Fans als besonders hochwertiger Geheimtipp im Canon-Sortiment; dies um so mehr, als es für dreistellige Beträge keine wirklich gleichwertige Alternative von Canon gibt (vom 100mm-Zwilling mal abgesehen). Hervorheben möchte ich, dass das Objektiv bei gleichem Preis in mechanischer und für meine Belange auch in kreativer Hinsicht deutlichen Mehrwert gegenüber dem populären 50mm 1.4 bietet (dessen Bildstimmung ich sehr schätze). Falls Sie den größeren Bildwinkel nicht ausdrücklich bevorzugen oder z. B. wegen eines Crop-Sensors benötigen, oder falls Sie schon ein gutes Standardzoom besitzen, rate ich bei Canon zum 85er.

Update:
Ich habe inzwischen das legendär scharfe EF 135mm 2.0 L und das 100mm 2,8 L Makro angeschafft und exakte Vergleichsaufnahmen mit all meinen Objektiven gemacht. Mein erster Eindruck hat sich bestätigt: das 85 1.8 schlägt sich wirklich wacker neben den L-Linsen. Auffällige Unterschiede gibt es weniger in der Schärfe als im Kontrast - und der erwähnte Farbfehler bei Offenblende.

Der einzige Grund, das Objektiv eventuell nicht anzuschaffen, wäre in meinen Augen, falls Sie mit dem 135mm 2.0 L (für Vollformat) liebäugeln. Das tut nämlich fast alles, was das 85er tut – aber noch besser.
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