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Kundenrezension

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das bildgewaltig animierte Antidot zu J. Camerons Tiefsinn Marke "Avatar", 5. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Prinzessin Mononoke (Studio Ghibli DVD Collection) [2 DVDs] [Special Edition] (DVD)
Ashitaka, der letzte Prinz eines aussterbenden Bergstammes, wird bei der Abwehr eines gewaltigen Walddämons mit einer schleichend tödlichen Verletzung beglückt. Bei der Suche nach einer Heilmöglichkeit gelangt er in einem mythenumwobenen von Tiergeistern und- göttern bewohnten Wald. Darin hat sich die berechnende Eboshi mittels zahlreicher Mannen und neuartiger Schusswaffen ein warmes Nest gebaut, und beutet nun unter der Vernichtung ganzer Landstriche ausgedehnte Metallvorkommen aus. Zwar versuchen sich ihr uralte Waldgötter in Form gewaltiger Wölfe entgegenzuwerfen, ohne jedoch etwas gegen den geballten menschlichen Erfindungsgeist ausrichten zu können. Als Ashitaka in den Strudel dieses titanischen Konfliktes gerät, lernt er die schnuckelige Prinzessin Mononoke (= Geist od. menschenhassendes Monster), ein von den Wölfen aufgezogenes Menschenkind, kennen und lieben. Eine Liebe, die von der die Menschen nicht gerade an ihre liebende Brust drückenden Mononoke nicht ganz geteilt wird, umso mehr, als sich die Menschen entschlossen haben, den finalen Schlag zu landen und den Gott des Waldes zu töten.

Danke James. Hättest Du mit Deinem avataresken Meisterwerk nicht die erstaunlich tiefsinnige Botschaft heraufbeschworen, dass wir uns alle in Grund und Boden schämen sollten, weil wir als (selbst-)zerstörerische Menschen und nicht als pazifistische Bäume auf die Welt gekommen sind, dann hätte ich "Prinzessin Mononoke" wohl noch etwas länger im Schrank schmoren lassen. So aber hatte ich das Bedürfnis, mich erneut von Hayao Miyazaki in die schier endlosen Weiten des Waldkönigreichs von Prinzessin Mononoke aus dem Jahre 1997 entführen zu lassen.

Das zentrale Thema verkörpert, wen überrascht's bei der Einleitung, der scheinbar unlösbare Konflikt zwischen Mensch und Natur. Zwar spart Miyazaki nicht mit bildgewaltiger Kritik, aber anders als Cameron bleibt er nicht bei einer einfältigen Verteufelung der Spezies Mensch stehen, sondern kreiert ein wesentlich vielschichtigeres Bild mit viel Raum für eigene Gedanken. Dabei arbeitet er mit fein ausgearbeiteten Charakteren und klugen Dialogen. Insbesondere die Herrin Eboshi ist zwar fraglos ein ebenso sympathisches wie eiskalt berechnendes Miststück, aber andererseits auch eine sich die Treue ihrer Gefolgsleute täglich hart erarbeitende Anführern, die ihnen Arbeit und Heimat gibt, bevorzugt Frauen aus Bordellen freikauft und Aussätzigen einen menschenwürdiges Leben gewährt. Als ausgesprochen scharfsinnig erweist sich hierbei, dass Miyazaki die gegnerischen Waldgötter als andere Seite der Medaille als ebenso blindwütig und hasserfüllt darstellt wie ihre menschlichen Gegenspieler. Beiden Seiten haben insofern zwar absolut nachvollziehbare Gründe für den tiefsitzenden Hass, eine einseitige (Vor-) Verurteilung bleibt aber gerade wegen der sich förmlich aufdrängenden Sinnlosigkeit desselben aus. Mit Ashitaka wandelt der Zuschauer stets an der Seite eines um Neutralität bemühten Charakters, der sich und sein Umfeld aus der Spirale des Hasses zu befreien sucht. Nur wie?

Visuell sind die Zeichnungen betont schlicht und einfach gehalten, ein raffinierter Schachzug Miyazakis, um den Zuschauer nicht nur optisch sondern auch emotional mit der Schönheit seiner bestechend schönen Naturbilder zu verzaubern und in Melange mit einem ebenso epischen wie majestätischen Soundtracks eine wunderschöne Harmonie eigener Art zu erschaffen. Die beschaulichen Landschaftaufnahmen wechseln sich im Gleichklang mit packenden Schlachtszenen ab, wobei letztere oft dermaßen blutig ausfallen, dass die Altersgrenze von zwölf Jahren meine ungeteilte Zustimmung findet.

Kritisch sehe ich allein, dass Miyazaki seinem schlachtintensiven Ende einige Dialogzeilen hätte hinzuspendieren und auf diverse vorher aufgeworfene Grundfragen intensiver hätte eingehen können - ein Fauxpas, der aber allemal schon dadurch ausgeglichen wird, dass er dem Zuschauer keine großbebuchstabte Botschaft auf die Augen drückt, sondern sich leise und dezent auf das kleine aber feine Wort "Selbsterkenntnis" zurückzieht. Davon könnten sich diverse Regisseure eine dicke Scheibe abschneiden.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.12.2011, 13:51:34 GMT+1
R. Gonko meint:
James Cameron ist einer der am meisten überschätzte Regisseur. Viele Dinge in seinen Filmen sind Ideen anderer, die er in 'seinen' Filmen ohne rot zu werden wiederkäut. 'Avatar' zb. ist eine bis ins Detail schamlos abgekupferte Kopie von Pocahontas (siehe: http://www.youtube.com/watch?v=44empivL5jI).
Miyazaki ist dagegen ein wirklich originärer Geschichten-Erfinder. Der hat es nicht nötig die Ideen anderer Leute als seine zu verkaufen.

Veröffentlicht am 26.08.2015, 13:22:57 GMT+2
Timo Brandt meint:
Ganz großartige Rezension, die in vielen Punkten den Nerv meiner Wahrnehmung trifft. Danke! Danke!
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