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Kundenrezension

am 20. August 2012
Diese Rezension besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil besteht nur aus einem Hinweis an Leute, die diese Platte kennen (und höchstwahrscheinlich hoch zu schätzen wissen), und die eigentlich nur wissen wollen, was ich zu dieser speziellen Edition anzumerken habe; zur Platte und zur Band wissen sie im Großen und Ganzen alles, sie brauchen nicht unbedingt weiter zu lesen. Der zweite Teil der Rezension geht genauer auf die Platte und auf die Band ein, und ist ein Versuch, 44 Jahre nach der Erstveröffentlichung aus der Sicht von 2012 darüber zu schreiben; Zielgruppe sind hier Leute, welche diese Platte und diese Gruppe kaum oder gar nicht kennen.

Teil 1 – wie klingt diese Mono-Edition, wollen Sie wissen? Ungefähr so, wie sie in den späten Sechzigern aus dem Lautsprecher eines guten Mono-Plattenspielers klang. Und das ist als Kompliment gemeint, damit wir uns richtig verstehen! Und um ein weiteres Missverständnis zur vermeiden: Der Sound ist sauber, aber alles andere als steril, das Rauschen ist minimal, besonders Second Time Around mit seinen Lautstärkedifferenzen klingt so, wie es manche CD-Edition leider nicht zu bringen wusste. Alles in allem die beste CD-Veröffentlichung dieser Platte, die mir bis jetzt untergekommen ist! Großartig auch das CD-Cover, so gut wurde das Originalalbumcover noch nie auf CD reproduziert, feine Liner Notes, und dass die CD selber auch noch wie die alte Philips-LP aussieht, ist ein Überhammer. Alles in allem eine grandiose Edition!

Teil 2: Was ist das für eine Platte, war sie jemals bedeutend oder nicht, und was sagt sie einem 2012 noch? Diese Fragen sind nicht nur legitim, sondern in den letzten Jahrzehnten oft genug gestellt, und überaus unterschiedlich beantwortet worden. Blue Cheer, 1966 in San Francisco gegründet und ab 1967 in der Besetzung Dickie Peterson (Bass und Gesang), Leigh Stephens (Gitarre) und Paul Whaley (Drums) aktiv, sind für einen Teil von Musikjournalisten und Rockfans nichts sonst als eine mehr schlechte als rechte Bluesband gewesen, die halt höllisch laut spielte, technisch nichts drauf gehabt hätte und deren im Frühjahr 1968 erschienenes Debütalbum einfach nur lausig produziert gewesen wäre. Für einen anderen Teil von Musikfachleuten und Hörern/Plattenkäufern waren sie Pioniere des Metal, fürwahr keine großen Techniker, aber was sie aus ihrem begrenzten Spieltalent machten, wäre beachtlich gewesen, und ihr erstes Album einfach eine hammerharte Sache. Und dass sie vor Led Zeppelin und Black Sabbath da waren, war Faktum, so wie es Tatsache ist, dass sie zeitgleich mit der Jimi Hendrix Experience, den Cream und Vanilla Fudge musizierten.

Welche von beiden Positionen ist nun die richtige, fragen Sie sich? Ich sage, dass es mehr oder wenige beide sind, mit Schlagseite zur zweiten Position. Um bei der Bluesband-Argumentation zu beginnen: Jede, aber auch wirklich jede Band, die in den späten Sechzigern mit dem Begriff heavy einzustufen war, hatte mehr oder weniger ihre musikalischen Wurzeln im Blues, und wer die Debütalben von Led Zeppelin und Black Sabbath kennt, wird das nicht nur bei Titeln wie You Shook Me und The Wizard nachzuvollziehen wissen. Aus dem harten, urbanen Blues schöpften, mittels überdimensionaler Verstärkeranlagen und kleiner, aber wichtiger Zusatzgeräte zwischen den Stromgitarren und den Amps akustisch umgesetzt, alle der hier erwähnten fünf Bands neben Blue Cheer sowohl ihre Songs als auch ihren Sound, und The Who hatten zuvor schon Pionierarbeit in Sachen Lautstärke als Stilmittel geleistet. Mit anderen Worten: Alles, was in jenen Jahren Heavy Rock und Hard Rock – die Bezeichnung Heavy Metal wurde erst ab Mitte der Siebziger gebräuchlich – war, war mehr oder weniger Blues-fundiert, war eine harte Variante des Blues-Rocks (Musterbeispiel Cream: Ihre Studioaufnahmen waren nur begrenzt als heavy zu betrachten, aber live donnerten, wummerten und hämmerten sie, was das Zeug hielt). Wer hier das Gegenteil behauptet, negiert entweder kaum widerlegbare Quellen oder will die Bedeutung des Blues für die Entwicklung der gesamten Geschichte der Rockmusik nicht korrekt einschätzen!

"Vincebus Eruptum" ist nichts mehr und nichts weniger als eine bluesrockige Phonorgie, bei der ein Powertrio fehlende Virtuosiät (mit der Cream, Hendrix und Zeppelin sowie eine britische Band, die am Ende dieser Rezension erwähnt wird, ja aufwarten konnten) durch Inbrunst und begnadete Naivität mehr als auszugleichen wusste. Dickie Peterson war alles andere als ein großer Sänger, aber was er mit Hingabe ins Mikro kreischte, passte ideal zum instrumentalen Krach. Leigh Stephens hatte seinen Hendrix gut drauf, und ließ seine Stratocaster mit einer Intensität tönen, die einen dilettantische Ausritte wie etwa auf "Doctor Please" gerne nachsehen ließ. Und Paul Whaley war weder ein Ginger Baker noch ein Keith Moon, hatte aber den Punch drauf, den jede Nummer brauchte. Ist only Rock'n'Roll, und die liebten es so, und ewige Fans wie ich lieben es immer noch. Drei gegenüber den Originalen herrlich verfremdete Coverversionen – Eddie Cochrans "Summertime Blues" (der erste und letzte Singlehit der Gruppe), B. B. Kings "Rock Me Baby" und Mose Allisons "Parchment Farm" – neben drei Eigenkompositionen: "Out Of Focus" (mit einem Riff, das mir immer wieder unter der Haut geht), "Doctor Please" und "Second Time Around", beide mittellang (7:52 bzw. 6:16) und mit Soloeinlagen, wo alle drei Burschen die Sau total herauslassen.

Schade, dass man Dickie Peterson, der bis zu seinem Tod 2009 jeder Blue Cheer-Besetzung angehörte, nicht mehr fragen kann – aber wenn man ihn gefragt hätte, ob sie 1967/68 die Rockmusik neu definieren wollten, hätte er wahrscheinlich verneint. Tatsache ist und bleibt, dass die Gruppe das mit dieser Platte in gewisser Weise geschafft hat, weil sie viel mehr war als Blues-Rock, indem sie eine saftige Prise Wahnsinn zu bieten hatte. Drei langmähnige Rocker aus der Hippie-Metropole Frisco (nein, sie trugen sicher keine Blumen im Haar) dröhnten, donnerten und wummerten den Blues in nie gehörter Lautstärke, Härte und Wucht. Wenn das nicht der Beginn von Heavy Metal, und im Falle der limitierten instrumentalen Talente der Musiker, vor allem von Trash Metal gewesen sein soll, was dann, bitteschön? Mich begleitet dieses Album seit vier Jahrzehnten, und bei jeder neuen Band in den Siebzigern, Achtzigern und auch noch später, die irgendwas mit Metal zu tun hatte, kam mir diese Band und dieses Debütalbum irgendwie in den Sinn. Es wäre höchst an der Zeit, Blue Cheer ihre verdiente Pionierrolle allgemein anzuerkennen, und eine Aufnahme in die Rock and Roll Hall Of Fame hätten sie eher verdient als so manche andere Bands, die sich in dieser befinden.

Das andere der beiden ersten Heavy Metal-Alben ist übrigens "Truth" von Jeff Beck – eine Platte von gleicher zeitloser Brillianz wie die hier besprochene, wenn auch von völlig anderer Definiton von Spieltechnik, was freilich eine andere Geschichte ist.
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