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Kundenrezension

am 24. August 2011
Wenn man aufgrund mehrerer großartiger Veröffentlichungen zum Fan einer Band geworden ist, sind Neuveröffentlichungen immer gleichzeitig Grund zu großer Freude wie auch zur Skepsis, on das Niveau der Vorgänger, die einen so sehr überzeugt hatten, gehalten werden kann. Obwohl man weiß, dass eine Weiterentwicklung immer mehr wert ist als eine bloße Variation über das bereits Vorhandene, wünscht man sich doch unbewusst allzu oft letzteres herbei, vor allem bei Bands, deren Vorwerke man sehr in sein Herz geschlossen hatte. So darf es nicht verwundern, wenn einige - ich selbst zunächst auch - "Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalust" zunächst als befremdend, weil um so vieles fröhlicher, scheinbar seichter und weniger spannungsreich erlebt haben als die großartigen Vorgänger "Agaetis Byrjun", "( )" und "Takk". Erst jetzt, nunmehr vier Jahre nach Erscheinen, kann ich dieses wunderbare Album richtig einordnen und würdigen. Wie wunderbar sanft der Sound der zumeist akustisch gehaltenen Gitarren mit dem Klavier harmoniert und zahlreiche traumhaft-melancholische, aber auch temporeiche und fröhliche Songs trägt - das ist einfach allerhöchstes Niveau. Bereits der beschwingte Wikinger-Tanz "Gobbeldigook" weist die Richtung zum Auftakt, ehe "Inni mer syngur vitteysingur" ("In mir singt ein Narr") als mitreißende, enthusiastische Nummer bereits ein absolutes Highlight des Albums darstellt. In diese Kategorie - packend, euphorisch, großartig - gehören auch "Vid spilum endalust" ("Wir spielen unendlich") und der instrumentale B-Teil des zunächst extrem getragenen "Festival". Gleiches Niveau in der Sparte sommerlich-melancholisch erreichen "Gotan daqiunn" ("Guten Morgen"), "Med sud i eyrum" ("Mit einem Summen im Ohr") und überhaupt alle Songs der zweiten Albumhälfte; zumeist sind es hierbei die einprägsamen Piano-Läufe und/oder Gitarren-Arpeggios, die Jonsi Birgissons auf diesem Album selten in die luftigen Höhen seines gewohnten Falsetts vordringenden, wunderbar besänftigenden, aber an den richtigen Stellen auch richtig nach vorne preschenden Gesang umschmeicheln. Mit dem Schlusstrack "All alright", bei dem es dann nochmal sehr getragen zugeht, trauen sich die Isländer dann auch mal die englische Sprache zu.
Fazit: Nach anfänglicher Skepsis ob des Sounds, der sich etwas von den geliebten Sigur Ros-Alleinstellungsmerkmalen der früheren Alben wegbewegt (perlende Akustikgitarren statt dröhnendem E-Bow/Cellobogen auf verzerrter E-Gitarre, klassisches Pianoforte statt sphärischen Orgel- und Keyboardteppichen, ruhiger, folkiger Gesang statt extraterrestrischer Falsett-Attacken), entpuppt sich "Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalust" als besonderes Meisterwerk, weil es zeigt, wie gut Sigur Ros es mittlerweile verstehen, jenseits der Überraschungseffekte ihres ureigenen Sounds Songstrukturen zu erschaffen, die auch in vergleichsweise konventionellem und gemäßigtem Sound-Gewand genau so zu überzeugen wissen wie ihre Vorgänger. Besonders die erste Albumhälfte macht mit ihrer Euphorie süchtig und setzt Endorphine en masse frei, während man die ruhige zweite Hälfte am liebsten einen ganzen sanften Sommernachmittag lang erklingen lassen würde. "Vid spilum endalust" halt!
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4,2 von 5 Sternen
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