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Kundenrezension

am 12. Dezember 2012
Wenn man das Buch im Geschäft in den Händen hält und sich den Klappentext durchliest, glaubt man, DEN Roman des Jahres in den Händen zu halten. Die EINE Liebesgeschichte, die es schon immer zu erzählen galt: Unkitschig, unsentimental, dafür mit viel Tiefgang und Humor.

Nun, sentimental ist dieses Buch gewiss nie, ganz im Gegenteil. Was aber hauptsächlich daran liegt, dass die beiden Hauptprotagonisten ganze 400 Seiten lang damit beschäftigt sind, ihre Gefühle zu verdrängen und eine Chance nach der anderen zu verwerfen. Das mag am Anfang wohltuend realitätsnah sein, wird aber nach einiger Zeit extrem anstrengend.

So begleiten wir Emma und Dexter jeweils am 15. Juli eines Jahres über 20 Jahre hinweg und in den ersten 80% des Buches, sind die beiden damit beschäftigt, sich ihr eigenes Leben, parallel und unabhängig zum anderen, aufzubauen (gemeinsame Momente, freundschaftliche Treffen, gibt es nur wenige).
Dieses gelingt ihnen nur schwer und man merkt recht schnell, dass das Leben der beiden aus einer Anreihung verpasster Gelegenheiten, falscher Entscheidungen und zerplatzter Träume besteht.

Dieser Selbstfindungsprozess, inklusive aller Rückschläge, ist aus der Perspektive Emmas durchaus unterhaltsam zu lesen. Ihr Charakter besitzt einen Humor und Sarkasmus, der das Lesen zu einem kurzweiligen Vergnügen macht und ihr gut ausgearbeiteter Charakter bietet durchaus Identifikationspotenzial.

Leider verhält es sich in den Passagen, die Dexters Innenleben wiedergeben, gänzlich anders. Wenn gleich auch er einige wenige unterhaltsame Passagen hat, findet bei ihm auf vielen hundert Seiten absolut keine Entwicklung statt. Und sich die endlosen Passagen über seine Drogenexzesse, seine extrem hervorgehobene Alkoholsucht (die aber unverständlicherweise niemals besonders negativ bewertet oder gar behandelt wird) und sein völlig überhebliches Selbstbild durchzulesen nervt nach spätestens 300 Seiten einfach nur noch tierisch.

Ich war während der immer gleichen Schilderung Dexters inhaltslosen Lebens schon wirklich mehrmals kurz davor, das Buch entnervt in die Ecke zu schmeißen.
Ich habe mich trotzdem durchgequält, schließlich wartete ich immer noch auf die vielbeschworene "Liebesgeschichte des Jahres".

Bis dahin war es allerdings noch ein weiter Weg, denn erst in den allerletzten Kapiteln entwickelt sich diese tatsächlich und bis dahin hat das Buch, der vielen kurzweiligen und humorvollen Momente zum Trotz, einfach zu viele Längen.
Und wenn die Liebesgeschichte dann endlich anfängt, ist sie auch genauso schnell wieder vorbei und dürfte die meisten Leser sehr unglücklich zurücklassen.

Mein erstes Gefühl nach dem Lesen des Buches war: Enttäuschung. Ich glaube aber, dass diese vor allem von den, für mich, irreführenden Klappentexten herrührt. Man erwartet etwas anderes, als man bekommt.
Als Wohlfühlroman, klassische Liebesgeschichte oder unterhaltsame Reise durch die letzten 20 Jahre taugt dieses Buch in meinen Augen nicht. Wer so etwas erwartet, wird womöglich genauso enttäuscht werden wie ich.

Ich denke es handelt sich vielmehr um zwei, in sich extrem tragische, Lebensgeschichten, die von verpassten Chancen, verschwendetem Potenzial und nicht zu letzt von verschwendeter Lebenszeit erzählt. Die gesamte Tragik dieser Situation macht besonders der Schluss extrem deutlich.

In dieser Hinsicht ist dieses Buch sogar fast brilliant.

Denn während man sich als Leser über all die unglücklichen Umstände klar wird, die Emma und Dexters Glück miteinander verhindert haben und indem man sich unweigerlich fragt, wie viel besser das Leben der beiden wohl verlaufen wäre, hätten sie die richtigen Entscheidungen getroffen...kommt man als Leser nicht umhin festzustellen, wie kostbar das Leben ist und wie schmerzlich es am Ende sein kann, zu merken, welch große Momente man aus Angst, Trägheit oder falschen Vorurteilen verpasst hat.
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