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Kundenrezension

am 14. April 2009
UNTITLED #23 - das ist das unbetitelte 23. Studioalbum der australischen Indie-Band THE CHURCH, die 1988 mit "Under The Milky Way" einen respektablen Hit hatte. Respekt für solch ein kontinuierliches Bandschaffen seit 1980. Die Insider der hier versammelten Fangemeinde hören ein Album, das weniger psychedelisch klingt, als vielleicht STEVE KILBEY's Soloalbum PAINKILLER und THE CHURCH's Soundtrack" SHRIEK: AN AFTERWORD (beide 2008) vermuten ließen.

Zwei Stärken dieses Albums vorweg: der synthetische Schlagzeug-Sound der beiden regulären Vorgängeralben UNINVITED LIKE THE CLOUDS (2006) und FORGET YOURSELF (2004) ist gänzlich verschwunden - die Drums klingen also wieder natürlich. Außerdem funktioniert dieses 50minütige Album wunderbar als Ganzes und hat eine in sich geschlossene Gesamtstimmung. Diese Grundstimmung würde ich als sehr entspannt bezeichnen; das Album zeichnet sich durch eine fast frühlingshafte Leichtigkeit aus und kommt völlig ohne musikalische Dramen à la NOTHING SEEKER oder NEVER BEFORE aus.

Mein erster Eindruck einer gewissen Beliebigkeit wich nach zwei-, dreimaligem Durchhören absoluter Sympathie. Man kann dem Album einfach nicht böse dafür sein, dass es weder psychedelische Ausbrüche noch epische Klangteppiche bietet. Ich würde die Musik als gitarrenorientierten "Dream Pop" bezeichnen, wobei sich bei etwas genauerem Hinhören herausstellt, dass fast jeder Song nicht einfach nur poppig geradeaus läuft, sondern sich in Melodie und Aufbau immer wieder kleine Abstecher auf verwunschene Seitenwege erlaubt - was für THE CHURCH allerdings üblich ist.

Im Gegensatz zum üppig-vielschichtigen Soundgemälde eines FORGET YOURSELF ist der Klang hier sauber und klar, und alle Instrumente sind deutlich voneinander abgesetzt und abgemischt. Die E-Gitarren sind nur leicht angezerrt, die Akustikgitarren von kristallenem Klangbild. Jede Menge Major-7- und 9er-Akkorde laden zum Träumen ein. Dabei ist interessant, dass sämtliche Bandmitglieder munter die Instrumente tauschen. Vielleicht ist der Gitarrensound deshalb auch weniger Wilson-Piper-typisch als gewohnt. Die Lead-Vocals werden diesmal übrigens im Prinzip allein von Steve Kilbey bestritten.

Ich beginne mal mit den leichten Schwächen des Albums: COBALT BLUEPRINT ist als Opener nicht gut gewählt; mit seinen vielen stilistischen Wendungen klingt der Song so, als wollte er vier Minuten lang beginnen, ohne jedoch wirklich in Gang zu kommen. - Der Vier-Akkord-Song SPACE SAVIOUR bietet dagegen überhaupt keine Abwechslung und ist nach dreimaligem Hören leider schon verbraucht. - Und LUNAR hat zwar musikalisch - wie der Mond - eine helle und eine dunkle Hälfte, steht aber zwischen den anderen Songs so unentschlossen wie ein B-Seite herum - was bei rund drei Minuten Spieldauer allerdings nicht wirklich wehtut.

Nun zu den Stärken: konnte ich zunächst gar keine Übersongs auf dem Album ausmachen, so haben sich mittlerweile doch drei richtige Lieblinge herauskristallisiert: ON ANGEL STREET zählt für mich zu den traurigsten Balladen der Band überhaupt und ist vom Klang her in der Bandgeschichte einmalig. Es ist übrigens der einzige wirklich richtig depressive Song auf diesem sonst sehr hellen Album. - ANCHORAGE: gäbe es Alternative-Charts, müsste dieser Song dort auf Nummer 1 stehen. Es ist ein sehr eingängiger, rockiger und auch der druckvollste Titel auf dem Album und verzichtet auf überflüssige Schnörkel. Irgendwie geil! - OPERETTA ist DER geniale Schlusspunkt. Sommerlich-verträumt schwebt der Song daher und wird von einem wohltuenden Hauch PINK FLOYD durchweht - Harmonie in Vollendung.

Die verbleibenden Songs bewegen sich ebenfalls auf hohem Niveau. DEADMAN'S HAND klingt, als hätten die Church-Songs GRIND und TWIN STARS ein Kind gekriegt. - PANGAEA und HAPPENSTANCE haben fast schon britpoppige Züge (das ist positiv gemeint). - Und SUNKEN SUN setzt in seinen letzten Minuten bei Sphärengesang und kristalliner Akustikgitarre zu derart zarten Höhenflügen an, dass man sich irgendwo hoch in den Wolken wähnt.

UNTITLED #23 rockt nicht. Es ist auch kein audiophiler Drogenersatz. UNTITLED #23 ist nur eines: einfach schön! Der Frühling hat begonnen! Einen Stern weniger gibt's deswegen, weil bei nur zehn Songs drei schwächelnde Nummern doch etwas viel sind - auch wenn auf hohem Niveau geschwächelt wird. Dieser Silberling reicht eben nicht ganz an THE-CHURCH-Über-Alben wie STARFISH, PRIEST = AURA, AFTER EVERYTHING NOW THIS oder FORGET YOURSELF heran. Aber das ist mein persönlicher Geschmack; dieses Album gehört in der Band-Historie in jedem Fall ins obere Drittel, und für den Neueinsteiger ist es allemal ein geeigneter Appetithappen, sofern man abseits des Mainstream gitarrenorientierten Dream-Pop mit einer ganz individuellen Note sucht.

P. S.: Noch ein wichtiger Hinweis: wem UNTITLED #23 gefällt, der wird auch die PANGAEA-EP mögen, die neben der gleichnamigen Albumauskopplung zusätzlich die sehr guten Songs INSANITY und LLC enthält, und die es mit dem psychedelischen Epos SO LOVE MAY FIND US auf eine Spieldauer von immerhin 30 Minuten bringt.

P. P. S. (Mai 2010): Der "UNTITLED #23"-Kosmos verzeichnet neue planetare Entdeckungen. Die EP's, die mittlerweile um diesen weit entfernten Stern kreisen, heißen neben "PANGAEA EP" auch noch "OPERETTA EP" mit drei weiteren und "DEADMAN'S HAND EP" mit vier weiteren Bonustiteln, wobei die letzte Veröffentlichung (zurzeit) nur an Konzertbesucher der US-Tour verschenkt wird und im Handel nicht erhältlich ist. Auf YOU-TUBE kann man aber zumindest in die wunderbar traurigen Fünfminüter "Dakota" und "Stardust" reinhören.
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