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Kundenrezension

17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Reifer, erwachsener und anspruchsvoller = besser?, 29. November 2013
Rezension bezieht sich auf: 30-11-80 (Audio CD)
3 Jahre nach Sidos letztem Album "Aggro Berlin", mit dem er nach eigenen Aussagen zufolge am Ende selbst nicht ganz so zufrieden war, kommt nun also der Nachfolger. Der Titel "30-11-80" symbolisiert nicht nur Sidos Geburtsdatum, sondern soll laut Siggi auch gleichzeitig klarmachen, dass Sido mit nun mittlerweile 33 Jahren älter, reifer und musikalisch anspruchsvoller geworden ist. Aus dem Grund war es wohl schwer zu erahnen, was den Hörer eigentlich genau erwartet und in welche Richtung es nun wirklich geht.

Die Tracks im einzelnen:

1) "Hier bin ich wieder" war ja bereits als Singe ausgekoppelt worden und daher bekannt. Erinnert stark an "Sido" vom Vorgänger "Aggro Berlin" und sticht sowohl textlich als auch beattechnisch ein wenig heraus: Sido tritt hier für das Album ungewohnt provokant auf. Man könnte zu dem Zeitpunkt noch denken, es ginge in die Richtung von "Ich" oder "Ich & meine Maske" - dem ist im weiteren Verlauf des Albums dann jedoch nicht mehr so. Insgesamt aber ein sehr starker Track: 5/5 Sterne.

2) "Es war ein mal" gibt dann auch umgehend die neue Marschrichtung der Platte vor: Sido beschreibt seine Vergangenheit und macht klar, dass dieser Sido passé ist. Wer den alten Sido haben möchte, wird hier nicht auf seine Kosten kommen. Ich finde es für seine vielen Hörer aus der ersten Stunde wichtig, dass er sich erklärt und offenbart, warum die neuen Songs in eine andere Richtung gehen. Vielleicht versteht es ja so der ein oder andere mehr, dass der Maskenmann eben Vergangenheit ist. Trotzdem besitzt der Song viel Rap-Attitüde und einen Sido, der seine neue Richtung auf eine alte Art und Weise erklärt. Ein sehr guter Song, 5 von 5 Sterne.

3) "So wie du" ist mir persönlich zu eintönig. Durch die Tatsache, dass jede Strophe auf den selben Worten endet und somit fast keine Reime vorhanden sind, wirkt der Song für mich unkreativ, eintönig und bisweilen auch nervig. Textlich wirkt das Lied einfach lieblos dahingeklatscht und passt für mich auch nicht zum Rest des Albums. Daher leider nur 1/5 Stern.

4) In "Papa was machst du da" wird Sido das erste Mal etwas provokanter und rechnet dabei u.a. mit Medien/Journalisten ab. Das alles wird jedoch von einem recht melodischen und langsamen Beat unterlegt, statt Aggressivität vermittelt der Song dadurch eher Melancholie. Außerdem spielt der Song zumeist in der Vergangenheit, so dass die wenigen provokanten Passagen retrospektivisch aufzufassen sind. Zeitgleich stellt Sido erneut klar, dass die alten Zeiten vorbei sind und er nun ein Vorbild sein möchte. Mir gefällt der Track insgesamt ausgesprochen gut => 5/5 Sterne

5) "Irgendwo wartet jemand" ist eins von insgesamt zwei Liedern, die gesanglich von Mark Forster, den der ein oder andere vielleicht durch die Kurt Krömer Show kennt, unterstützt werden. Textlich geht es dabei um die verzweifelte Suche nach dem richtigen Partner. Mir gefällt die Hook überraschenderweise besser als die Strophe. Mark Forsters Stimme harmoniert in meinen Ohren ausgesprochen gut zu dem Beat, in der Strophe beweist Sido endlich mal wieder leichte Ansätze seiner gewohnt ironisch-witzigen Rapart. Einen Song dieser Art sucht man auf den Vorgängern vergebens. Unterstreicht ein mal mehr die neu eingeschlagene Richtung Sidos mit mainsteamigeren Beats und gesungenen Hooks. Auch hier finde ich aber, dass es schlichtweg sehr gut umgesetzt ist. Daher erneut 5/5 Sterne.

6) Erstmalig auf diesem Album wird es beim Song "Enrico" hektisch, unruhig und wenig melodisch. Der Beat könnte auch vom Balkan stammen.
Momentan weiß ich noch nicht, was ich von diesem Song halten soll. Schlecht finde ich ihn nicht, allerdings passt er mitunter nicht so wirklich ins Gefüge des Albums und hat großes Potential, mich nach kurzer Zeit zu nerven. Daher unter Vorbehalt 2 von 5 Sternen.

7) "Einer muss es machen" steht seinem Vorgänger in Sachen Hektik in wenig nach, auch dieser Song wirkt bisweilen unruhig. Der Beat plätschert leicht vor sich hin, hier wäre für meinen Geschmack Luft nach oben. Auch textlich beschreibt Sido ein mal mehr Geschichten von diversen Personen, ähnlich wie es schon bei "Bergab" oder "Augen auf" auf Sidos Vorgängern geschehen ist. Skippen muss ich diesen Track nicht, allerdings ist er für mich eher Lückenfüller als Hit. Es fehlt sowohl melodisch als auch textlich das gewisse Etwas. Erneut 3 von 5 Sternen.

8) Wer Helge Schneider kennt, der weiß eigentlich schon, was ihn beim Titel "Arbeit" erwartet. Da gibt es wohl keinen Mittelweg; entweder man mag es oder man findet es schrecklich. Bin gespannt, wie die Sido-Fangemeinde diesen Song überwiegend aufnimmt...
Die Strophe finde ich persönlich ganz witzig, aus dem Refrain hätte man vielleicht ein wenig mehr machen können. Die Helge-Schneider-typische Trompete darf im Beat natürlich nicht fehlen. Alles in allem läuft dieser Song aber ebenfalls großer Gefahr, schnell zu nerven. Ob Text und musikalische Gestaltung auf dieses Album passen, sei dahingestellt. Mir durchbricht Sido zu oft das vorher angekündigte reife, erwachsene und seriöse Album und fällt zu häufig in den Klamauk. Insgesamt aber trotzdem ein ordentlicher Song, daher 4 von 5 Sternen.

9) "Eine dieser Steine" ist dann Single Nummer 2 mit Mark Forster und wurde ja ebenfalls schon vorher released. Textlich und gesanglich extrem weich, untermauert wird das ganze durch einen sehr langsamen und ruhigen Beat. Wer sich zurückerinnert an alte Alben wird feststellen, dass dieser Hang zu Gefühlen schon immer vorhanden war (z.B. in "Herz" oder "Ein Teil von mir"). Auch wenn dieser Track das ganze sicherlich auf die Spitze treibt, ist er nicht wirklich überraschend und neu für Sido. Ich finde ihn wirklich mehr als gelungen und sehe darin eine absolut tolle Liebeserklärung an seine Frau mit viel Wehmut und vor allem Dankbarkeit. An dieser Stelle fühle ich das erste Mal, was Sido meint, wenn er von einer neu gewonnen Reife spricht. Erneut harmonieren Sido und Mark Forster überaus gut, so dass ich mir weitere Projekte mit den beiden sehr gut vorstellen kann. 5 von 5 Sterne.

10) "Liebe" thematisiert - Überraschung - die Liebe und deren Auswirkungen auf Sido. Mich stört dieses hohe, verzerrte und sich zu oft wiederholende Wort "Liebe" in dem Song. Erneut kann ich mit dem Beat wenig anfangen, das war auf alten Alben eigentlich sehr selten der Fall. Ich weiß zwar nicht, wer genau diesen Song produziert habe, dachte im Vorfeld aber, dass Desue einen Großteil der Beats besteuert. Sollte dem so sein, dann bleibt er hier deutlich hinter meinen Erwartungen zurück. Für mich auch eher Lückenfüller als Hit. Es reicht für 3 von 5 Sternen.

11) "Maskerade" bedient sich Genetikks Beat von "Champions", wenngleich dieser leicht abgewandelt wurde. Kein Zufall also, dass Genetikk hier featuren und mit Marsimoto das Quartett der Maskierten komplettieren. Gerüchten zufolge sollte Cro hier ebenfalls einen Part bekommen. Aus welchem Grund das jedoch nicht zustande kam, weiß ich nicht. Mir geht der Original-Beat von "Champions" deutlich mehr ins Ohr, dieser hier wirkt eher wie eine lauwarme Konserve. Sowohl Marsimoto als auch Genetikk thematisieren die für sie typischen Themen.
Zusammengefasst ein solider bis guter Track, dem ich 4 von 5 Sternen gebe.

12) Im Song "Grenzenlos", den Marius Müller-Westernhagen gesanglich unterstützt, geht es um Freiheit und nicht vorhandene Grenzen. Anders als auf Westernhagens letzten Alben (z.B. Williamsburg) klingt er auf diesem Song für mich wieder relativ soulig und kräftig - gefällt mir! Insgesamt klingt der Song abgerundet und gut harmonierend, aber so 100%ig mitnehmen tut er mich nicht => 4 von 5 Sterne.

13) "Fühl dich frei" klingt mir zu sehr nach billigem Pop und aufgesetzten pseudo-moralischen Texten. Hier fehlt es meiner Meinung nach an vielem: Wortwitz, Flow, mitreißender Melodie - kurzgesagt: Es fehlt schlichtweg der besondere Charme. Leider nur 2 von 5 Sternen.

14) "30-11-80" erinnert durch die vielen einzelnen Gastparts von der Art her stark an Kool Savas' "Beweis 2", toppt es aber meiner Meinung nach um Längen. Mir gefällt der Mix aus Rappern verschiedenster Richtungen überragend, so sind z.B. sowohl Lakman und Smudo als Vertreter der alten Schule als auch Newcomer wie Blut & Kasse auf dem Song. Jeder Rapper verkörpert hier einen für ihn typischen Part. Mit Ausnahme von Olli Banjo, bei dessen Part wohl irgendwas bei der Produktion schief gegangen ist, gefallen mir diese aus überaus gut. Der für mich beste Song auf dem Album und vor allem der Titel, der den "alten" Sido-Fans am ehesten entsprechen würde. Auch vom Beat her bekommt man (verglichen mit den anderen Titeln des Albums) wohl am ehesten, was man unter Rap/HipHop erwarten würde. Klare 5 von 5 Sternen!

Fazit:

Wer heute noch fordert, dass Sido mal wieder die Maske aufsetzen und über alte Themen Rappen soll, hat seine Entwicklung nicht verstanden. Sido geht bewusst neue Wege, mit dem alten Sido schließt er bereits in Titel 2 "Es war ein mal" ab. Das war auch genau so angekündigt und ist daher der logische Schritt in der musikalischen Entwicklung des Paul Würdig. Dem sollte man, egal wie sehr man die alten Lieder mochte, eine faire Chance geben. Mit diesem Album wird Sido sicherlich viele neue Fans dazu gewinnen und zunehmend häufiger im Radio auftauchen. "30-11-80" präsentiert sich textlich wenig provokant, musikalisch in weiten Teilen weich. Statt Features von alten Aggro-Gefährten oder Harris findet man nun eben Mark Forster, Helge Schneider oder Marius Müller-Westernhagen.
Für meinen Geschmack hat Sido den nächsten Schritt in seiner Karriere jedoch sehr gut umgesetzt. Die drei vorab veröffentlichen Singles ("30-11-80", "Hier bin ich wieder" und "Einer dieser Steine") gefallen mir allesamt ausgesprochen gut, ebenso das Intro "Hier bin ich wieder"
Leider besitzt das Album für meinen Geschmack aber auch 2-3 Lückenfüller und unterdurchschnittliche Songs, das trübt den Gesamteindruck ein wenig. Mehr Mut und Abwechslung hätte ich mir bei den Beats gewünscht - das kenne ich von Sido deutlich besser!

Insgesamt ein logischer Karriereschritt, dem ich 4 von 5 Sternen gebe.
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.11.2013 16:49:46 GMT+01:00
Kannst du nicht mal eine Trompete von einem Saxophon unterscheiden?

Veröffentlicht am 02.12.2013 07:27:05 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.12.2013 07:28:32 GMT+01:00
TobS meint:
Also, ich finde deine Rezension sehr hilfreich wobei ich dir nur den Tipp geben möchte dir mal den Song "So wie du" noch einmal anzuhören, denn dann kannst du deutlich die Reime hören die er vor jedem "wie sein Bruder, seines Bruder, seiner Schwester etc." eingebaut hat.
Das heißt das es nur anhänge nach dem eigentlichen Reim sind. Habe auch mehrmals hinhören müssen, aber mir gefällt der Text sehr gut und er vermittelt auch eine tolle Botschaft!
Liebe hingegen ist einer meiner absoluten Lieblingssongs und mich nervt das "viel zu hoch gesungene Liebe" nicht mehr ;)

Und ich glaube du irrst dich was den 1. Song betrifft, diesen gab es nämlich bisher noch nicht als Single, sondern nur "Einer dieser Steine" und "30-11-80" gab es als Video und "Werbeträger" für das Album im Vorfeld.

Ansonsten finde ich es sehr gut wie du jeden Song auf deine Art beschreibst und bewertest. Danke :D

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.12.2013 09:50:25 GMT+01:00
C. Schoen meint:
Mit den Reimen in "So wie du" hast du Recht, die ich habe ich tatsächlich erst überhört. Aber auch 3 Tage und etliche Mal des Hörens später werde ich mit diesem Song wirklich nicht warm! Es ist der einzige, den ich permanent skippen muss. Ich werde ihn vermutlich auch in Kürze vom Handy und aus meiner Mediathek entfernen. Schade.

Was die Releases angeht sehe ich auch nicht 100%ig durch: Als Videos veröffentlicht wurden vorher "30-11-80" und "Einer dieser Steine". Bei iTunes hingegen (wo ich das Album Mitte November vorbestellt habe) waren "Hier bin ich wieder" und "Einer dieser Steine" als Singles schon zu dem Zeitpunkt downloadbar, "30-11-80" hingegen nicht. Warum das so war und ob es Absicht oder ein Versehen war, weiß ich nicht. Alle iTunes-Käufer kannten "Hier bin ich wieder", "Einer dieser Steine" und eben "30-11-80" durch das Video schon vorher.

Veröffentlicht am 14.12.2013 16:59:27 GMT+01:00
würde ich so unterschreiben ;)

Veröffentlicht am 07.01.2014 11:23:44 GMT+01:00
J. Balogh meint:
Kleiner Kauftipp ;)
Holy Moly-Ep
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