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Kundenrezension

HALL OF FAMETOP 1000 REZENSENTam 27. Mai 2012
Josef H. Reichholf ist ein bekannter Evolutionsbiologe und Autor zahlreicher Bücher zu biologischen Themen. In seinem jüngsten Werk widmet er sich nun jenen Wesen, die uns seit Menschengedenken besonders faszinieren: Fabeltiere.
Reichholfs Annahme ist folgende: Fabeltieren liegen durchaus reale Vorbilder zu Grunde. Und zwar Tiere, die noch immer leben!
Der Autor nimmt uns mit auf eine spannende naturkundliche und kulturwissenschaftliche Reise, auf der er uns zeigt, was sich hinter so sagenumwobenen Geschöpfen wie Phoenix, Einhorn und Drache verbirgt. Der Wundervogel Phoenix, der aus der eigenen Asche aufersteht hat z.B. verblüffende Ähnlichkeit mit dem Flamingo - und wenn man das Hitzeflimmern, das in heißen Gegenden, in denen der Flamingo sich u.a. niederlässt, berücksichtigt, kommt bald eins zum anderen: Es entsteht der Eindruck, als würden die Tiere bei Aufsteigen in den Himmel in Flammen aufgehen. Sehr interessant fand ich hier die vielen Informationen über Flamingos. Wir kennen diese Tiere alle aus dem Zoo, aber so richtig Bescheid wusste ich über sie nicht. Aufgrund ihrer Ernährungsgewohnheiten können sie z.B. nur in Gewässern mit einem bestimmten Salzgehalt leben. Ist der Salzgehalt zu niedrig, gibt es darin nicht so viele Salinenkrebschen und Blaualgen, von denen sich Flamingos ernähren - die Vögel brüten dann nicht, weil sie ihre Kleinen nicht mit der wie Blut aussehenden Kropfmilch füttern können. Ist der Salzgehalt aber zu hoch, bildet er an den Füßen der Tiere schwere Krusten, die v.a. Jungtieren zum tödlichen Verhängnis werden können, weil sie das zusätzliche Gewicht aum Auffliegen hindert. Deshalb treten Flamingos in bestimmten Gegenden nur unregelmäßig auf (wie der Phoenix).
Das Einhorn geht höchst vermutlich auf die Arabische Oryx-Antilope zurück, die sehr gut zum beschriebenen Aussehen passen würde. Aufgrund der hohen Oryx-Dichte in früheren Zeiten kam es u.a. zu vielen Kämpfen und viele Tiere verfügten nur noch über eines der Hörner von beeindruckender Größe, bzw. die Hörner stehen so dicht, dass sie von der Seite aus wie ein einziges Horn aussehen.
Auch der Drache, bei dem man zunächst natürlich an die Gruppe der Reptilien denkt, wird ausführlich erörtert. Wobei der Drache nicht ganz so unproblematisch ist - hier sind wohl viele menschliche Deutungen und auch ein menschliches Vorbild nicht auszuschließen.
Neben diesen bedeutenden Fabeltieren geht der Autor ausführlich auf Tier-Rätsel aus der Mythologie und der Literatur ein. Z.B. auf den Mythos von Alkyone und Keyx - es kann sich hier unmöglich um den bei uns bekannten Eisvogel gehandelt haben. Und Ledas Schwan stellt sich auch als Täuschung heraus.
Selbst Shakespeares Lerche aus "Romeo und Julia" wird hinterfragt, kann doch der Gesang einer "herkömmlichen" Lerche nicht mit dem der Nachtigall verwechselt werden! Zumindest nicht der, der heute überwiegend anzutreffenden Feldlerche. Der Gesang der Heidelerche, die zu Shakespeares Zeiten viel häufiger war (Reichholf erklärt auch warum), ist dem der Nachtigall schon eher ähnlich.
Zudem findet man im fröhlichen Reigen der fabelhaften Tiere noch die fliegenden Rentiere (wobei ich aus dem Studium der Kulturwissenschaften in Erinnerung habe, dass der Weihnachtsmann u.a. dank Coca Cola rot-weiß ist und nicht wegen der Fliegenpilzfärbung, wie man es hier nachlesen kann - früher war der Geschenksackträger nämlich grün-weiß!), den sagenumwobenen bayerischen Wolpertinger, die zwölf Aufgaben des Herakles (jetzt weiß ich auch viel besser über die Geschichte der Massentierhaltung Bescheid!), Zyklopen, Tierkreiszeichen und allerlei anderes Getier, das uns bis heute fasziniert.

Ich habe dieses Buch wieder einmal innerhalb von einem Tag "gefressen". Reichholf schreibt spannend und fundiert. Das Buch liest sich fast wie ein Roman mit unglaublich vielen interessanten Hintergrundinformationen, mit denen man seine Mitmenschen beim nächsten Zoobesuch beeindrucken kann ;-) Ich habe wirklich enorm viel gelernt!
Wer sich für Tiere und/oder Mythologie interessiert, sollte hier unbedingt zuschlagen.
Als Kulturwissenschaftlerin war sich fasziniert von diesem neuen Zugang zu einem Thema, dem ich mich bisher nur auf dem Weg der kulturwissenschaftlichen Analyse (z.B. Erzählkulturforschung, bzw. was sagt das über die kulturellen Wertigkeiten bestimmter Epochen aus, etc.)
Was mich natürlich noch besonders gefreut hätte, wären Bilder gewesen, aber angesichts der großen Vielfalt der beschriebenen Tiere, wäre das wohl nur in einem nicht wirklich umfassenden Rahmen möglich gewesen. So hab ich einfach mal öfter gegoogelt - und viele Tiere kennt man ohnehin aus dem Zoo oder aus Büchern.
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