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Kundenrezension

am 14. Juli 2013
Kritische Bücher zur Eurorettung haben Konjunktur. Darunter sind auch einige, die von sehr bekannten Volkswirten geschrieben wurden. Da fragt man sich im ersten Moment, was ein Statistikprofessor noch Neues dazu beitragen kann. Allerdings ist Walter Krämer auch studierter Ökonom und Herausgeber der renommierten German Economic Review. Gemeinsam mit Hans-Werner Sinn hat er 2012 einen von immerhin 270 Ökonomen unterzeichneten Aufruf gegen eine europäische Bankenunion initiiert. Und wie sein neuestes Werk zeigt, ist er auch ein profunder Kenner der Materie. Selbst wer seine gewohnt pointiert vorgetragenen Argumente nicht teilt, wird in dem Buch eine solche Fülle von Fakten und gut dokumentierten Quellen finden, dass sich die Lektüre allemal lohnt.
Das Buch beginnt mit der aus Sicht des Autors fatalen Verabschiedung des ESM durch den Deutschen Bundestag, womit das „Tor zum Geld der deutschen Sparer“ aufgestoßen worden sei. Es folgen vier kurzweilig geschriebene Kapitel darüber, was überhaupt Geld ist, die „kurze Geschichte der D-Mark“ und über Geburt und vertane Chancen des Euro. In lockerem Plauderton, aber theoretisch gut fundiert geht Krämer sodann auf die allseits vertretene These ein, Deutschland sei wegen seiner Exporterfolge der eigentliche Gewinner des Euro. In Wirklichkeit, so Krämer, habe man im Austausch für die Exportgüter aber nur „Zaubertaler“, was er mit einer herrlichen Fabel vom Fuchs und den dummen Gänsen illustriert. Sollte Deutschland später einmal versuchen, reale Güter dafür zu bekommen, werde man ebenso wie die Gänse feststellen, dass diese gar nicht existieren.
Es folgen zwei Kapitel zur Finanzkrise und der wenig schmeichelhaften Rolle, welche Ökonomen dabei gespielt haben. Die letzten drei Kapitel widmen sich der EZB und ihrer expansiven Geldpolitik. Krämer erkennt darin die Fortsetzung der schon vor der Einführung in den südlichen Ländern – und Frankreich – geübten Praxis, sich bei Finanzengpässen einfach neues Geld zu drucken. Als mögliche Auswege aus dem Dilemma sieht er nur den Euroaustritt der Problemländer mit anschließender Abwertung oder den schweren Weg von Lohnkürzungen, wie ihn z.B. Estland und Lettland erfolgreich gegangen seien. Für wahrscheinlicher hält Krämer aber die Fortsetzung der jetzigen Politik und damit einen Schrecken ohne Ende, zumal die politische Interessenlage mächtiger Gruppen wie der deutschen Exportindustrie darauf ausgerichtet sei.
Das Buch ist offensiv und unterhaltsam, aber auch empirisch und vor allem theoretisch fundiert geschrieben. Auf einfachste Weise werden auch komplizierte Zusammenhänge wie etwa die Targetsalden erklärt, zahlreiche Tabellen, Grafiken und Literaturhinweise unterstützen die Argumentation. Nicht zuletzt findet man auch wichtige Dokumente im Wortlaut widergegeben, was mitunter zu erschreckenden Einblicken in die politische Realität hinter der Eurorettung führt.
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