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Kundenrezension

am 3. März 2012
Mit "Hordes of Chaos" eröffnet die deutsche Trash-Metal Band Kreator einen Frontalangriff auf jeden Jünger, der in irgendeiner Form der stetig wachsenden Metalgemeinde angehört. Das Werk strapaziert das Trommelfell des Zuhörers aufs Unermesslichste, dies ist aber sicherlich im positiven Sinne gemeint. Wie ihr Vorgänger "Enemy of God" stellt auch "Hordes of Chaos" ein lautstarkes außerdem schonungsloses Killeralbum dar. Die Betonung liegt hier vor allem auf dem brachialen Sound, der ohne Ausnahme, geschlagene 38 Minuten aus den Boxen dröhnt und sozusagen alles niederreißt, was sich nicht in Sicherheit bringt. Der Tonträger erinnert in vielerlei Hinsicht an Slayer's "Reign in Blood". Auch in den hiesigen Lyrics sind Thematiken enthalten, die für Slayer nicht allzu untypisch wären. Zwar kann man beide Künstlergruppen oder sogar beide Alben keinesfalls auf eine Stufe stellen, "Hordes of Chaos" ist dennoch mit Sicherheit eines der besten, auch brutalsten Kreator-Alben im Bereich des modernen Trash-Metals. Das Tempo ist somit extrem schnell gehalten, denn ein langsames oder gar balladeskes Stück sucht man hier wohl vergeblich. Dennoch ist die Scheibe im Vergleich zu früheren Werken (Pleasure to Kill, Extreme Aggression, Terrible Certainty etc.) um einiges melodischer, was mir persönlich noch besser gefällt. Selbstverständlich klang die Band bei ihren Erstlingswerken auch extrem geil, dieser Sound hier ist dennoch mein größerer Favorit. Doch auch hier stürzen sich Mille & Co. Voll und ganz ins Geschehen, und gönnen sich selbst, aber auch den Zuhörerschaften keine einzige Verschnaufpause. Einzig und allein das einminütige Stück "Corpse of Liberty" lässt auf eine winzig kleine Überbrückung schließen, bevor die Band gegen Ende des Albums den Hammer nochmal kräftig niedersausen lässt.

Beim ersten Hördurchgang klingt der Tonträger teilweise eher weniger facettenreich, nach wiederholtem Abspielen fallen jedoch schnell die rifflastigen Melodien auf, wodurch die Songs ganz einfach vollkommener erscheinen. Natürlich sind hie und da einige Eck- und Kritikpunkte vorhanden, diese verleihen dem Album allerdings eine ungehobelte, raue Qualität, die hier absolut passend ist.
"Hordes of Chaos" ist erneut ein solches Album, welches es verdient auch in Punkto Songauswahl näher betrachtet zu werden. Eine ausführliche Dokumentation der zehn Titel liegt hier nun vor:

1. HORDES OF CHAOS: Die Eröffnung des Tonträgers besitzt gleich mit dem Titelsong "Hordes of Chaos" den gewohnten "Kawwuumm-Effekt". Das anfängliche langsame, aber bedrohlich steigende Gitarrenriff lässt schon darauf ahnen, dass hier wohl gleich gewaltig die Post abgehen wird. Dies trifft selbstverständlich zu. Nachdem die Spannung circa 50 Sekunden aufgebaut wurde, tritt die Trash-Truppe das Gaspedal im Bezug zu der Instrumentierung rapide durch. Peitschende Drums werden mit den krassen Gitarrenläufen vereint. Auch Mille Petrozza singt, besser gesagt, schreit hier seine sozialkritischen Statements in die Ohren der Zuhörerschaft: "Everyone against everyone - CHAOS!" Ein extrem guter Opener für ein solch brachiales Album, mit dem wir es hier zu tun haben. Der Anfang macht jedenfalls schon sehr schnell Lust auf mehr. Ein gutes Zeichen ;)
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2. WARCURSE: So, die Band ist jetzt warm und eingespielt, dies merkt man bei dem darauffolgenden Titel "Warcurse" ganz besonders. Auch hier behalten die Frankfurter ihr schnelles Tempo bei und eröffnen den Track, bevor die Gitarren erklingen, mit niederschmetterndem Schlagzeuggehämmer. Kurz darauf setzt der Sänger mit gewohnt lauter und aggressiver Stimme ein. Textlich führt uns der Titel eine gewaltigen Krieg, und gleichzeitig den Zustand der Welt bzw. der Menschen nahe. Hier wird nichts schön geredet, doch "Warcurse" ist als zweiter Song ebenfalls ein schonungsloses Meisterwerk, das sich qualitativ dem Opener der CD anschließen kann.
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3. ESCALATION: In der Kürze liegt die Würze - "Escalation" brettert ab der ersten Sekunde voll drauflos, Mille schreit sich wiedermal die Seele aus dem Leib (dies hört sich jedoch ganz hervorragend an!) und nach dreieinhalb Minuten hat der "Spaß" auch schon sein Ende. Hier liegt sicherlich auch ein sehr hochwertiger Song vor, denn die Instrumente und der Gesang klingen kombiniert wirklich absolut spitze, aber doch können die zwei vorherigen Titel besser überzeugen. "Escalation" ist demnach ebenfalls eine krasse, geballte Ladung Power, trotzdem wirkt sie nicht ganz so ausgereift und perfekt, wie ihre beiden Vorgänger. Es fehlt ganz einfach "das gewisse Etwas".
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4. AMOK RUN: Dafür folgt nun der absolut beste Track des Albums. "Amok Run" besitzt einen ruhigen Einklang, selbst die Stimme des Sängers kommt hier ungewohnt soft zum Einsatz. Doch Vorsicht, dieses Stück hat es in sich! In der Gesamtbetrachtung wirkt es, allein schon wegen der sehr ernsten Thematik, extrem beklemmend und schockierend. Nicht nur, weil der Song nach circa 50 Sekunden eine 90° Drehung vollzieht, und gnadenlos aggressiv losstampft, sondern auch, weil der brisante und äußerst aktuelle Inhalt dermaßen eindringlich, man könnte schon sagen, emotional beigeführt wird. Hauptsänger Mille schlüpft hier für viereinhalb Minuten in die Rolle eines Amokläufers und wirkt ungemein authentisch, sodass mir als Zuhörer teilweise der Atem stockte. Vor allem, da der Song ja auf eine wahre Begebenheit basiert. Besonders gelungen ist die Umschreibung der Hölle, also der seelischen Schmerz, den der Täter durchlebte und somit als einzigen Ausweg den Amoklauf sah. Definitiv ist der hiesige Song von großer Bedeutung, da er ein Thema behandelt, dass von der Gesellschaft gerne mal schnell so unter den Tisch gekehrt wird. Und genau da liegt der Fehler. So stellt "Amok Run" das Meisterwerk des Albums dar, auch wenn er mit Sicherheit der härteste Song davon ist.
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5. DESTROY WHAT DESTROYS YOU: Ähnlich hart, aber auch realistisch legen die Frankfurter mit dem dreiminütigen Genickbruch "Destroy what destroys you" nach. Der Song läuft textlich, so gesehen auch musikalisch ganz im Sinne von "Macht kaputt, was euch kaputt macht" ab. Die Band hämmert uns hier für kurze Zeit ihr wahrheitsgetreues Weltbild um die Ohren, verbindet dieses mit erstklassiger, allerdings auch gnadenlos brutaler Instrumentierung. Kreischröhre Mille gibt natürlich ebenfalls sein Bestes, und eröffnet hier gleich den Pit im Wohnzimmer. ;)
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6. RADICAL RESISTENCE: Mit dem folgenden Song holt die Band zu einem gewaltigen Rundumschlag gegen die Gesellschaft und dem ungerechten Denken der Politik aus. Knallharte Fakten, die wie im Song auch thematisiert, meist mit Krieg verbunden sind, werden mit gewohnt harter Instrumentierung kombiniert, und somit als kurzer, bretterharter Trash-Metal Song zusammengetragen. Besonders zu loben sei hier auch der knappe, aber extrem eingängige Refrain! "Unite to fight, unite to fight - Radical Resistence now!" Allerbestes Ohrwurmniveau.
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7. ABSOLUTE MISANTHROPY: Dieses Stück ist ebenfalls extrem schnell, also in gewohnter Kreator-Manier gehalten, im Allgemeinen hängt es dann aber doch den vorherigen Songs nach. Hier findet einfach nicht diese Explosion statt, die mich bei Titeln wie "Amok Run", "Warcurse" oder auch "Hordes of Chaos" komplett mitriss. Auch in Punkto Refrain und Eingängigkeit bleibt ein fader Beigeschmack. Der Titel will und kann ganz einfach nicht richtig zünden. Demnach ist "Absolute Misanthropy" nicht unbedingt ein schlechter Song, ins Album passt er eigentlich ganz gut, er befindet sich nur eben nicht auf dem gleichen, hochklassigen Niveau seiner Vorgänger.
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8. TO THE AFTERBORN: Dies ist für mich nun nach "Amok Run" der zweitbeste Song des Albums. Hier liegt diesmal nämlich kein ultraschneller Trasher vor, es geht sozusagen doch melodischer zur Sache. "To the afterborn" hat einen schleppenden, düsteren Einklang, auch die Stimme des Sängers wird etwas langsamer in Gebrauch genommen. Der Titel ist im Vergleich zum restlichen Songmaterial wirklich nicht besonders schnell, und genau das macht ihn so individuell. Er passt zum Tonträger jedoch wie die Faust aufs Auge. Besonders der hymnenartige Refrain sticht hier hervor, da er nicht von Mille allein, sondern von der gesamten Band eingesungen wurde. Ab 3:20 Minuten, dreht sich der Track nochmal schnell um die eigene Achse. Ab diesem Zeitpunkt wird das Gaspedal erbarmungslos durchgetreten, und der typische Kreator-Sound kommt zum Vorschein. Diese Wende ist zwar sehr überraschend, dafür abwechslungsreich und musikalisch absolut überzeugend. Das niederschmetternde Gitarrensolo am Ende komplettiert den Song. Perfekt!
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9. CORPSES OF LIBERTY: Zum folgenden Titel lässt sich eigentlich nicht viel sagen, denn "Corpses of Liberty" spaltet die Gemüter. Sieht man den Song nun als kurze, melodische Überbrückung bevor das schlussendliche Brett folgt, oder dient er schlicht und ergreifend als Lückenfüller. Ich weiß nicht, was die Absicht der Band war, man muss dem Track jedoch lassen, dass er einmal wegen seiner kurzen Dauer, dann aber auch wegen seiner ruhigen Instrumentierung als unheimlich atmosphärisch zu bezeichnen ist. Er steigert die Spannung für das Kommende, aufs Unermessliche.
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10. DEMON PRICE: Der hiesige Song stellt den krönenden, unverbesserlichen Abschluss eines Killeralbums dar. Innerhalb von 5 Minuten wütet die Band wie ein Tornado in unendlicher Aggression. Das Ende ist also wirklich nichts für schwache Nerven, dennoch hätte man einen Tonträger dieser Art in keiner Weise besser beenden können. Schnell, hart, aggressiv, aber doch melodisch in gewisser Weise. "Demon Price" ist ebenfalls ein sehr eingängiger Song, der das Album perfekt abschließt. Hier gibt es nichts zu meckern! KREATOR RULES!!!
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Die Tracklist ist somit absolute Spitzenklasse! Textlich gesehen bekommen wir hier sehr harten Tobak zu Gemüte geführt, dieser kann jedoch aufgrund der oben genannten Kriterien voll und ganz überzeugen. Jeder Titel trieft nur so von unbändiger Power und Aggression. Behandelt werden politische brisante Themen, auch wird aber das inzwischen schon fast tragische, sehr realistische Weltbild/Weltgeschehen dargelegt. Gnadenlos und unschön - Ganz einfach so, wie man es von einer Trash-Metal CD erwartet. "Hordes of Chaos" ist ein Album, das unsere Welt auf erschreckende Weise ähnelt. Gewalt, Seelischer Schmerz, Verfolgung und Unterdrückung - All dieses Brennmaterial wird hier perfekt innerhalb von 38 Minuten schnell, dynamisch, aber äußerst realistisch zusammengetragen. Gewiss haben wir es hier nicht mit leichter Kost zu tun. Das Quartett schustert hier dennoch ein Meisterwerk zusammen, das durch seine durchgehende Melancholie teilweise schon sehr anstrengend sein mag, für Fans dieser Musik hat es nichtsdestotrotz auf alle Fälle mindestens eine Hörprobe verdient.

Fazit: Das Album gehört gehört! Zu jeder Tages- und Nachtzeit, rauf und runter, rückwärts, solange bis der CD-Player Feuer fängt! "Hordes of Chaos" hat so unheimlich viel zu bieten, es ist musikalisch, als auch textlich ein wahres Hörerlebnis. Vielleicht nicht unbedingt für das hochsensibelste Gemüt geeignet, jeder Fan der "Krach-Musik" (Nicht umsonst in Anführungszeichen gesetzt) wird hieran definitiv seinen Gefallen finden. Ich persönlich bin schon unheimlich auf das neue Werk der Frankfurter gespannt. Es soll vorrausichtlich noch dieses Jahr erscheinen. Ganz egal, "Hordes of Chaos" verdient jedenfalls volle 5 Sterne!
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