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Kundenrezension

29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gläsern, 19. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Wand (Taschenbuch)
Bereits nach wenigen Seiten verhielt ich mich beim Lesen mucksmäuschenstill, nahezu andächtig. Es kommt selten vor, dass ein Schreibender, überhaupt ein Anderer, Fremden so tief Zutritt zu seiner Persönlichkeit gewährt, wie sie in diesem Buch spürbar ist. Normalerweise müssen wir hübsch auf der anderen Seite der gläsernen Wand bleiben. Wir können sehen, was der Andere macht, wir können hören, was er sagt, wir können spekulieren und interpretieren. Wissen indes können wir es nicht. Dieses Buch handelt von jener existenziellen Einsamkeit, des gänzlich auf sich selbst zurückgeworfen Seins, das sich in seiner ganzen Wucht nur dem Reflektierenden erschließt, der dieses Wissen, das wohl in uns allen angelegt ist - und bewusst oder unbewusst nicht selten unser Handeln beeinflusst - auch zulässt. Ein Wissen, das Angst macht. Neben all' seinen Kontakten nach außen ist der Mensch doch stets in Zwiesprache mit sich selbst und wird sich hüten, diese Gespräche so ungefiltert nach außen zu tragen, wie es die namenlose Protagonisten hinter der Wand tut. Sie kann es sich leisten, sie ist der einzige Mensch in ihrer Welt, die sich ihre Phantasie erschaffen hat und die sie, von seltenen Sehnsüchten und Anwandlungen abgesehen, nicht mehr zu verlassen wünscht. Und es sind die ländlichen Orte der Kindheit und Jugend der Autorin in der die namenlose Frau lebt. Beschäftigt man sich mit Marlen Haushofers Leben, so bekommt man eine Ahnung davon, dass sie sich wohl schon immer nicht dazugehörig gefühlt hat, nie mitten drin, und dass sich dieses Gefühl mit den Jahren vertieft hat. Menschen dieser Art sind oft sehr gute Beobachter, und das einfache, aber auch schwere und selbstgenügsame Leben ihrer Protagonistin ist sicher dieser Gabe geschuldet. Das Leben, das Marlen Haushofer hier schildert, dürften in ihrer Jugend noch viele Menschen gelebt haben, wenn auch der Kaufladen mit Zucker, Mehl und vielleicht sogar Orangen nicht aus der Welt war.

Natürlich wäre die "Die Wand" auch aus der Feder von, sagen wir einmal, Stephen King reizvoll, aber das wäre ein ganz anderes Genre, ein völlig anderes Buch. Und ihm würde ich es sehr übel nehmen, wenn er mich nicht in die Welt hinter der Wand mitnehmen würde. Diese Geschichte braucht das nicht, denn wir wissen ja alle, was sich dahinter verbirgt: Das Leben mit den Anderen, auch wenn Marlen Haushofers Szenario dazu uns zum Frösteln bringt. Unterm Strich jedoch tröstet sie - wie alle herausragenden Schriftsteller.

Helga Kurz

19. Februar 2011
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.04.2011 22:09:02 GMT+02:00
regenbogen meint:
Das ist eine sehr schoene, treffende Rezension eines meiner Lieblingsbuecher seit langer Zeit. Auf Ihre Bewertung bin ich nur gestossen, weil ich nach ueber 15 Monaten gemerkt habe, dass ein Kommentar zu einer meiner Rezensionen (RAUKEN) geschrieben wurde - ein sehr netter Kommentar. Neugierig klicke ich dahin, wo ich Ihre Rezensionen ansehen kann - und lange automatisch in Ihrer Beschreibung zu Winter's Bone, den Film, den ich mir gerade am Wochenende im Kino angesehen habe und der mich immer noch beschaeftigt! Die kleinen Zufaelle dieser Welt!
Ihnen alles Gute wuenscht

rudolf doehr

p.s.: wie war denn dann das Er-Lesen des KADDISCH FUER LIEBERMANN?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.04.2011 22:45:48 GMT+02:00
Helga Kurz meint:
Danke für Ihr Lob Herr Doehr.

Kaddisch für Liebermann hat mir gut gefallen - siehe meine Rezension dazu.

Mit freundlichen Grüßen

Helga Kurz

Veröffentlicht am 15.11.2011 09:41:17 GMT+01:00
Tennesven meint:
mit "Die Arena" hat Stephen King das Thema übrigens schon adaptiert.
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Rezensentin / Rezensent

Helga Kurz
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   

Ort: Stuttgart

Top-Rezensenten Rang: 481