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Kundenrezension

am 22. Oktober 2008
Vermutlich wird sich kaum jemand, der Rush nicht ohnedies kennt, hierher verirren, aber falls doch, eine kleine Orientierung:
Rush sind eine - vor allem überm Teich immens erfolgreiche - kanadische Progressivrockband, bestehend aus drei Musikern, die auf ihrem jeweiligen Instrument zu den besten zählen. Vor allem der Schlagzeuger Neil Peart kann die Drummer, die ihm das Wasser reichen können, fast an einem Finger abzählen.
Bis aufs Debüt 'Rush' aus dem Jahr 1974, wo noch ein anderer Schlagzeuger spielte, ist das Line up seither unverändert, nämlich Alex Lifeson (Gitarre), Geddy Lee (Gesang, Bass, Keyboards) und Neil Peart (Drums, Percussion). 2112 aus dem Jahr 1976 ist das vierte Album der Band und wird von vielen Fans und Kritikern als ein bzw. der Band-Höhepunkt der Arbeit der 70er-Jahre angesehen. Das liegt vor allem an dem Titeltrack, einem über 20 Minuten langen, in sieben Teile gesplitteten Science-Fiction-Epos. Der Text stammt von Neil Peart, der damals von den Arbeiten Ayn Rands beeinflusst war. Zu dieser Zeit haben sich Rush noch weitgehend auf Gitarre, Drums, Bass und Gesang beschränkt, es waren kaum Keyboards im Einsatz.
Soviel zum nüchternen Teil.

Erst möchte ich mich den 2 bis 6 widmen, die allesamt ein gutes bis sehr gute Niveau bieten. Die Band hatte damals noch nicht vollständig zu ihrer eigenen musikalischen Identität gefunden und war stark beeinflusst von Led Zeppelin und The Who, was aber nichts an der Qualität der Songs ändert.
Passage to Bangkok ist eine leicht orientalisch angehauchte Nummer mit kräftigen Gitarren. Gemeinsam mit der Ballade Tears der Höhepunkt des Albums, wenn man den übermächtigen Titeltrack mal außer Acht lässt.
Twilight Zone ist dann sehr gefühlvoll und melodisch, dabei teils wehmütig, teils geheimnissvoll.
Bei Lessons wechselt sich fröhlich-flottes Spiel mit kräftig-intensivem ab, wobei im letzteren Teil das Können an den Instrumenten gezeigt wird. Das Lied endet mit einem langen Gitarrensolo, das outfaded.
Tears ist oben erwähnte sehr schöne Ballade, ein wehmütiges Stück, in dem, wenn ich mich nicht irre, auch Holzbläser zum Einsatz kommen.
Something for Nothing ist wohl ein typischer 70er-Jahre-Progressive-Rock-Song, mit wechselnder Intensität wie bei Lessons. Hier hört man zum Beispiel streckenweise den Einfluss von Led Zep und The Who heraus.

Der Titeltrack 2112 ist eine wunderschöne utopische Geschichte über einen Mann, der in einer Art kommunistischer Gesellschaft lebt, in der Individualismus abgelehnt wird und die sogenannten "Priests" mit ihren Computern alles verwalten. Da er nichts anderes kennt, fehlt es ihm auch an nichts, bis zu den in dem Lied erzählten Geschehnissen.

Am Beginn steht die
- Overture, ein Instrumentalteil mit spacigem Intro und anfangs abgehackten Rhythmen. Aber bald schon galoppiert die Musik los und die Band biete famose Instrumentalarbeit, die sehr einfalls- und abwechslungsreich und dennoch eingängig ist und den Hörer gleich mal mitreisst.
Es schließt mein Lieblingsteil an, das sehr rockige
- Temples of Syrinx, in dem die alles beherrschenden Priests vorgestellt werden. Der Gesang ist eher kreischend, was hier und auch später die Priests charakterisiert.
Dann Schwenk zu
- Discovery, einem anfangs sehr leisen, ruhigen Teil. Hier entdeckt der Erzähler der Geschichte ein ihm unbekanntes Gerät, das der Hörer durch die Beschreibung als Gitarre erkennt. Über die Strecke dieses Teils hinweg wird durch anfangs simples Geklimper bis hin zu späteren wunderschönen Melodien hinreißend dargestellt, wie der Erzähler lernt, darauf zu spielen und bemerkt, was er hier für ein wundervolles Ding gefunden hat, mit dem jeder selber so schöne Musik machen kann.
In
- Presentation bringt er das Ding voller Enthusiasmus zu den Priests, überzeugt davon, dass sie seine Begeisterung dafür teilen werden. Unendlich ist die Enttäuschung, als sie (erkennbar wieder durch den kreischenden Gesang) ihm vorwerfen, dieses unnütze Ding sei kein Segen, sondern ein Fluch - offenbar, weil es Individualismus erlaubt und sich dadurch jeder auf eigene Art ausdrücken kann - und dass es eines dieser Dinge war, das die "elder race of men" dem Untergang geweiht hat. Musikalisch wechselt dieser Teil zwischen den ruhigen Parts des Erzählers und den rockigen, aggressiven Parts der Priests.
In
- Oracle:Dream wird anfangs grandios seine Enttäuschung musikalisch verdeutlicht, bis sich die Musik dann in große Hoffnung steigert und der Erzähler in einem Traum erkennt, dass die vorhin erwähnte "elder race of men" nicht - wie offenbar allgemein erzählt wird - untergegangen ist, sondern den Planeten verlassen hat und in ihrer Kreativität immer weiter reist und lernt und wächst, bis sie eines Tages zurückkommen wird, um die Tempel der Priests niederzureißen.
Sein Aufwachen im Teil
- Soliloquy wird von sanfter Musik untermalt, wechselt dann aber zu aggressiver Instrumentierung, als der Erzähler merkt, dass er mit diesem Wissen nicht weiterleben kann in einer solchen Welt. Der Teil schließt mit seinem Freitod.
Abgeschlossen wird das Epos mit dem
- Grand Finale, galoppierender Musik, anfangs hoffnungsvoll, dann dramatisch und wild. Es gibt keinen Text mehr, nur zum Schluss die unterschiedlich deutbare Durchsage "Attention - all planets of the solar federation. We have assumed control."
Ich deute das als die erhoffte Rückkehr der "elder race", die den Priests die Herrschaft entrissen hat.

Auch wer mit derart überlangen Tracks üblicherweise nichts anfangen kann, sollte diesem Epos, wenn er 70er-Rock und/oder utopische Geschichten mag, eine Chance geben und es drei- bis viermal konzentriert anhören. Ich mag normalerweise keine so langen Tracks, aber diese Nummer hat mich gefangen und zählt inzwischen wohl zu einem meiner Lieblingslieder.
Speziell die musikalische Begleitung der Geschichte ist sehr plastisch und meiner Ansicht nach gelungen. Progressive-Fans kennen das Album ohnedies; wer mal in sowas reinhören möchte, dem sei dieses Teil wärmstens ans Herz gelegt.
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