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Kundenrezension

TOP 500 REZENSENTam 26. Oktober 2013
Die Geschichte von Malala ging um die Welt. Ihre Rede vor der UNO hatte zumindest bei mir Gänsehaut ausgelöst. Ihr Buch ist eine Familiengeschichte, die Geschichte einer Genesung, die Geschichte des Mordanschlags auf sie, und es ist auch ein Buch über ihr Land, über ihren Glauben, und dem wie sehr dieses Land doch von Extremisten geknechtet und mit Füssen getreten wird und nicht zuletzt ist ihr Buch ein Kampf für das Recht auf Bildung, hier im Besonderen der Mädchen in Pakistan, aus dem Malala kommt, wo es immer wieder erschwert oder verunmöglicht wird, vor allem weiblichen Kindern auf die Schule zu gehen. Erstaunen tut dabei nicht nur die unglaubliche Genesungsgeschichte, sondern eben auch oder vor allem der ungebrochene Willen dieser immerhin erst 16-jährigen jungen Frau, die jetzt schon weiss, dass sie ihr Leben für die Bildung, aber auch für eine bessere Welt widmen möchte. Solche Menschen berühren durch ihr Tun und Sein, weil man spürt, dass hier etwas Grundsätzliches gefordert wird, das jedem Menschen / Kind zustehen sollte, weil darin Werte, Grundrechte des Menschen und auch seine Würde darin berührt werden. Die Komposition all' dieser Faktoren macht es möglich, dass Malala Yousafzai auf eine weltweite Resonanz trifft, bei Staatsleuten eingeladen wird, bei Fernsehshows rund um die Welt eingeladen wird, Ihre Mission und die Kraft die dazu gehört, ist weltweit in Resonanz spürbar.

Meiner Meinung nach spürt man diesem Buch an, dass verschiedene Leute daran mitgearbeitet haben. Denn hier spricht nicht nur Malala. Hier spricht auch ihr Vater, die Mitautoren Christina Lamp, denn zum Einen ist noch die z.T. kindliche Sichtweise spürbar, wie sie nur ein junge Frau in diesem Alter formulieren kann. Zum Anderen werden jedoch geschichtliche Fakten erzählt, die aus einer Erwachsenensicht erzählt wird, wo man einfach merkt, dass es Erwachsenen auch wichtig war, Geschichtliches von Pakistan zu erzählen. Das muss man nicht negativ quottieren, doch passt das für mich an manchen Stellen nicht wirklich zusammen. Liest man bspw. von der Brutalität der Taliban, mutet es fast ein wenig banal an, danach irgendwelche Kindheitserlebnisse und Erinnerungen zu lesen. Hier ist eben nicht alles aus einem Guss gemacht, sondern durch verschiedene Hände und Gedanken zu einer Komposition gemacht. Ich musste mich immer wieder darauf einstellen und habe mich doch gefragt: Wer erzählt hier? Denn der Erzählende gibt sich nicht immer zu erkennen, die Sprache ist weitgehend einfach gehalten, vielleicht auch ein wenig vom Pakistanischen ins Westliche übersetzt, von langatmig bis zu sehr berührenden und schön geschriebenen Stellen, können wir hier wirklich alles finden.

Die geschilderte Familiengeschichte wirkt seitenfüllend, das Buch erzählt mit aller Nüchternheit, von den einschränkenden Gesetzen und Regeln, die oft vor dem Hintergrund des Glaubens irgendwelcher Leute, durchgesetzt und gefordert werden. An manchen Stellen hat man gar das Gefühl, dass dieses Land, ein gewisses Lebensfreude- Verbot an den Tag legt. Das alleinige Flirten bspw. eines Mädchens, kann schon dafür sorgen, dass Familienmitglieder von der "Schande" sprechen, die das mit sich bringen kann, was soweit gehen kann, dass die eigene Familie das Mädchen vergiftet. Oder schon ein einfacher Mädchen-Ausflug in den Wald, durch ihr Herumtollen schon Stein des Anstosses sein kann, sich Leute irgendwie entehrt, verleumdet oder sonstwie angegriffen fühlen. Immer wieder muss der Glauben, der Islam verteidigt werden, der Glauben ist die Grundlage, für das eigene Handeln oder Nichthandeln und legitimiert je nach Auslegung, auch gesetzwidriges Verhalten. Wir lesen von geköpften Soldaten, von Selbstmordattentätern, von Ausbildungsangeboten zum Dschhihadisten (Gotteskrieger), von Märtyrer-Tod, von Schulen die zerbombt werden, von Erdbeben, von Mädchen die öffentlich von den Taliban ausgepeitscht werden, die Liste geht noch weiter, dass alles gilt es erst einmal auszuhalten und ist keine leichte Kost. Malala verurteilt die Drohnenangriffe der Amerikaner, beschreibt den Hergang von der Tötung von Osama bin Laden und wie das Land dazu reagiert hat. Menschen werden hier, wenn sie z.B. als Christen eine andere Meinung haben einfach dafür umgebracht. Leichen werden zur Schau gestellt, das Weibliche Attribute müssen in der Öffentlichkeit verborgen, versteckt und verbannt werden. Extremisten verurteilen und verbieten Bildung, weil sie dadurch eine Verwestlichung zu ahnen glauben. Die willkürliche Brutalität in diesem Land, war für mich kaum mehr auszuhalten. Selbst vor der Tötung von Kindern wird im Krieg nicht zurückgeschreckt.

Und dass dieses Mädchen, dem in die linke Stirnseite geschossen wurde, noch überlebt hat, bis nach Birmingham geflogen wurde, ist an sich schon ein Wunder, denn sie hat dadurch wie ein zweites Leben geschenkt bekommen, das hätte für sie auch tödlich enden können. Schön zu lesen ist, was sie zu ihrer Freundin Moniba, das was dieses Mädchen so sehr an diesem Land liebt, oft sind es die ganz einfachen Dinge erzählt. Malala lässt uns auch an ihrer Lebensfreude teilhaben und dem was ihr Kraft gibt, oder wie sie ihre Zuflucht in ihrem Glauben, ihrem Vertrauen wieder findet. Selbst die Kritik, die an ihr geübt wird, schildert sie unverblümt in diesem Buch. Ihr Kampf ist auch ein Kampf für die Frau, die gerade dort immer noch zweitrangig behandelt wird. Mädchen werden immer noch sehr früh dort verheiratet, es werden ihnen Vorschriften gemacht, wie sie sich zu verschleiern haben. Es bleibt Malala nur zu wünschen, dass sie mit ihrer Stiftung etwas in ihrem Land und in der Welt, gerade auch, was ihr Kampf gegen das Analphabetentum bedeutet, Erfolge zu verzeichnen hat. Das ist keine leichte Aufgabe, auch wenn sie bspw. auch ihr Vater dabei unterstützt, der ebenso den Ausbau des dortigen Schulsystems vorangebracht hat. Natürlich brauchen wir Menschen, die sich für die Rechte und Interessen von Kindern und Frauen einsetzen. Ob das jedoch mit Stiften und Lehrern ausreicht, gerade was den Terror anbelangt, bezweifle ich. "Ich bin Malala" ist auch ein emotionales Buch, das eine auf so manche Achterbahnfahrt mitnimmt. Eine junge Frau, die Opfer des Terrors wurde, weil sie sich für Bildung einsetzte. Eine Steh-Auf-Frau, die aus tiefster Überzeugung für andere etwas tun möchte. Die Motivation und die Kraft dahinter, halte ich für bewundernswert, inwiefern jedoch das rhetorisch aufbereitete Gedankengut in der Realität umsetzbar wird, steht auf einem andern Blatt, zu wünschen wäre es ihr.
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