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Customer Review

VINE VOICEon August 4, 2009
Und das klingt schon mal gut. Die Verbindung von Poesie und unterdrückten Leidenschaften, aus denen zerstörerische, ja tödliche Triebe erwachsen können, was für ein Thema für ein saftiges psychologisch angehauchtes Melodram, ein Genre, für das der Regisseur Douglas Sirk mit Recht berühmt ist. Hier nun hat er es in einem Krimi versucht. Nicht so sehr Film Noir wie der Nachfolgefilm "Schlingen der Angst", eher so ein klassischer, sehr englisch wirkender Whodunit. Der Poetenkiller geht um, seine Opfer sind Frauen, die auf bestimmte Kontaktanzeigen antworten, und als so eine Art Animierdame zum Oper wird, erklärt sich ihre Freundin und Kollegin bereit, sich für die Polizei undercover als nächstes Opfer anzubieten. Nach einigem Hin und Her trifft sie auf einen Lebemann, der das schöne Geschlecht nun wahrlich nicht verachtet... und verliebt sich, aber ist dieser Mann vielleicht sogar der Täter?

Soweit zum Plot. Der Film ist aus meiner Sicht nur halb gelungen, aber recht unterhaltsam und mit deutlichen positiven Aspekten, was ihn gerade noch auf vier Sterne hebt. Gestalterisch sehr interessant ist, dass der Film die Atmosphäre der Jahrhundertwende heraufbeschwört (das London von Jack The Ripper, wie der Audiokommentator Marek Bringezu das treffend nennt), aber eindeutig im Jahr der Filmentstehung - 1946 - spielt (was übrigens in einigen Filmbüchern zu der falschen Angabe geführt hat, der Film würde um 1900 spielen). George Sanders als charismatischer, aber immer auch etwas unheimlicher Lebemann ist fantastisch, er war in diabolischen Zynikerrollen immer sehr süffisant (All About Eve). Die Besetzung der sonst eher komödiantischen Lucille Ball in der weiblichen Hauptrolle war glaubwürdig, hat mich aber nicht sonderlich berührt. Charles Coburn als Polizeichef ist in seiner Jovialität immer gut für einen, der der nette Onkel ist, aber auch seine Untergebenen des Zieles willen in Gefahr bringt. Das am Anfang angedeutete Thema des Mörders, der immer das Gefühl hatte, im Schatten zu stehen, ist gut ausgearbeitet und gespielt - ich kann hier nicht zu sehr ins Detail gehen, ohne zu viel zu verraten. Die Achillesferse: Die Psycho-Handlung trägt den Film nicht über die ganze (gar nicht einmal exorbitante) Länge, Sirk muss das mit den klassischen Elementen eines Whodunit mixen. Und sagen wir es ehrlich: Sirk ist keine Agatha Christie. Wenn die Tätersuche solch breiten Raum einnimmt, muss man das exzellent konstruieren können, wie z.B. in "Tod auf dem Nil", wo das (ich gehe vom Film, nicht vom Buch aus) exzellente Baukastenarbeit ist, jeder könnte es sein, alles ist so geschickt ineinander verwoben, dass es mit der Präzision eines Uhrwerkes abläuft und selbst bei den diversen falschen Fährten alles so unerbittlich klickert, dass man auch nicht die kleinste Kleinigkeit verändern dürfte. Bei "Angelockt" aber: Ein paar obligatorische falsche Verdächtige werden mehr oder minder abgespult, man könnte welche hinzufügen, welche wegnehmen, die Reihenfolge ändern, was weiß ich. Der Film wird episodenhaft. Die ca. 10 Minuten mit Boris Karloff z.B. sind ganz nett und auch hübsch skurril, aber sie stehen im luftleeren Raum, sind Selbstzweck, haben mit dem ganzen Rest nix zu tun. Und das gibt es hier öfter, und deswegen meine ich, Sirk hat sich leider den schwierigen Anforderungen des Whodunit nur mit Teilerfolg stellen können.

Andere sehen es anders, Sirk selbst und sein Interviewer John Halliday. Von den beiden Krimis, die Sirk 1946 und 47 gedreht hat, bevorzugen sie "Angelockt". Buchautor Michael Stern bevorzugt hingegen den Nachfolger "Schlingen der Angst", in dem Sirk dieses Herumgepuzzle weglässt und sich ganz auf eine psychologische Thrillergeschichte konzentriert. Dieser eher als Film Noir einzustufende Film habe Sirk besser gelegen als die eher klassische Detektivgeschichte "Angelockt". Ich stimme Stern aus den genannten Gründen vehement zu!

Bei beiden Filmen hat Marek Bringezu audiokommentiert, insgesamt mag ich ihn gerne, aber meiner Meinung nach ist ihm zu "Schlingen der Angst" mehr und Besseres eingefallen. Bei "Angelockt" verfällt er öfters in Erörterungen dessen, was auch der nicht besonders aufmerksame Beobachter ohnehin mitbekommt. Vielleicht ist ja aus "Angelockt" tatsächlich weniger herauszuholen. Ich habe es jedenfalls so empfunden. Aber eigentlich auch wieder ganz gute Unterhaltung.
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