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Kundenrezension

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Where's that Joint?, 11. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Their Satanic Majesties Request (Audio CD)
Das ziemlich bedröhnte Album "Their Satanic Majesties Request" wird oft als Antwort auf - und missglückte Kopie von - "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" von den Beatles bezeichnet, was jedoch nicht zutrifft: die Alben entstanden beinah zeitgleich, die Stones brachten ihr Album lediglich auf Grund interner Probleme (Festnahmen, Gerichtsverhandlungen und sogar Gefängnisaufenthalte) ein halbes Jahr später heraus. (Außerdem stimmten sich die Beatles und die Stones sowieso immer mit ihren Veröffentlichungen ab, um sich bei den Chartnotierungen und den Verkaufszahlen nicht in die Quere zu kommen.) Da sie ihren Manager und "Produzenten" Andrew Loog Oldham kurz zuvor gefeuert hatten, wurde dies das einzige Stones-Album, das von allen fünfen produziert wurde. Dass es nicht wirklich überzeugen konnte, lag an oben erwähnten Schwierigkeiten (Charlie Watts meinte später, es sei erstaunlich, dass die Stones seinerzeit überhaupt ein Album zustande gebracht hätten) und an der Tatsache, dass "Psychedelic" und Flower Power einfach nicht ihr Spezialgebiet war - das konnten im selben Jahr Bands wie Pink Floyd, Jimi Hendrix Experience, Jefferson Airplane etc. einfach besser. Zu dieser Erkenntnis kamen sie denn auch selbst und besannen sich ab dem nächsten Album wieder auf den Stones-typischen Rock, von dem sie nie wieder abwichen.

Dass das Album allerdings dieselbe Richtung einschlägt wie die Alben etlicher ihrer Zeitgenossen, liegt sicherlich an den entsprechenden Drogenexperimenten und dem damals vorherrschenden Zeitgeist. Die Qualität der Songs ist durchwachsen. Sing this all together, Gomper und On with the Show sind nicht weiter erwähnenswert, 2000 Man und The Lantern okay. Den absoluten Tiefpunkt auf einem Stones-Album stellt für mich Sing this all together (See what happens) dar, 8 Minuten vertonte Einfallslosigkeit, offenbar unter Drogeneinfluss entstanden und wohl auch nur in diesem Zustand zu ertragen, vom Hörgenuss ähnlich erquicklich wie ein Jahr später Revolution 9 von den Beatles.

Als Hauptsäulen tragen vier Songs das Album, ohne die es gnadenlos abstürzen würde: Citadel, Bill Wymans In another Land, das wunderbar melodiöse She's a Rainbow und das phantastische 2000 Light Years from Home. (Die drei letztgenannten Titel wurden auch verdientermaßen als Singles ausgekoppelt.)

Bei In another Land (die einzige von den Stones autorisierte Wyman-Komposition auf einem Stones-Album) kaschiert Bill seine Unfähigkeit zu singen geschickt durch einen auf den Gesang gelegten Tremolo-Effekt; She's a Rainbow blüht stark auf durch Nicky Hopkins' Piano und John Paul Jones' (später Led Zeppelin) leicht abgedrehtes Streicherarrangement, und zu 2000 Light Years from Home soll Jagger durch seinen kurzen Gefängnisaufenthalt inspiriert worden sein. Hier zeigt sich ganz klar Brian Jones' Handschrift - wer weiß, vielleicht hätte das Album ohne die widrigen Umstände, unter denen es entstand, doch ein Psychedelic-Klassiker werden können?

Hatten die Beatles auf der "Sgt. Pepper's"-Hülle mit "Welcome the Rolling Stones good guys" einen kleinen Gruß hinterlassen, zierten jetzt die Gesichter der Beatles in Blumenform das Cover dieser Stones-LP. Das Album erschien über die Jahre immer mal wieder in begrenzter Auflage mit dem berühmten 3D-"Wackelbild"-Cover, das zum Sammelobjekt avancierte.

Mick Jagger hat mal gesagt, er ziehe den Mono-Mix dem Stereo-Mix vor; dieser liegt seit 2002 klasse remastert vor und macht so (vor allem mit Kopfhörern!) erst richtig Spaß. (Die Mono-Mixe der drei Singles We love you/Dandelion, In another Land/The Lantern und She's a Rainbow/2000 Light Years from Home finden sich auf der "Singles Collection"). Ich finde wie üblich, man hätte bei der Neuauflage 2002 unbedingt die zeitgleich entstandene klasse Single We love you/Dandelion mit auf die CD packen müssen, die gehört einfach mit dazu.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 11.10.2013, 00:55:46 GMT+2
Michael C. meint:
Danke für diese kritische Rezension. Ich selbst liebe diese Platte und empfinde sie als Gesamtkunstwerk ohne Schwächen. Zudem ist es eben das untypischste Stones-Album - und ja, ich habe sie seinerzeit am liebsten gehört, wenn ich gewisse Substanzen konsumiert hatte. Allerdings hat sich "Their Santanic Majestic Request" im Laufe der Jahre zu "meiner" Weihnachtsplatte entwickelt, ohne das ich sagen kann, warum.
Wer die Platte nicht kennt, sollte sie unbedingt über Kopfhörer von Anfang bis Ende durchhören. MIR hat sie immer viel Freude gebracht und ist für mich auch nach fast 40 Jahren noch immer eine der wichtigsten Platten überhaupt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.10.2013, 01:11:36 GMT+2
Danke für die Wertschätzung, obwohl ich mit dem Album ja recht kritisch bin! Ich höre sie immer wieder mal recht gerne - übrigens auch am liebsten mit Kopfhörern! - im Gesamtkontext der anderen Stonesalben muss man aber von der Punktezahl etwas Abstand zu anderen Alben wie Beggars Banquet, Let it bleed oder Sticky Fingers halten, finde ich. Ich kann aber auch verstehen, dass man das Album mag, und sei es nur, weil es so anders, so experimentell ist. Und ein Weihnachstalbum war es ja wirklich, kurz vor Weihnachten 1967 erschienen, vielleicht liegt es daran?
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