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Kundenrezension

22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Enttäuscht, 10. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Evolution: Ein Lese-Lehrbuch (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mir das Buch auf Grund der guten Rezensionen gekauft. Allerdings hinterließ das Buch bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Gut sind sicherlich die vielfältigen Boxen zu Begriffen und Personen. Auch die Erklärung der adaptiven Landschaft findet man in anderen Büchern eher selten bis gar nicht.

Dies kann für mich aber die Nachteile nicht aufwiegen.
So fehlen mir umfangreichere Abhandlung zu Embryogenese, Genetik, Molekurlarbiologie und Paläontologie. Gerade die Erkenntnisse aus diesen Wissenschaften bilden die Basis und die Beweise der Evolutionsforschung und sollten in keinem Evolutionsbuch fehlen.
Auch ein wichtiger Name fehlt: Lenski. Sein Bakterienexperiment zeigt, wie Evolution auch vor unseren Augen abläuft inklusive nicht reduzierbarer Komplexität. Dies steht auch im Widerspruch zu der Aussage des Buches auf Seite 15, wonach die Evolution der Organismen nicht direkt beobachtet werden kann.

Aufbauend auf diese Fakten versucht ein Zweig der Evolutionsforschung Adaptationen und ultimate Ursachen zu deuten. Dass diese Erklärungsmuster sich im Laufe der Zeit wandeln, weil die Evolutionsforschung in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht hat, hat mehr mit wissenschaftlichen Hypothesen als mit Märchen zu tun. Generell ein Begriff der mir persönlich zu häufig in dem Buch vorkam und Zweifel an der Zielsetzung des Buches aufkommen lässt.

Die Seiten über Ernst Haeckel und seinem Rekapitulationsgesetz kann ich so auch nicht nachvollziehen. Da wird von Manipulationen bei seinen Zeichnungen gesprochen. Ein Einwand der schon lange entkräftet ist, wie Prof. Dr. Ulrich Kutschera in seinem Buch 'Evolutionsbiologie' schreibt. So bediente sich Haeckel für seine Zeichnungen dem Verfahren der didaktischen Reduktion, z.B. Größenanpassungen und Weglassen von nebensächlichen Details. Dies ist heute nicht nur ein anerkanntes Verfahren, sondern wird auch selbst in dem Buch von Zrzavy eingesetzt. Also ein Widerspruch in sich selbst.

Sicherlich ist es richtig, dass Haeckels Gesetz zu weit gefasst ist, konnte er doch damals nicht alles übersehen. Nach Kutschera: "Wir bezeichnen Haeckels Rekapitulationsgesetz daher besser als biogenetische Regel, da es auch Ausnahmen gibt. Die zentralen Aussagen dieser Regel gelten jedoch auch noch heute und wurden durch zahlreiche Befunde der vergleichenden Anatomie und Molekularbiologie wiederholt bestätigt."

Demgegenüber wird auf Seite 209 über die Geschichte der Erde und des Lebens die längst überholte These der 'Ursuppe' proklamiert. Doch die Beweiskraft der damaligen Versuchsanordnung wird heute angezweifelt, weil z.B. Miller in seinem Experiment kein Kohlendioxid berücksichtigte, das aber im Urozean in großen Mengen vorkam. Weiterhin war das Ergebnis des Experiments zu nichtssagend. Es wurden nur Aminosäuren nachgewiesen aber keine Eiweißmoleküle.

Die derzeit passendste Theorie für den Übergang zwischen Chemie und Biologie ist die der heißen Schlote am Meeresgrund, die auch sehr schön den unterschiedlichen Aufbau von Bakterien und Archaeen erklären kann.

Ein weiterer wichtige Punkt der mir negativ aufstößt ist das Kapitel über Homosexualität. Wenn ich da zwischen den Zeilen "Die erste Hypothese ist eher absurd; denn wirklich homosexuelle Männer weisen keine besonderen Neigungen hinsichtlich der Fürsorge für ihre Geschwister auf" auf Seite 291 lese, so ergibt sich durch diese nicht belegbare Aussage für mich eher der Anschein eines rassistischen Weltbildes, das nur Vorurteile wiedergibt aber keinem wissenschaftlichen Standard folgt. Wieso sind Bisexuelle sexuell früher aktiv und zeugen mehr Kinder (Seite 292)? Ungereimtheiten neben Ungereimheiten. Und dass wo einige Seiten später davon gesprochen wird, das 'Jede Abweichung von diesem Gleichgewicht instabil ist ... den reproduktiven Gewinn zu maximieren...".
Noch nicht eimal in Ansätzen hält Herr Zrzavy dies auch für eine mögliche Erklärung der Homosexualität, wobei er doch selbst erkannt hat, dass die reproduktive Maximierung nicht stabil ist. Dies scheint meine Meinung über ihn nur zu bestätigen.

Oftmals werden auch Aussage getroffen, die bar jeglichen Zusammenhangs sind bzw. sich nicht auf Fakten beziehen. So z.B. wenn auf Seite 301 gesagt wird "Die Fischflosse können wir als Beweis für die Existenz Gottes, als Beweis für lamarckistische adaptive Änderungen wie auch als Beweis für die natürliche Selektion heranziehen. Die verschiedenen Weltanschauungen sind letztendlich ideologischer Natur und mit wissenschaftlichen Methoden lässt sich nicht entscheiden, welche 'besser' oder 'richtiger' ist."
Da läuft es mir kalt den Rücken herunter. Werden hier doch alle Fakten der oben genannten Wissenschaften in Frage gestellt.

Weitere Stellen spare ich mir.
Alles in allem kann ich dieses Buch nur empfehlen, wenn man gewillt ist, es sehr kritisch zu lesen und zu hinterfragen. Anfänger werden hier eher verunsichert und in die Irre geführt.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.12.2011 23:10:44 GMT+01:00
Tyrolean meint:
Diese Rezension ist von einem geschrieben, der gewillt ist, auf jeden Fall Haare in der Suppe zu finden. Wenn er den Autoren im Abschnitt über Homosexualität Rassismus unterstellt, so ist das wirklich bei den Haaren herbeigezogen. Ich lade ein, den ganzen Abschnitt zu lesen und dann zu urteilen und bin mir sicher, dass man nur mit böser Absicht hier "Rassismus" unterstellen kann. Das Zitat in der Rezension ist aus dem Kontext gerissen und steht, so isoliert, zwiespältig da, was es im Gesamttext nicht tut. Der Rezensent hat offensichtlich den stellenweise provokanten, ironischen Ton des Buches nicht verstanden, wie sein vorletzter Absatz zeigt. Lassen Sie sich nicht täuschen: Das Buch ist sein Geld wert!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.02.2012 20:58:35 GMT+01:00
from meint:
Sorry, aber diese Rezension erscheint mir in ihrer Detailliertheit durchaus beachtenswert. Mich hat sie auf jeden Fall davon abgehalten, unüberlegt den Kaufen-Button zu drücken, ohne mir zuvor noch andere Quellen oder einen Blick ins Buch - in einer Buchhandlung - zu besorgen. Beachte auch, daß der Rezensent das Buch durchaus nicht komplett verdammt, sondern eher für fortgeschrittene Leser als für thematische Einsteiger empfiehlt.
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