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Kundenrezension

am 9. April 2007
Yasushi Inoue (06.05.1907 - 20.01.1991) hat seinen Platz im Olymp der großen japanischen Autoren sicher. Auch wenn er den Nobelpreis nie gewonnen hat, ist es weit mehr als nur legitim, ihn in einer Reihe mit Kenzaburo Oé und Yasunari Kawabata zu nennen. 1950 entstand die Erzählung "Das Jagdgewehr", welche wohl sein populärstes Werk ist.

"Das Jagdgewehr" ist trotz der Knappheit eine ausgesprochen vielschichtige Erzählung. Sie beginnt mit der Rede eines Erzählers. Dieser ist Dichter und hat ein Prosagedicht in einer Fachzeitschrift für Jäger publiziert. Sprachlich sieht dies dann etwa so aus:

"Seit diesem Tag,

auf Großstadt-Bahnhöfen und spät in der

Nacht in Amüsierlokalen,

überfällt mich unversehens

ach, der Wunsch, wie dieser Jäger dahin-

zugehen,

gemächlich, ruhig und kalt.

In solchen Augenblicken sehe ich immer,

was hinter dem Jäger sich breitet:

nicht etwa die frühwinterliche Landschaft

des Amagi-Bergs,

sondern ein verödetes, weißes Flußbett. (...)"

Wenig begeistert über das Resultat eines poetischen schwermütigen Textes in einem Jägerblatt - und sich dem süßen Vergessen auch schon zugewendet - erhält der Erzähler zwei Monate nach dem Erscheinen urplötzlich einen Brief. Der Verfasser, ein gewisser Josuke Misugi, glaubt in dem Gedicht sich und sein Leben wie in einem Spiegel zu erkennen.

Dem Dichter, der sich über seine Inspirationsquelle nicht mehr ganz im Klaren ist - wohl aber darüber, dass er Misugi gewiss nicht kannte - legt der sonderbare Fremde auch gleich drei persönliche Briefe bei.

Diese drei Briefe dreier verschiedener Personen bilden nun den Kern des Geschehens. Über diese Multiperspektive darf sich allerdings nicht nur der Erzähltheoretiker freuen. Inoue gelingt es, drei verschiedene, anders klingende Stimmen, harmonisch, leise und dennoch nachdrücklich zu verbinden. Im Spiegel dieser drei Briefe zeigt sich Liebe in ihren traurigen Facetten: Ehebruch, emotionale Kälte - oder einfach, dieses Bild ist noch weit treffender, ein leeres Flussbett.

Inoue operiert mit großen Bildern. Etwa die Ehefrau, die im Spiegel sieht, wie ihr Mann das Jagdgewehr auf sie anlegt. Aber auch die Handlung an sich ist von einer sehr gelungenen Dramatik durchzogen. Am Ende steht sie da, kühl, schwer und unumkehrbar: Die Realität eines einzigen Mannes. "Das Jagdgewehr" ist ein Klassiker. Und wer am Ende des Lesens zu wissen glaubt, warum das so ist, der wird sicher etwas aus dieser feinen Erzählung mitgenommen haben. Und das ist, neben dem Trost, den sie zu spenden vermag, doch immer wieder das schönste Kompliment, das man Literatur machen kann.
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