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Kundenrezension

TOP 1000 REZENSENTam 9. April 2008
Liest man Schirrmachers Buch heute, und zwar nachdem man zuvor modernere und lösungsorientiertere Bücher wie etwa "Familie als Beruf" gelesen hat, dann stößt einem die konservative Grundhaltung des Buches nach einiger Zeit unangenehm auf. Minimum fällt im Grunde in die gleiche Kategorie wie die Bücher von Eva Herman. Während des gesamten Buches wird immer wieder die Bedeutung der Familie betont und zwar aus einer Wert-Sicht heraus.

Zwei Punkte habe ich trotzdem vergeben, weil Schirrmacher - ähnlich wie später Eva Herman - ein wichtiges Problem in die Öffentlichkeit gebracht hat.

Allerdings mangelt es dem Buch an einer wirklich präzisen Analyse. Mersch hat beispielsweise sehr genau darauf hingewiesen, dass die Familie in unserer Gesellschaft eine sog. "Wirtschaftsfunktion" besitzt: Sie hat sich inklusive aller Kinder selbst zu finanzieren. Unter patriarchalischen Verhältnissen sprach man deshalb auch vom Ernährermodell der Familie: Der Vater ging arbeiten und ernährte mit seinem Verdienst seine Familie.

Diese individuelle Wirtschaftsfunktion (pro Einzelfamilie) ist alles andere als selbstverständlich, dennoch wird sie in unserer Gesellschaft nie in Frage gestellt. Mersch konnte nun zeigen: Diese Wirtschaftsfunktion harmoniert zwar mit patriarchalischen Verhältnissen, nicht aber mit einer Gesellschaft, in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind und beide einer Arbeit nachgehen.

Seine Begründungen sind denkbar einfach:
1. Da es in modernen Gesellschaften immer Menschen geben wird, die kinderlos bleiben, können sich solche Gesellschaften nur mit einem nennenswerten Anteil an Familien mit drei oder mehr Kindern bestandserhaltend reproduzieren. Und in der Tat wies der 7. Familienbericht der Bundesregierung darauf hin, dass der Geburtenrückgang in den Industrienationen vor allem auf das Verschwinden größerer Familien zurückzuführen ist.
2. Ein größerer Teil dieser Familien lebt heute unter Sozialhilfebedingungen, dort wo die Wirtschaftsfunktion nicht mehr gilt, und die Kinder von der Gemeinschaft und nicht den Eltern finanziert werden.
3. Unter der Gleichberechtigung der Geschlechter steigen mit zunehmender Kinderzahl nicht nur die Familienkosten an (wie unter patriarchalischen Verhältnissen), sondern es sinkt auch noch das Einkommen, da irgendwann soviel Familienarbeit entsteht, dass die Gesamtarbeitszeit reduziert werden muss. Das war unter patriarchalischen Bedingungen nicht der Fall. Er hält diesen Zusammenhang für das eigentliche moderne Familienproblem, welches durch keine der heute diskutierten Familienmaßnahmen auch nur ansatzweise lösbar ist.

Seine klare Aussage: Beruflich erfolgreichen und gebildeten Menschen sind heute größere Familien nicht mehr zumutbar, obwohl die Gesellschaft sie dringend braucht. Solche Familien werden unter der Gleichberechtigung der Geschlechter systematisch benachteiligt. Sie können praktisch nur in Armut entstehen, was die Kinder automatisch auch arm macht.

Mersch folgert daraus: Es muss unter der Gleichberechtigung der Geschlechter einen neuen Beruf für Familienarbeit mit eigenen Kindern geben, sonst zerstört sich die Gesellschaft selbst.

Auch wenn man solchen Schlüssen nicht folgt: Glasklare Analysen dieser Art sind in Schirrmachers Buch komplette Fehlanzeige.
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