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Kundenrezension

am 2. November 2013
Ich habe „Der Zauberberg“ und „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ mehrmals mit Begeisterung und großen Vergnügen gelesen, - und auch die genialen Hörbuchfassungen mit Gert Westphal genossen, - aber ich muss hier freimütig gestehen, dass ich beim Lesen des „Doktor Faustus“ mehrmals gescheitert bin – und dies obwohl ich ein großer Verehrer von Thomas Mann bin.

Thomas Mann bilanzierte 1954, dass „Doktor Faustus“ und seine Hauptgestalt, der Komponist Adrian Leverkühn, ihm von all seinen Werken und Helden am nächsten stehen und er beide am meisten liebe, selbst die Kälte und Lebensferne des Helden.
Das Buch sei „… von fast sträflicher Schonungslosigkeit, ein Lebensbuch eine sonderbare Art von übertragener Autobiographie.“
Thomas Mann sieht in seinem Roman drei Zeitebenen
• die erste, in der der Chronist Adrians, Serenius Zeitblom, die Geschichte seines Freundes aufschreibt,
• die zweite umfasst das Leben und Sterben Adrians,
• und die dritte ist die, in der der Leser, das Buch liest.

Im Frühjahr 1943 begann Thomas Mann im kalifornischen Exil die exemplarische Künstlerbiografie, in der kunstphilosophische, musiktheoretischer Betrachtungen und eine Analyse der inneren Befindlichkeit der Deutschen zu Beginn des 20. Jahrhundert vorgestellt werden.

Der Chronist, der pensionierten Lehrer Dr. phil. Serenius Zeitblom, schreibt in der Zeit des Infernos des Bombenkrieges 1943 über Adrian Leverkühn, seinen Freund seit Kindheitstagen, der 1930 in geistiger Umnachtung stirbt.
Thomas Mann bekennt sich zu den deutlichen Anleihen an der Biografie Friedrich Nietzsches, aber auch zu Zitaten aus den musiktheoretischen Schriften Adornos und Schönbergs.

Das zentralen Teufelsgespräch (25. Kap.), ein fantastischer, Dostojewski verpflichtetem Dialog, zeigt die Inspiration als dämonischer Quelle künstlerisch schöpferischer Genialität.
»Der Künstler ist der Bruder des Verbrechers« (Thomas Mann)

Nun also das Hörspiel des Hörverlages München, das der Hessischer und der Bayerischer Rundfunk 2007 in Zusammenarbeit mit der Akademie des „Internationalen Ensemble Modern“ produziert haben.
Selbst bei einer Spieldauer von 774 Minuten (13 Stunden!) kann der Roman dem Hörer nur in einer gekürzten Fassung angeboten werden.

Die Bearbeitung von Leonhard Koppelmann, Hermann Kretschmar und Manfred Hess kann man insgesamt nur als außergewöhnlich gelungen bezeichnen.
Hermann Kretschmar, geboren 1958 und PIANIST des „Ensemble Modern“, zeichnet auch als Komponist für die Musik der Hörspielfassung verantwortlich.
Welch eine geniale Idee und welch spannende musikalische Lösungen findet er !
Man höre nur als Beispiel die Passage, in denen Wendell Kretzschmar, ein Mann mit einem „besonders schwer und exemplarisch ausgebildetem Stottern“, die Beethovens Klaviersonate Opus 111 interpretiert und dazu singt - „ „Lie-besleid“ „Leb - mir wohl“. Das ist gleichermaßen berührend und lustig.

Der anspruchsvolle Text Manns wird durch die Musik und die Vielzahl exellenter Sprecher (Serenius Zeitblom: Hans Zischler, Adrian Leverkühn: Werner Wölbern, in anderen Rollen u.a. Ulrich Noethen, Michael Habeck, Matthias Habich) für den Hörer hervorragend strukturiert und ist damit wesentlich leichter zu erfassen.
Ebenso wie die Hörspielfassung von "Der Zauberberg" nicht nur für Kenner Thomas Manns, sondern auch für anspruchsvollen Neulingen, ein absoluter Hörgenuß - auch beim zweiten oder dritten Hören!
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