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Kundenrezension

am 2. April 2013
Rancher John Benedict (William Holden), ein hochdekorierter Kriegsveteran von einigem Ansehen, wird während eines Jagdausflugs von Indianern überrascht, die nicht nur sein Pferd stehlen, sondern auch seinen Hund erschiessen. Als er ihnen folgt, führt ihn der Weg zur heimischen Ranch, die soeben von derselben Bande überfallen wurde. Was er nun vorfindet, lässt ihn innerlich zerbrechen. Seine ganze Familie wurde massakriert, eine Herde Zuchtpferde gestohlen. Er kann nur noch seine Angehörigen zur letzten Ruhe betten. Da kommt ein Aufgebot des Sheriffs mit einem Gefangenen. Der Gesetzeshüter berichtet, das eine Gruppe Comancheros eine blutige Spur aus Raub und Mord durchs Land zieht und das sie eines Täters habhaft werden konnten. Gemeinsam mit Benedict wird der Mann verhört bis er verrät, wer der Anführer der Bande ist. Es handelt sich um einen Mann namens Tarp (Warren Vanders). John Benedict geht wieder auf die Jagd. Nur dieses Mal jagt er Menschen. Das Aufgebot begleitet ihn bis zur Staatsgrenze. Von hier an reitet er allein weiter. In Mexiko erfährt er irgendwann, wo er die Verbrecher finden kann. In einem Banditendorf in den Bergen heißt es. Benedict weiß, das er ohne Hilfe keine Chance hat, die Banditen zu stellen. In einem Gefängnis kauft er sich eine Gruppe von sechs Schwerverbrechern (u.a. Ernest Borgnine und Woody Strode), denen er zwar nicht trauen kann, die ihm aber gegen das Freiheitsversprechen etwas schuldig sind. Doch appelliert er dabei an die Ehre von Männern, die keine Ehre haben. Nach einigen vorprogrammierten Konflikten reitet diese Wild Bunch von Halsabschneidern auf eine Odyssee, die nicht alle überleben werden.

Wild Bunch Reloaded ?

Hollywoods einstiger "Golden Boy" William Holden spielt in diesem Exploitation-Western nicht nur das letzte Mal in einem Film dieses Genres, sondern auch eine seiner letzten Hauptrollen in einer beispielhaften Karriere, die bereits im Goldenen Zeitalter der Film-Industrie begann. Auch bringt ihn der Film unter der Regie von Hollywood-Routinier Daniel Mann, der hiermit seinen ersten und einzigen Western inszenierte, wieder mit Ernest Borgnine zusammen, seinem Partner aus dem legendären THE WILD BUNCH (1969) von Sam Peckinpah. Doch ist das nicht der einzige Bezug zum großen Vorbild. Peckinpah wird in einigen Szenen überdeutlich zitiert. Ein weiterer Film, der als Ideengeber genannt werden muss, ist sicherlich DAS DRECKIGE DUTZEND (1967) von Robert Aldrich, jenem Kriegsfilm-Klassiker in dem ebenfalls eine Gruppe von Schwerverbrechern auf ein Himmelfahrts-Kommando geschickt wird. THE REVENGERS ist beileibe nicht der erste und ganz sicher nicht der letzte Film, der sich dieser Vorbilder bedient. Die dritte Fortsetzung des Über-Western DIE GLORREICHEN SIEBEN (John Sturges, 1960), mit dem schönen deutschen Titel DER TODESRITT DER GLORREICHEN SIEBEN (George McCowan, 1972) hat im Prinzip die gleiche Handlung. Viele Vergleichsmöglichkeiten also, die sich REVENGERS (1972) gefallen lassen muss.

Daniel Mann, eigentlich Spezialist für Dramen wie TELEFON BUTTERFIELD 8 (1960), fällt einem nicht als erster ein wenn man an einen Western denkt. Sein berühmter Namensvetter Anthony Mann schon eher. Von ihm jedoch, wie auch von den anderen genannten Regie-Größen ist Daniel Mann bei seinem Western leider meilenweit entfernt. Ihm gelingen die Szenen in denen es um zwischenmenschliches geht, am besten. Besonders hervorzuheben ist eine lange, vormals geschnittene Passage mit Susan Hayward. Hier wird seine ganze Erfahrung auf diesem Gebiet deutlich, die Szene hat Tiefgang und Herz. Aufgrund der Seltenheit des Werkes war die Erwartungshaltung vor der nunmehr erfolgten DVD-Veröffentlichung natürlich groß, schon allein wegen der Besetzung. Eine Erwartungshaltung die durch den Eintrag in Joe Hembus Western-Lexikon um einiges gebremst werden konnte. Er beschrieb den Film als „Eine abstoßend hässliche Rache-Odyssee.“. Da muss er allerdings einen sehr schlechten Tag gehabt haben, denn so schlecht ist REVENGERS wahrlich nicht. Nur leider auch nicht wirklich gut.

Die aufregende Prämisse und die starke Besetzung der Hauptrollen heben das Action-Abenteuer leicht über den Durchschnitt. Holdens Charisma und Borgnines Schauspielkunst halten den Genre-Fan bei Laune, auch Woody Strode weiß zu überzeugen. Der Film ist schnell, hält sich an ein zwei Stellen mit überflüssigen Szenen auf, welche die Charaktere vertiefen sollen aber leider zu undifferenziert und banal geschrieben sind, um die erhoffte Wirkung zu erzielen. Die sechs Schwerverbrecher werden zwar ausreichend gezeichnet, gewinnen aber mit Ausnahme von Ernest Borgnine nur wenig an Profil. Ihm gelingt das eindrucksvolle Portrait einer miesen Ratte, die am Ende immer wieder die Kurve kriegt. Der Franzose Roger Hanin und der deutsche Rene Koldehoff verfügen über eine gewisse Präsenz, die aber weitgehend ungenutzt bleibt. Die beiden Mexikaner werden noch mit am besten eingeführt, jedoch nicht genug weiterentwickelt. Das der Spannungsaufbau immer wieder scheitert hat ebenfalls mehrere Gründe. Zum einen wäre da der Soundtrack von Pino Calvi zu nennen. Das Haupt-Thema gefällt im ersten Moment, nutzt sich dann mit zunehmender Laufzeit ab, da es zu häufig wiederholt wird. Viele Szenen werden durch die oft an den falschen Stellen eingesetzte Musik „überkleistert“ und verlieren so ihre Wirkung. Die Inszenierung der Action wirkt erstmal knallig und aufregend, ist in einigen Szenen, wie der Erstürmung des Banditen-Kaffs, gut gelungen, in anderen völlig planlos (Showdown) oder gar unmotiviert. Manche Szenen wirken unfertig, entweder schlecht geschnitten oder nicht zu Ende gedacht. Das ist sehr schade, waren doch die Voraussetzungen gegeben.

Da wir es aber mit einem reinen Unterhaltungs-Western zu tun haben, dürfen natürlich nicht die gleichen Maßstäbe gesetzt werden, wie an die Meisterwerke des Genres. So taugt der Film für einen unterhaltsamen Abend allemal, hält die Story doch mindestens zwei überraschende Twists parat, die man wirklich nicht kommen sieht, von denen einer in besagter Passage mit Susan Hayward mündet, die es fast schafft den gesamten Film zu retten. Aber nur fast. Nach der zweiten Sichtung lässt sich sagen, das die englische Originalfassung, der synchronisierten Version vorzuziehen ist, da die Figuren so etwas "lebendiger" wirken, obgleich der Film nicht schlecht ins Deutsche übertragen wurde. Leider gibt es keinerlei Untertitel, es wird aber recht deutlich gesprochen.

Fazit: Als unterhaltsamer Action-Western alter Schule dem geneigten Genre-Fan geeignet, bei genauerer Betrachtung schwächelndes Werk, welches aber mit einer Top-Besetzung punkten kann.
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