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Kundenrezension

VINE-PRODUKTTESTERam 30. Oktober 2011
Das letzte Konzert der "Steel Wheels"-Tour der Stones in Amerika gab es seit vielen Jahren als hervorragendes "Atlantic City"-Bootleg auf 3fach-LP und -CD; fast 20 Jahre nach seiner Entstehung läuft mir endlich auch der Konzertfilm über den Weg! Wie die CD, enthält er das gesamte 160minütige Konzert; hier findet sich sogar das Continental Drift-Konzertintro. So wie schon Swingin' Pig Records seinerzeit mit dem Bootleg eine vorübergehende Gesetzeslücke nutzten, ist auch "Terrifying" eher eine halboffizielle Veröffentlichung: Der Sound ist okay, aber die Bildqualität ist nur so gut wie die der VHS-Cassette, von der es wahrscheinlich übernommen wurde. Fast das gesamte Konzert ist in sanftem Dunkelblau gehalten, ab und zu unterbrochen von blutroter Bühnenbeleuchtung. Die verwendeten Kameras waren noch nicht so lichtstark wie heute (vgl. z.B. Scorseses "Shine a Light"); die offizielle Tour-DVD "Live at The Maxx" war besser ausgeleuchtet.

Das Konzert war fantastisch: am letzten Abend der US-Tournee gaben die Stones für Radio und Fernsehen 160 Minuten lang nochmal alles (inzwischen nähert sich die Länge von Stones-Konzerten eher der 120er Marke an). Bill wird fast gar nicht gezeigt, und wenn, dann wirkt er überwiegend niedergeschlagen, wahrscheinlich Zeichen seiner Eheprobleme mit Mandy Smith und rückblickend Vorbote seines anstehenden Ausstieges bei den Stones. Keith, der tags zuvor 46 geworden war, ist blendend aufgelegt und spielt zusammenhängender als heute, wo er auf der Gitarre eher Splitter in die Songs schickt (beides hat was für sich).

Die Größe der Bühne und die Zahl der Gastmusiker setzten neue Maßstäbe, die heute noch gelten: erstmals gingen die Stones mit den Uptown Horns sowie seit langem wieder mit ihrem alten Kumpel Bobby Keys (sax) auf die Bühne. Die Backgroundsänger Bernard Fowler und Lisa Fisher (bis heute auf Tour dabei) sowie Cindy Mizelle setzten sowohl stimmlich als auch optisch mehr als nur Akzente, und mit Chuck Leavell (ebenfalls bis heute fest dabei) und Matt Clifford hatten sie sogar zwei Keyboarder an Bord! Mithilfe damals modernster Sampling-Technologie gelang es den Stones auch endlich, komplexe psychedelische Songs wie 2000 Light Years from Home live umzusetzen. Angesichts dieser zehnköpfigen Verstärkung waren die Stones gezwungen, zum ersten Mal in ihrer Geschichte ihre Schlüsse zu proben, die sie bis dahin immer gern recht willkürlich hatten zerfasern lassen.

Man spürt der Band die Spielfreude nach sieben Jahren Bühnenabstinenz an. Außerdem enthielt die Setliste etliche Songs, die sie live fast noch nie oder schon ewig lang nicht mehr gespielt hatten (Paint it black, Ruby Tuesday, 2000 Light Years from Home, Salt of the Earth, Bitch, Undercover of the Night, Harlem Shuffle) sowie Songs aus ihrem damals aktuellen Album "Steel Wheels", die leider bald darauf wieder in der Versenkung verschwanden (Sad sad sad, Mixed Emotions, Rock and a hard Place, Terrifying und Can't be seen).

Zu den Höhepunkten zählen Lisa Fishers Einlage bei Gimme Shelter und die Gastauftritte von John Lee Hooker, den die Stones mit Eric Clapton bei Boogie Chillen begleiten, von Axl Rose und Izzy Stradlin bei Salt of the Earth sowie besonders Eric Claptons Soli bei Little red Rooster (diese Version landete, leicht gekürzt, auf "Flashpoint").

"Atlantic City" wird mit all seinen kleinen Schwächen immer eines meiner Lieblingsbootlegs von den Stones bleiben: bei Can't be seen fängt Keith schon mal ohne einen Teil der Band an (die offizielle "Flashpoint"-Version ist kompakter), irgendwer versemmelt das Intro von Salt of the Earth, und Keyboarder Matt Clifford trifft im Intro von You can't always get what you want nicht alle Töne auf dem Flügelhorn richtig, aber egal: dies ist das Konzert, das ich bis heute lieber als offizielle Live-CD sehen würde als "Flashpoint". Endlich gibt's auch den Film dazu - auch wenn ich jetzt weiß, dass Mick Jagger die Zugabe Jumpin' Jack Flash in einem affigen Kapuzenbademantel singt!
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4,6 von 5 Sternen
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